Wohin mit den Sommerreifen? So lagerst du sie richtig!

15.10.2019 | 02:25 Uhr

Ganzjahresreifen 1 min
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MDR JUMP Di 15.10.2019 02:10Uhr 01:07 min

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Mit oder ohne Felge

Grundsätzlich solltenst du beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen ganze Räder, also Reifen mit Felge wechseln. Das kostet in der Anschaffung vier Felgen mehr. Den puren Gummireifen aber jedes Mal zum Wechsel von der Felge ab- beziehungsweise ihn wieder aufzuziehen, belastet auf Dauer den Reifen enorm. Viele Autowerkstätten werden daher davon abraten. Zwei komplette Reifensätze plus Reserverad sind empfehlenswert.

Was Reifen und Felgen grundsätzlich brauchen

Reifen mögen es dunkel, kühl und trocken. Außerdem sollten sie frei von Schmutz und da besonders von Ölen und Fetten sein. So bleiben die Gummimischung und die Stabilität der Reifenunterkonstruktion (Karkasse) möglichst lange erhalten. Öle, Fette und Fremdkörper wie Steinchen können die Lauffläche eines Reifens stark schädigen. Auch Beulen und Dellen als Folge von Reifenremplern mit einer Bordsteinkante können die Stabilität beinträchtigen. Felgen sollten ebenfalls trocken gelagert werden, damit sie nicht während der Lagerung Rost ansetzen.

Wenn du Reifen zu Hause lagerst

ein Autoreifen
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Alter und Profil checken
Überprüfe bei den abgebauten Rädern zunächst das Alter der Reifen. Älter als acht Jahre sollten deine Reifen nicht sein, danach verliert die Gummimischung rapide an Stabilität. Das Profil muss gesetzlich vorgeschrieben mindestens noch 1,6 Millimeter Tiefe haben. Das gilt für Auto- und Motorradreifen. Achtung: Automobilclubs und Experten empfehlen auf Sommerreifen noch mindestens drei Millimeter und Winterreifen mindestens vier Millimeter Profil. Nur so fährst du wirklich mit optimaler Sicherheit. Wichtig: In Nachbarländern wie Österreich müssen deine Winterreifen noch mindestens vier Millimeter Profil haben.

Allgemeinzustand beurteilen
Prüfe vorm Lagern den Zustand der Reifen, suche nach Beschädigungen auf der Lauffläche und an den Seiten, entferne kleine Steinchen. 

Reifen reinigen
Es empfiehlt sich, die Räder komplett zu waschen, am besten mit Bürste oder einem Hochdruckreiniger. Lass die Räder danach richtig abtrocknen. Das ist wichtig, damit sich während der Lagerung keine Stockflecke bilden oder die Felgen beginnen, zu rosten.

Luftdruck prüfen
Fülle zirka 0,5 Bar mehr Druck auf die Reifen als vom Hersteller empfohlen, sie verlieren während der Lagerung etwas Luft. Eine oft beworbene Befüllung mit Stickstoff für mehr Druckstabilität kostet rund 12 Euro. Der Sinn dahinter: Stickstoff entweicht langsamer aus Autoreifen als normale Luft. Das soll länger für einen stabilen Reifendruck sorgen. Ob das allerdings auch über eine zirka sechsmonatige Lagerzeit sinnvoll erscheint, bleibt fraglich. Denn: Du solltest ohnehin den Reifendruck beim Wiederaufziehen prüfen und, wenn nötig, anhand der Angaben im Bordbuch korrigieren.

Reifen einzeln kennzeichnen
Markiere mit einem Fettstift- oder Kreide die Position des Rades am Auto. Zum Beispiel: VR bedeutet vorne rechts, HL hinten links und so weiter. Aller 10.000 Kilometer kannst du die Räder für eine gleichmäßige Abnutzung der Reifen achsweise tauschen. Vorne rechts kommt dann nach hinten rechts. Achtung: Ein diagonaler Tausch geht nur, wenn Ihre Reifen keine festgelegte Laufrichtung haben. Das erkennst du auf dem Reifen sehr deutlich.

Hängend oder übereinander lagern
Du kannst die Kompletträder hängend an der Wand, an einem speziellen Felgenbaum oder gestapelt übereinander lagern. Achte darauf, nicht mehr als vier Räder übereinander zu stapeln. Sonst könnten sich die unteren Reifen durch den permanenten Druck dauerhaft verformen. Einzelne Reifen lagerst du am besten nebeneinander stehend. Drehe sie alle vier bis sechs Wochen ein Stück, damit sich keine Druckstellen bilden. Die sorgen sonst später für eine sehr unruhige Fahrt und schlechte Bremseigenschaften.  

Wenn du Reifen in der Werkstatt einlagerst

Überprüfe gemeinsam mit dem Werkstattpersonal deine Reifen. Gute Anbieter halten ein Übergabeprotokoll bereit. Dort steht, welchen Zustand und Alter deine Reifen haben und welche Marke, am besten mit Foto. Vereinbare im Vorfeld, ob die Reifen nur montiert und gelagert werden sollen oder du noch eine Reifenwäsche und Auswuchten wünschst. Fürs einfache Einlagern zahlst du in günstigen Werkstätten gerade mal zehn Euro, bei teuren Anbietern bis zu 90 Euro. Plus genannte Extraleistungen können aber daraus in einer teuren Werkstatt schnell über 130 Euro werden.

So kannst du sparen

Winterreifenwechsel in der Werkstatt
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Im Prinzip kannst du bis aufs Auswuchten alles selbst erledigen. Vorausgesetzt, du hast Platz und ein bisschen Geschick. Fürs Auswuchten musst du rund acht Euro pro Rad berechnen. Bei vielen Werkstattketten oder Supermarktwerkstätten geht das auch problemlos ohne Voranmeldung. Willst du alles von der Werkstatt erledigen lassen, fragst du nach Saison- oder Sonderangeboten. Wenn du die Reifen vor Ort kaufst, sind manche Serviceleistungen wie Auswuchten und Lagern mitunter gratis.

Wann musst du die Räder auswuchten lassen?

Eine Vorschrift dafür gibt es nicht. Es empfiehlt sich aber, die Räder vor jeder Montage aufs Auto auszuwuchten. Schon fünf Gramm Unwucht an einem Rad können sich bei der Fahrt durch ein flatterndes Lenkrad oder Vibrationen bemerkbar machen. Räder nutzen sich während einer Saison ungleichmäßig ab, bekommen kleine Bremsplatten und rutschen tatsächlich auf der Felge. Kommen dann noch kleine Beschädigungen an der Felge dazu, entstehen so schnell größere Unwuchten. Das wirkt sich auf die Fahr- und Bremseigenschaften aus und schädigt auf Dauer Buchsen und Lager deines Fahrwerks. Die knapp 12 bis 30 Euro pro Satz Räder sind also regelmäßig gut investiert.

Reifen gar nicht wechseln?

Klingt erstmal abwegig, bietet sich aber an, wenn du besonders im Winter nur sehr selten unterwegs bist, das Auto bei ganz heftigem Schneefall auch mal stehen lassen kannst und schneereiche Bergregionen meidest. Dann kannst du mit Ganzjahres- oder auch Allwetterreifen fahren. Vorteil: Du sparst das Geld für einen zweiten Reifen- beziehungsweise Rädersatz und müssen nicht zweimal pro Jahr die Räder wechseln. Nachteil: Die Ganzjahresreifen sind nur ein Kompromiss für alle Bedingungen. Sie kommen weder im Winter noch im Sommer an die Leistungen und Werte der Spezialreifen heran. Allgemein bremsen sie im Sommer schlechter, haben im Winter weniger Griff, sie verbrauchen mehr Benzin und nutzen sich schneller ab. Trotzdem kannst du als Wenigfahrer vor allem kleinerer Autos sparen.

Fazit

Reifen müssen kühl, trocken und dunkel gelagert werden, damit sie ihre Laufeigenschaften möglichst lange behalten. Das dient der Verkehrssicherheit. Bei genügend Platz kannst du Reifen auch zuhause lagern. Achte vor der Einlagerung darauf, dass die Reifen sauber, trocken und frei von Schäden sind. Lass deine Räder am besten jedes Mal vorm Montieren auswuchten. Das schont dein Autofahrwerk und sorgt für eine ruhige Fahrt.

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Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 15. Oktober 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2019, 02:10 Uhr

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