Was bringen Rabatte und Prämien beim Diesel-Kauf?

14.01.2019 | 02:10 Uhr

Spielzeugauto auf einem 100 Euroschein 1 min
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MDR JUMP Mo 14.01.2019 02:10Uhr 01:07 min

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Üppige "Umtauschprämien" oder auch "Eintauschrabatte" sollen Dieselfahrer dazu bringen, auf ein Auto mit einem sauberen Motor umzusteigen und so auch für bessere Luft zu sorgen. So klingt es zumindest in der Werbung der Hersteller, die bis zu 10.000 Euro bei einem Neuwagenkauf dazu geben wollen. Doch in der Praxis stehen Autokäufer vor einem Prämienwirrwarr, dass sie nur mit Mühe durchdringen können. Wir geben daher Tipps, wie man die Dieselprämien am besten für sich nutzt.

Wer kann die Dieselprämien in Anspruch nehmen?

Die Bundesregierung hat grundsätzlich festgelegt, dass Besitzer von Dieselautos mit den Schadstoffklassen 4 und 5 ihre Fahrzeuge mit Hilfe der Zuschüsse eintauschen können. Die Fahrzeugbesitzer müssen zudem in einer der 14 so genannten "Intensivstädte" oder im direkt angrenzenden Landkreis wohnen oder dort arbeiten. Unter diesen besonders stark belasteten Städten ist aktuell keine einzige Gemeinde aus dem Osten. Zusätzlich haben die Hersteller aber auch noch Dieselprämienangebote, die in ganz Deutschland gültig sind.

Diese Rabattaktion kann ich als Autokäufer also auch in den übrigen Städten und Regionen nutzen.

Johannes Boos, ADAC

Der Automobilclub hat im Netz eine Liste mit allen Rabattangeboten der Hersteller zusammengestellt, um potenziellen Käufer die Suche wenigstens etwas zu vereinfachen. Die ist aktuell sehr schwierig, weil manche Hersteller die Rabatte nicht für alle ihrer Autos oder nur mit verschiedenen Abstufungen gewähren. Einige Hersteller wie Ford oder Opel wiederum wollen auch Prämien für Diesel mit den Schadstoffklassen 1 bis 3 zahlen. Hier hilft tatsächlich nur der Blick ins Kleingedruckte und die ausführliche Nachfrage beim Autohändler. 

Sind die Angebote zeitlich befristet?

Einige der Umtauschangebote sind zeitlich befristet, bei anderen wiederum haben die Hersteller keine Frist gesetzt.

Befristet sind vor allem die regionalen Prämien bei den Aktionen in den Intensivstädten.

Johannes Boos

Dort sollten Autokäufer besonders schnell zum Umstieg ermutigt werden.

Wie viel Geld gibt es?

Die Spanne reicht aktuell von 1.500 Euro bis 10.000 Euro. Wie viel wirklich gezahlt wird, hängt vom Hersteller und oft auch von dem gekauften Modell ab. So gibt es bei VW deutlich weniger, wenn ein Kleinwagen wie der Polo (1.500 Euro) erworben wird. Bei Passat oder Touareg sind es dagegen deutlich höhere Summen (8.000 Euro). In der Berechnung der Dieselprämie spielt zudem noch der Preis des Altautos eine Rolle. Für Euro-4-Diesel kann es dann beispielsweise etwas weniger geben als für Euro-5-Diesel.

Konkret funktioniert das so: Der Restwert ihres alten Autos wird über DAT oder Schwacke ermittelt. Die Prämie vom Hersteller soll dann die Lücke zum Kauf eines neuen Fahrzeugs verkleinern.

Johannes Boos

Mit welcher Strategie kommt man zum besten Angebot?

"Wissen ist Macht" funktioniert als Merksatz für den Diesel-Umtausch prima. Wer weiß, was sein gebrauchter Diesel wert ist, wie hoch die Umtauschprämien der anderen Hersteller und die Preise vergleichbarer Autos der Konkurrenz sind, hat beim Händler immer bessere Karten.

Es gibt Datenbanken für Gebrauchtwagen im Internet, etwa auf der Seite des ADAC. Dort können Sie anhand des Modells, der Erstzulassung und des Kilometerstandes den aktuellen Wert Ihres Gebrauchten abfragen.

Johannes Boos
Autoverkäufer spricht mit einem Kunden
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Das sei ein erster guter Anhaltspunkt für die Umtauschverhandlungen. Denn die Bundesregierung hat nicht gefordert, dass die Hersteller Höchstpreise für alte Diesel zahlen müssen. Die haben hier also Handlungsspielraum und können den Preis des "Alten" drücken. Autokäufer sollten zudem beachten, dass die Umtauschprämien oder -rabatte in der Regel auf den Listenpreis eines Autos gewährt werden. Die inzwischen häufig üblichen Rabatte von teils mehreren tausend Euro werden in der Regel also erstmal nicht gewährt.

Es ist natürlich immer sinnvoll, nach Rabatten und weiteren Preisnachlässen zu fragen. Wer gut verhandelt, bekommt auf die bestehenden Prämienangebote vielleicht trotzdem noch einen zusätzlichen Bonus on top.

Johannes Boos

Das kann neben einem Preisnachlass auch eine Serviceleistung wie ein Reifenwechsel oder eine Inspektion sein.

Welches Auto muss man kaufen?

Das überlässt die Bundesregierung den Autokäufern. Die Autohersteller können die Prämien für neue und auch für gebrauchte Diesel zahlen. Außerdem dürfen die Autofirmen selbst entscheiden, ob sie ihre Angebote nur für saubere Diesel, Elektro- oder Hybridfahrzeuge oder auch für Benziner oder so genannte "schmutzige" Diesel gewähren. Dazu zählen laut Experten Euro-6-Diesel, die im Alltag die Grenzwerte um ein Vielfaches überschreiten.

Wenn Sie in Städten mit einem drohenden Fahrverbot unterwegs sein wollen, ist die neueste Abgasnorm Euro 6d-temp empfehlenswert. Diese Fahrzeuge sind auch im Realbetrieb sauber.

Johannes Boos

Die Abgasnorm 6d-temp ist erst ab September für Neuwagen verbindlich.

Was passiert mit den umgetauschten Dieseln?

Auch das überlässt die Bundesregierung den Herstellern. Einige Hersteller wie Ford, Opel, Mazda oder VW zahlen etwa die Prämien, wenn sehr schmutzige Altautos mit Euro 1 bis 4 (manchmal auch nur bis 3) gleich bei einem zertifizierten Anbieter verschrottet und entsorgt werden. Alternativ können die Gebrauchtdiesel je nach Hersteller auch vom Händler verschrottet werden. Bei jüngeren Dieseln wiederum wollen sich die Hersteller nicht festlegen und könnten diese so auch weiterverkaufen.  

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 14. Januar 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2019, 02:10 Uhr

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