Was gehört in die Reiseapotheke?

Die Reiseapotheke: Für manche ist das eine Packung Aspirin in der Waschtasche, andere machen daraus eine richtige Wissenschaft und lassen sich ausführlich in der Apotheke beraten. Eine gewisse Grundausstattung solltest du im Urlaub auf jeden Fall dabei haben.

Die wichtigsten Faktoren

In erster Linie bestimmen Reiseort, Reisart und Reisedauer Größe und Inhalt deiner Reiseapotheke. Wer sich in Deutschland im Bungalow relativ stadtnah erholt, kann bei Bedarf in die nächste Apotheke gehen und sich das Pflaster oder die Kopfschmerztabletten vor Ort kaufen. Geht’s ins Ausland oder auf den Abenteuertrip in die unberührte Wildnis, sollte man das notwendigste für eine erste Versorgung kleiner Wehwehchen einpacken. Im europäischen Ausland bekommst du in der Regel alle gängigen Medikamente in den Apotheken, teils sogar deutlich günstiger als bei uns. Anders ist das zum Beispiel in afrikanischen Ländern. Dort kann man nicht immer sicher sein, dass man Original-Medikamente bekommt und ob es überhaupt das gibt, was man gerade braucht. Dorthin solltest du wirklich immer möglichst alles wichtige mitnehmen.

Urlaub beansprucht den Körper anders

Eine Reise ist immer etwas Besonderes. Das bekommt auch der Körper mit. Schon eine einfache Fahrt an die See oder in die Berge kann für Aufregung, Kopfschmerzen oder gar Verdauungsstörungen sorgen. Fliegt man durch mehrere Zeitzonen, kann der Körper mit Schlafstörungen reagieren. Deshalb solltest du auch Medikamente mitnehmen, die du zu Hause im Normalfall nicht nimmst. Im Urlaub bewegt man sich mitunter auch mehr als daheim. Deshalb kann man sich schneller etwas verstauchen, zerren oder eine Blase bekommen. Erkältung im windigen Zelt, Sonnenbrand am Strand oder der fast schon obligatorische Durchfall nach dem orientalischen Buffet, sind weitere „Extrabelastungen“ durch den Urlaub. Den Durchfall bekommst du in der Regel übrigens nicht, weil vor Ort schlampig gekocht wird. Im dortigen Wasser sind andere Keime heimisch als bei uns. Die Bevölkerung vor Ort ist daran gewöhnt.

Fertige Reiseapotheke vs. individuelle Zusammenstellung

fertige Reiseapotheke in einem Koffer
Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

Apotheken bieten vorgepackten Sets an, die preislich bei etwa 15 Euro losgehen. Besser ist es aber, sich individuell zusammenzustellen, was man wirklich braucht. Mitunter hat man Medikamente zu Hause, die man mitnehmen kann. Das spart Kosten und du hortest nicht sinnlos Tabletten und Salben. 

Checkliste Medikamente

Nimm für den normalen Familienurlaub Mittel gegen Folgendes mit:

  • Reiseübelkeit
  • Durchfall/Verstopfung
  • Fieber, Schmerzen und Erkältung
  • Schlafstörungen
  • Sonnenbrand
  • Insektenstiche/ vor allem auch vorbeugend
  • Allergien
  • Malariamittel (bei Reisen in entsprechende Gebiete)

Außerdem und gerade bei Reisen mit Kindern sollten Ohren- und Augentropfen, ein sanftes Desinfektionsmittel zum Wundereinigen und Kühlgel eingepackt werden. Wer sehr aktiv unterwegs ist, dem sind Eisspray und schmerzstillende Gels und Salben für Muskeln und Gelenke zu empfehlen.

Checkliste Hilfsmittel

Für kleinere Verletzungen und Verstauchungen brauchst du folgenden Vorrat:

  • Mullbinden
  • Elastische Binden
  • Pflaster in verschiedenen Größen, auch wasserfest
  • Blasenpflaster
  • sterile Auflagen
  • Sicherheitsnadeln
  • Fieberthermometer (wichtig bei Reisen mit Kindern)
  • Pinzette, Schere

Die gewohnten Medikamente

Arzneimittel auf einer Weltkarte
Bildrechte: IMAGO / suedraumfoto

Mittel gegen Blutdruck oder Diabetes und alle anderen zuhause eingenommenen Medikamente gehören selbstverständlich auch in die Reiseapotheke. Davon solltest du ein bisschen mehr als eigentlich benötigt einpacken. Beachten solltest du bei längeren Reisen die Haltbarkeit der Mittel. Auch die Antibabypille ist ein Medikament. Bei Reisen in andere Zeitzonen solltest du wegen des korrekten Zeitpunkts der Einnahme deinen Arzt fragen.

So transportierst du die Medikamente richtig

Gerade bei Reisen in den Süden sind Medikamente mitunter großer Wärme ausgesetzt. Das kann die Wirksamkeit beeinflussen. Manche Tropfen die genau abgezählt werden müssen, tropfen bei großer Wärme schneller, auch manches Asthmaspray sprüht bei Hitze nicht mehr gleichmäßig. Transportiere die Reisapotheke deshalb am besten in einer festen Tasche mit Thermopolster. Die gibt es in der Apotheke oder im Internet. So sind die Medikamente vor Stößen und großen Temperaturschwankungen geschützt. Beachte bei allen Medikamenten immer das Haltbarkeitsdatum und bei welcher Temperatur sie gelagert beziehungsweise transportiert werden dürfen. Nimm auch immer die Beipackzettel und Dosierungsanweisungen mit.

Wichtige Medizin ins Handgepäck

Verschiedene Kondome
Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

Bei Flugreisen gehört die Medizin, die du wirklich dringend brauchst, ins Handgepäck. Hast du die Mittel im Koffer und geht der irgendwo verloren, wird es unter Umständen kritisch. Auch die Pille sollte immer an der Frau sein. Übrigens: Wer mit Kondomen verhütet, kauft diese besser zu Hause und behandelt sie wie ein Medikament. Man weiß nie, welche Qualität die Produkte am Urlaubsort haben.

In warmen Regionen keine Zäpfchen

Schmerz- oder Fieberzäpfchen sollen sich bei Körpertemperatur auflösen. Wenn es also wärmer als 36 Grad wird, können die Zäpfchen schon in der Packung weich werden. Dann kann man sie nicht mehr verabreichen. Besser sind da Wirkstoffe in Tropfen oder Säften.

Kleine wichtige Helfer

Um sich im Ernstfall vor Ort in der Apotheke oder beim Arzt verständlich machen zu können, gibt es von einigen Krankenkassen kleine Begleithefte. Darin stehen die wichtigsten Vokabeln für Medikamente und Krankheiten in verschiedenen Sprachen. Frag bei deiner Kasse nach. So ein Heft mit vorformulierten Sätzen und speziellen Vokabeln ersetzt langwieriges Suchen nach einzelnen Begriffen im Wörterbuch.

Reisebestimmungen beachten

Beachte besonders beim Transport von Schlaf- und Schmerzmitteln, welche Regelungen dazu im Urlaubsland gelten. Informiere dich im Zweifel bei Konsulaten, Botschaften oder im Auswärtigen Amt. Lass dir am besten von deinem behandelnden Arzt schriftlich bestätigen, dass du diese Medikamente brauchst und mit dir führen musst.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 01. Juli 2021 | 11:45 Uhr

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