Selbstversorger werden – Mit diesen Tipps werde ich zunehmend unabhängig

Selbstversorgung liegt im Trend. Wer was auf sich hält, hat zumindest Tomatenpflanzen und Basilikum auf dem Balkon. Doch so richtig vom Eigenanbau leben – das ist eine andere Sache.

Eins ist klar: Selbstversorger werden ist nichts für nebenbei. Man muss sich in die Materie einarbeiten. Ein grüner Daumen hilft, ein großes Interesse fürs Gärtnern und eventuell für Tierhaltung und zu guter Letzt viel Geduld.

Erste Schritte

Planung und Vorlauf sind das A und O: Was möchte und was kann ich in meinem Garten bzw. auf meinem Balkon anbauen, will ich Tiere halten und wieviel brauche ich eigentlich für die Selbstversorgung? Möchte ich mich überwiegend autark ernähren oder soll der Eigenanbau nur ein kleines Zubrot sein? Anfangen kannst du mit einer kleinen Fläche. Dafür reicht sogar der Balkon. Um sich aber komplett selbst versorgen zu können, ist laut einschlägigen Internetportalen, wie z.B. loewenzahn.at eine Fläche von 150 qm pro Person nötig. Wieviel du brauchst, also wie groß der Jahresbedarf an Fleisch, Obst und Gemüse ist, kannst du ausrechnen. Dazu sammelst du eine Weile deine Supermarktrechnungen und erstellst dir daraus eine Übersicht.

Der Garten

Anfangen kannst du erst mal mit einer relativ kleinen Fläche auf der du verschiedene Gemüsesorten anbaust: Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Bohnen und Salate. Du kannst daneben einen separaten Obstgarten anlegen, oder aber Büsche und Bäume in den Gemüsegarten integrieren. Hier ist etwas mehr Geduld gefragt, bis du die erste reichhaltige Ernte einholen kannst. Gut geeignet sind verschiedene Beerensorten wie Himbeeren, Brombeeren und Johannisbeeren, sowie Äpfel und Kirschen. Auch ein Gewächshaus ist eine gute Idee. Hier gedeihen Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini und mehr.

Hühner als Therapietiere
Bildrechte: Elias Spalik

Tiere halten

Zu einem richtigen Selbstversorger-Haushalt gehören Hühner. Nicht nur, dass sie Eier legen, sie helfen auch im Garten mit: wühlen den Boden auf, fressen Ungeziefer und liefern dir guten natürlichen Dünger. Auch Bienen, Schafe, Ziegen oder Gänse sind bei Selbstversorgern beliebt. Sie liefern Honig, Milch, Fleisch und Wolle. Mach dir auch hier einen Plan wo und wie du die Tiere halten willst und beachte die unterschiedlichen Anforderungen. Einen guten Überblick findest du auf www.selbstversorger.de

Die Vorratshaltung

Selbstversorgung im Sommer ist recht simpel, man bedient sich einfach aus dem Garten. Doch als Selbstversorger solltest du unbedingt an den Winter denken und dafür vorsorgen. Eine prall gefüllte Vorratskammer ist ein absolutes Muss. Eigne dir Wissen an, wie du Obst, Gemüse und Fleisch haltbar machst, also einkochst, trocknest, einfrierst, einlegst oder räucherst. Es gibt übrigens auch ein paar Gemüsesorten wie Rosenkohl, Pastinaken oder Feldsalat, die du im Winter ernten kannst.

Hand pflückt roten Apfel vom Baum
Bildrechte: imago/imagebroker

Selbstversorger in der Großstadt

Der Trend zur Selbstversorgung hat auch in Großstädten Einzug gehalten. Ob im Schrebergarten, auf dem Balkon, in Gemeinschaftsgärten oder in Parks – überall gibt es Flächen, auf denen angebaut werden kann. Eine 100%-ige Selbstversorgung ist zwar kaum möglich, aber eine Vielzahl an Obst- und Gemüse lassen sich durchaus im urbanen Raum anbauen und ernten. Auch Bienenhaltung in der Stadt wird zunehmend beliebt.

Kritiker: Selbstversorgung stößt schnell an Grenzen

Es gibt Stimmen, die sagen, Selbstversorgung sei eine Illusion. Eine eigene Kuh für die Milch oder Schweine für die Fleischversorgung zu halten, sei für den Privatbedarf ein Aufwand, der in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Auch eigener Getreideanbau sei viel zu aufwändig. Milch, Getreide, Öl, Kaffee und viele andere Lebensmittel ließen sich kaum selbst produzieren. Die Ernährung als Selbstversorger bestünde im besten Fall hauptsächlich aus Obst, Gemüse, Honig und Eiern.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 09. November 2021 | 11:45 Uhr

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