Urlaub 2021: Sollte ich jetzt schon buchen?

Eltern mit einem Kind im Badeurlaub 1 min
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MDR JUMP Di 08.12.2020 10:45Uhr 01:06 min

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Noch ist unklar, wie sehr das Corona-Virus unser Leben im nächsten Jahr beeinflusst und ob das Dank Impfstoffen wieder etwas normaler wird. Diese Unsicherheit zeigt sich auch in den Urlaubsbuchungen für 2021: Gefragt sind vor allem Urlaube in Deutschland, in der Nähe der Heimat und in Ferienhäusern statt Hotels. Generell sind die meisten beim Buchen aber noch zurückhaltend. Entsprechend viele Unterkünfte sind für die Ferien im nächsten Jahr noch verfügbar. Für ein paar Reiseziele im Sommer sollte man sich aber vielleicht besser noch vor Weihnachten entscheiden.

Schon jetzt starke Nachfrage nach Reisezielen am Wasser

Müritz, Mecklenburgische Seenplatte und Ostsee: Reiseziele am Wasser in Deutschland waren dieses Jahr bei Urlaubern schon sehr begehrt und sind auch für den kommenden Sommer schon stark gefragt. Das zeigen die Daten von Hometogo, die für MDR JUMP ausgewertet wurden. Die Suchmaschine für Ferienhäuser, Hotels und Ferienwohnungen vergleicht 2.000 Reise-Anbieter aus Deutschland mit 18 Millionen Angeboten im Internet. Hometogo-Sprecher Jonas Upmann sagte:

Jonas Upmann, Sprecher von Hometogo
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Wenn man sicher ans Wasser möchte, an die Ostsee und die Nordsee, an die beliebten Hotspots, dann sollte man schon früh schauen.

Ferienwohnungen und -häuser im Harz und in der Sächsischen Schweiz waren in diesem Sommer sehr begehrt. Auch für diese Reiseziele gibt es jetzt für 2021 mehr Anfragen, als Hometogo im Herbst und Winter in den Jahren zuvor registrierte. Allerdings sei da die Nachfrage nicht ganz so stark wie bei den Wasserzielen, so Jonas Upmann. Für Ferien dort würden Urlauber wohl auch kurzfristig noch Unterkünfte finden.

Mein Tipp: Die Urlauber aus Deutschland fangen meist mit der Planung für den Jahresurlaub kurz nach Weihnachten an. Die erste Buchungswelle gibt es dann immer im neuen Jahr nach den Feiertagen.

Wer im Mitte Dezember und damit noch vor Weihnachten buche, sei früher dran als die meisten anderen Urlauber. Dann ist die Chance auf eine günstige und attraktive Ferienunterkunft an einem beliebten Hotspot größer.

Viele planen auch 2021 ihren Urlaub in Deutschland

Ein großer Teil der Auslandsreisen im Sommer fiel aus. Viele Urlauber suchten sich dann für Juli und August schnell noch etwas in Deutschland. Entsprechend groß war der Andrang und nicht alle konnten Urlaub am gewünschten Reiseort machen. Diese Erfahrung spielt offenbar auch eine Rolle bei der Urlaubssuche für den Sommer 2021. Viele wollen offenbar zeitig auf Nummer sicher gehen. Jonas Upmann von Hometogo:

Bei 44 Prozent der Suchen jetzt im Oktober und November wurden nach Zielen in Deutschland gesucht. Das hat sich um 60 Prozent gesteigert im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Da gibt’s also auch noch eine sehr starke Verschiebung zu inländischen Zielen. Italien, Kroatien und Spanien folgen bei den Anfragen zwar auf den Plätzen dann dahinter. Aber da sind die Anfragen stark zurückgegangen, um bis zu 40 Prozent.

Auch in einem weiteren Punkt sieht Jonas Upmann einen Beleg für das Sicherheitsbedürfnis der Urlauber: Gesucht werden eher Ferienhäuser und -wohnungen.

63 Prozent der Urlauber würden eher so etwas buchen als ein Hotel. Dort gibt es mehr Kontaktpunkte mit anderen, an der Rezeption, beim Buffet. Da sehen wir ganz klar einen Trend hin zu Ferienhäusern und Ferienwohnungen.

Da können Urlauber für sich bleiben. Auch wenn Ziele in Deutschland deutlich beliebter als in den Jahren zuvor sind, hat das bisher offenbar noch keine Auswirkungen auf die Preise, sagte Jonas Upmann:

Wir sehen da tatsächlich nur die üblichen jährlichen Preissteigerungen. Unsere Datenanalysten konnten jetzt keine Preissteigerungen außer der Reihe festmachen.

Für die Winterferien wird noch sehr verhalten gebucht

Viele warten mit ihren Buchungen für Winterferien in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen offenbar gerade noch ab, wie sich die Corona-Zahlen in Deutschland und die entsprechenden Einschränkungen weiter entwickeln.

Auch da sind vor allem Ziele in Deutschland gefragt, an den Küsten, in den Regionen mit Wintersport. Aber da ist das Angebot noch sehr groß und da werden wohl auch noch Unterkünfte kurzfristig verfügbar sein.

Eine Alternative zum Urlaub in Deutschland könnten laut Jonas Upmann Reisen in wärmere Gebiete im Ausland sein. Zumindest wenn touristische Reisen ins Ausland möglich sind. Die waren auch im November trotz Lockdown nicht ausdrücklich verboten. Die Kanaren und Teile Griechenlands galten auch Ende November noch nicht als Risikogebiet.

Wie geht man beim Buchen auf Nummer sicher?

Risikogebiete, Quarantäne, Reiseverbote: Oft wussten Urlauber in diesem Jahr bis vor kurz vor Reisebeginn nicht, ob sie ihre Ferien antreten können und ob sie im Ernstfall ihr Geld schnell und komplett zurückbekommen. Entsprechend vorsichtig waren und sind sie beim Buchen neuer Urlaube. Viele Anbieter von Ferienunterkünften und Reiseanbieter haben darauf reagiert und ihre Stornierungsbedingungen entsprechend angepasst. Auf die sollten Reisende vor allem achten, rät Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen:

Reiseexpertin Claudia Neumerkel von der Verbraucherzentrale Sachsen
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Je kürzer die Stornierungsfrist bis zum Reiseantritt ist, desto günstiger ist das für Kunden. Gut für Kunden wäre zum Beispiel, wenn sie bis 14 Tage vor der Reise noch kostenfrei stornieren können.

Wer Ferienunterkünfte, Reisen oder Flüge mit der Kreditkarte bucht, bekommt bei Reiseverboten oder Lockdowns das Geld schneller zurück.

Das geht über das Chargeback-Verfahren. Fällt die Reise aus, brauchen die Kunden eine Storno-Erklärung des Vertragspartners. Das akzeptieren die Banken und dann wird das Geld zurückgebucht. Das haben viele bei dem ersten Lockdown genutzt, weil die Airlines da immer noch sehr hinterherhängen.

Claudia Neumerkel rät daher, bei Flügen derzeit eher zurückhaltend zu sein und abzuwarten.

Das sind individuelle Reiseleistungen für einen bestimmten Termin und der Kunde muss das Geld vorauszahlen. Da kann man nur schwer umbuchen oder nur mit Abstrichen beim Geld. Und wenn der Kunde selbst stornieren muss, wird es schwierig, das Geld wiederzubekommen.

Wer einen Urlaub in einem als Risikogebiet  eingestuften Land buchen will, sollte damit vielleicht noch etwas warten. Die Rechtslage sei hier völlig unklar, sagt Claudia Neumerkel. Problematisch seien die Fälle, in denen eine Reisewarnung für ein Urlaubsland im Frühling aufgehoben und dann für den Sommer doch wieder vom Auswärtigen Amt ausgesprochen wird. Dann könnten sich Reisende aus Sicht des Veranstalters nicht auf höhere Gewalt berufen. Immerhin hatten sie schon für ein Land mit einer Reisewarnung gebucht und gehofft, dass diese aufgehoben wird.

Auf "Flex Tickets" bei Bahnreisen setzen

Bei Zugreisen sollten Bahnkunden derzeit am besten die Tickets mit flexiblen Reisedaten wählen, so Claudia Neumerkel. Wer dann wegen Lockdown oder Reiseverbot seinen Urlaub verschieben muss, kann dann wenigstens das Bahnticket problemlos zu einem späteren Termin nutzen. Auf Reiseversicherungen können sich Urlauber in der Corona-Pandemie übrigens nicht immer verlassen.

Eine Reiserücktrittsversicherung ersetzt die Kosten für den Urlaub nur, wenn man krank wird oder arbeitslos oder ein naher Verwandter stirbt. Kann man eine Reise wegen einer vorgeschriebenen Quarantäne nicht antreten, dann geht man bei vielen leer aus. Vor allem bei den Versicherungen, die viele Verbraucher schon lange Jahre haben.

Viele Versicherungen würden zwar jetzt reagieren und ihre Bedingungen anpassen. Die gelten dann aber nur für neue Policen. Vor allem chronisch Kranke, die zu den Corona-Risikogruppen gehören, sollten sich dazu besser noch einmal beim Versicherungsexperten des Vertrauens oder im Reisebüro beraten lassen. Auch ins Kleingedruckte der Reisekrankenversicherung fürs Ausland sollten Urlauber besser nochmal reinschauen, so Claudia Neumerkel:

Da sollte man checken, die der Rücktransport aus dem Ausland geregelt ist. Die gesetzliche Krankenversicherung hilft da nicht und das wäre aber wichtig, wenn man im Ausland an Covid-19 erkrankt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 08. Dezember 2020 | 10:45 Uhr

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