Schlechter Geruch in der Wohnung: Was tun?

10.01.2020 | 02:10 Uhr

Nahaufnahme von schimmligen Obst und Gemüse. 1 min
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Quicktipp Raumduft

Raumduft

MDR JUMP Fr 10.01.2020 02:10Uhr 01:11 min

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Der Ursache auf den Grund gehen

Schlechter Geruch entsteht oft, wenn organische Stoffe durch Mikroorganismen zersetzt werden. Die Abbauprodukte riechen faulig. Besonders gut geht das in einer warmen oder/und feuchten Umgebung. Dann bilden sich gesundheitsschädliche Biofilme aus Viren und Bakterien sowie Pilze.

Modriger Geruch: entsteht, wenn Feuchtigkeit im Spiel ist. Gerade im Winter, wenn die Wäsche innerhalb der Wohnung getrocknet wird, besteht die Gefahr, dass es schimmelt und modrig riecht. Mit regelmäßigem Lüften und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent in den Wohnräumen kann dem entgegengewirkt werden.

Farbige Wäsche in einer Waschmaschine
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Müffelnde Wäsche: Werden die durchgeschwitzten Sportsachen direkt in den Wäschekorb geschmissen und bleiben einige Tage dort liegen, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Der unangenehme Geruch wird verstärkt. Daher sollten Sportsachen, wenn sie nicht zeitnah gewaschen werden, zunächst getrocknet werden. Im Schrank kann Wäsche nur dann anfangen zu riechen, wenn sie nicht komplett getrocknet einsortiert wird. Probleme kann es aber auch geben, wenn der Schrank an einer kalten Außenwand des Hauses steht und sich dadurch Stockflecken bilden. Dagegen hilft nur, den Schrank umzustellen und regelmäßig zu lüften.

Zigarettenqualm: kann man mit getrockneten Orangen- oder Apfelschalen in kleinen Schüsseln zum Teil begegnen. Viel wichtiger ist auch hier regelmäßiges Lüften. Der Geruch verursachende Qualm setzt sich ebenfalls an den Wänden ab. Mit speziellen Wandfarben kann das auf Dauer verhindert werden.

Haustiere: Ähnlich wie beim Menschen, ist auch beim Tier auf die Hygiene zu achten. Besonders wichtig bei Hunden ist die Fellpflege: Bürsten, Schneiden und – wenn es die Rasse zulässt – auch Waschen vermeiden unangenehme Gerüche. Das Katzenklo sollte täglich gereinigt, die Streu wöchentlich gewechselt werden.

Kochgerüche/Lebensmittel: In der Küche, kleineren Räumen wie der Abstellkammer oder dem Vorratsschrank helfen gegen Gerüche von Fisch, Käse und anderem Untertassen oder kleine Schüsseln, die mit Kaffeepulver gefüllt werden. Das geht auch mit Apfelstückchen. Sie binden unangenehme Gerüche, müssen dann allerdings regelmäßig ausgetauscht werden. Auch Schüsseln mit Essigwasser können Gerüche in einem gewissen Maß binden.

Abfluss
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Ein stinkender Abfluss: kann mit Natron und Essig bekämpft werden. Diese Mischung erst in den Abfluss geben und nach ein paar Minuten mit heißem Wasser hinunterspülen. Viel wichtiger ist aber, kein Fett oder Öl in den Ausguss zu kippen. Das haftet in den Abflussrohren und bildet dort einen stinkenden Film.

Alte Bücher: Der Mief kommt hier besonders von Feuchtigkeit und den sich darin wohlfühlenden Mikroorganismen. Dagegen helfen eine Nacht im Frostfach des Kühlschrankes und die Aufbewahrung an einem wirklich trockenen Ort. Das Buch selber kann in einer Tüte mit Katzenstreu innerhalb von wenigen Tagen Komplett getrocknet werden.

Das A und O: Regelmäßig Lüften

Frau öffnet Fenster.
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Frische Luft ist das beste Mittel gegen Mief. Zweimal am Tag sollte jeder Raum für mindestens fünf Minuten ordentlich durchgelüftet werden.

Wichtig: Dauerhaft angekippte Fenster bringen nicht den gewünschten Erfolg. Pro Stunde werden dadurch nur etwa fünf Prozent der Raumluft ausgetauscht. Und es entstehen unter Umständen kalte Stellen an den Wänden und Fensterecken. In Verbindung mit warmer Raumluft können sich dort Stockflecken und Schimmel bilden.

Den Raumduft künstlich aufpeppen

Sie kommen als Spray im Zerstäuber, als Öl im elektrischen Verdampfer oder beheizten Stövchen, als Räucherstab oder einfach als Duftholz daher. Künstliche oder auch stark konzentrierte natürliche Aroma- und Duftstoffe. Sie sollen die Raumluft verbessern, schlechte Gerüche im WC oder von Haustieren überdecken, die Polster reinigen und für mehr Wohlbefinden sorgen. Das können sie tatsächlich, aber das hat Konsequenzen. Denn, was immer man in einen Raum an zusätzlichen Stoffen einbringt: Die Luft wird dadurch nicht frischer und reiner. Schlechte Gerüche werden lediglich überlagert. Verwendet man dann noch Lufterfrischer, bei denen Öle durch Erhitzen verdampft werden, setzt das unter Umständen gefährliche Stoffe frei und belastet die Gesundheit.

Gefährliche Duftstoffe

Deospray mit Sprühnebel
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Etwa 3000 verschiedene Duftstoffe werden laut Umweltbundesamt in künstlichen und natürlichen Raumerfrischern eingesetzt. Ganze 26 davon müssen auf den Produkten überhaupt gekennzeichnet sein. So weiß der Verbraucher nie, was tatsächlich drin ist. Selbst die gekennzeichneten Stoffe, wie etwa Benzyl-Alcohol, Hydroxycitronellal oder Linalol stehen alle im Verdacht, Allergien auszulösen. Bei den meisten anderen Stoffen ist noch völlig unklar, inwieweit sie die Gesundheit beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass viele Stoffe mit den UV-Strahlen der Sonne oder dem Sauerstoff in der Raumluft reagieren und deutlich stärker wirken können. Deshalb stellt die Verwendung von Lufterfrischern und Aromastoffen nach Meinung des Umweltbundesamtes eine Verschlechterung der Raumluft dar. Das kann bei vielen Menschen eine Allergie auslösen.

So bemerkt man die Duftstoffallergie

Laut Umweltbundesamt leiden hierzulande etwa acht Millionen Menschen unter einer Duftstoffallergie. Kein Wunder, denn weit über vier Millionen setzen zu Hause regelmäßig Duft-, Aromastoffe und Lufterfrischer ein. Das Problem: Eine Duftstoff- oder auch Kontaktallergie macht sich nicht immer sofort mit aller Deutlichkeit bemerkbar. Es beginnt in der Regel mit tränenden Augen und leichtem Unwohlsein. Stärkere Reaktionen sind später Kopfschmerzen, Migräneanfälle, Schnupfen und Hustenreiz. Die Haut reagiert von leichter Rötung bis hin zu starken, großflächigen Ekzemen. Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte künstliche und natürliche Duftstoffe sofort und dauerhaft aus den eigenen Räumen entfernen.

Besondere Vorsicht bei Kindern

Das Immunsystem von Kindern entwickelt sich besonders rasant und umfassend in den ersten drei Lebensjahren. Kommen sie in dieser Zeit mit allergieauslösenden künstlichen oder natürlichen Duftstoffen in Kontakt, können sich dabei besonders schnell und dauerhaft Allergien entwickeln. Fatal: Es reicht manchmal schon ein Kontakt, die Allergie wird angelegt, dann passiert lange nichts und erst Jahre später reagiert der Körper dann beim Kontakt mit dem gleichen Stoff in einem anderen Zusammenhang wie einem Duschgel, einer Seife oder gar im Essen auf Aromastoffe. Deshalb sollten Kinder möglichst lange von solchen Stoffen ferngehalten werden. Bestimmte Eukalyptusaromen können für Kleinkinder sogar lebensgefährlich sein.

Vorsicht auch vor Duftprodukten im Auto

Duftbäume am Rückspiegel eines Autos
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Die kleinen Lufterfrischer sind besonders zu beachten. Sie wirken schließlich auf kleinstem Raum und oft direkt vor der Nase von Fahrer/in, mit wesentlich höheren Konzentrationen von Duftsoffen, als es in großen Räumen empfohlen wird. Die enthaltenen Stoffe wie Phthalate haben in Tierversuchen Leber und Nieren geschädigt und beeinflussen das Hormonsystem. Duftprodukte sind also gerade in Autos in denen Kinder mitfahren eine besonders schlechte Idee. Auch der Berufsverband Deutscher HNO-Ärzte sieht in den Produkten eine ernsthafte Gesundheitsgefahr und warnt besonders Raucher vor den unter Umständen krebserregenden Inhaltsstoffen. Das Zusammenspiel von Zigarettenqualm und Duftprodukt multipliziert laut dem Berufsverband Deutscher HNO-Ärzte das Krebsrisiko.

Die positive Wirkung von Aromastoffen

Aromastoffe sind per se aber nicht zu verteufeln. Die Aromatherapie ist eine uralte Heilmethode, die lange Zeit ein bisschen in Vergessenheit geraten war. Besonders ätherische Öle, wie vom Lavendel oder der Kiefernnadel werden von Heilpraktikern und auch in immer mehr Krankenhäusern angewendet. Die Aromatherapie kann tatsächlich beruhigend auf Patienten wirken, vor einer Operation etwa. Klinische Studien wiesen auch nach, dass bestimmte Öle antibakteriell wirken, gegen Pilze vorgehen können und unter Umständen sogar Krebszellen angreifen. Wichtig: Die Verwendung, Zusammensetzung und Konzentration der Öle sollte Ärzten und Therapeuten überlassen werden. Und in den allermeisten Fällen greifen die Profis auf sogenannte Vernebler oder auch Diffusoren zurück, bei denen ganz fein zerstäubte Wassertröpfchen Träger der Öle sind. Es wird also nichts erhitzt und somit in der Struktur verändert. Diese Art Verwendung empfiehlt sich auch beim Inhalieren zu Hause, etwa gegen die Schnupfennase.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 10. Januar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020, 02:10 Uhr