Quicktipp: Schenken ohne Bedenken Geschenke: Wer kriegt was?

Geschenkelimits bei Geschäftspartnern

Kleine Aufmerksamkeiten, mit denen sich ein Geschäftspartner oder Kunde bedankt, sind in der Regel kein Problem. Bei teureren Geschenken gibt es aber einiges zu beachten: Bei Geschenken bis zu 35 Euro gibt es in der Regel keine Probleme. Das akzeptiert auch das Finanzamt als Betriebsausgabe. Höherpreisige Geschenke jedoch können als Bestechung gewertet werden. Das kann dann sowohl eine Abmahnung als auch eine Kündigung zur Folge haben. Daher sollte man solche Geschenke unter Verweis auf die betriebsinternen Richtlinien auch nicht annehmen. Solche Richtlinien gibt es in vielen größeren Unternehmen. Was auch nicht vergessen werden sollte: Wer teure Weihnachtsgeschenke annimmt, muss sie unter Umständen auch versteuern.

Kollegen gleich behandeln

Bei Geschenken für Chefs und Kollegen gibt es keine finanzielle Ober- oder Untergrenze. Es empfiehlt sich jedoch immer, die 'Spielregeln des Schenkens' abzusprechen. Entspannter ist, wenn nicht jeder jedem etwas schenkt. Eine gute Alternative für den Kollegenkreis kann auch das Wichteln sein. Ein Vorgesetzter sollte dann das Preislimit festsetzen. Wer nur seinen engsten Kollegen etwas schenken will, sollte dies allerdings tun, wenn die anderen dabei nicht zusehen. Laut Knigge-Expertin Agnes Jarosch "trumpft Originalität vor Preis". Durch den individuellen Charakter erhält das Geschenk dann seinen Wert.

Keine intimen Geschenke

Kollegen sollte man nichts schenken, was zu sehr in die Privatsphäre reicht. Dazu zählen beispielsweise Parfüms oder Duschgels, aber auch eine Krawatte oder ein Halstuch. Ebenfalls ist es problematisch, etwas zu schenken, das eine Verpflichtung mit sich bringt, "zum Beispiel ein Bild, das der Beschenkte an die Wand hängen muss", so Jarosch.

Hierarchien beachten

Vermieden werden sollte, dem Chef allein etwas zu schenken. Das erweckt schnell den Eindruck, dass man einen Vorteil gegenüber seinen Kollegen erzielen möchte. "Besser ist es, dem Chef zusammen mit den Kollegen etwas zu schenken", so Agnes Jarosch.

Wie reagiert man auf unpassende Geschenke?

Wer ein Weihnachtsgeschenk bekommt, sollte sich dafür in jedem Fall mit einigen lieben Worten bedanken, selbst wenn das Geschenk nicht ganz gefällt. Alle Jahre wieder finden sich unter dem Gabentisch nicht nur Geschenke, über die man sich freut: Die Farbe des Pullis steht einem nicht, Oma schenkt wieder einmal Stofftaschentücher, die man nie benutzt und ein Kollege reicht Weißwein, obwohl man nur Roten trinkt. Doch wie reagiert man richtig darauf?

Zeichen der Wertschätzung

Ein Geschenk ist eine freiwillige Gabe, alleine das verdient schon gebührende Anerkennung. Wer schenkt, möchte uns nicht in erster Linie materiell bereichern, sondern er möchte seine Wertschätzung für uns als Person zum Ausdruck bringen und so die Beziehung zum Beschenkten fördern. Das, so meint Agnes Jarosch vom Knigge-Rat, sollte man auch dann würdigen, wenn das Mittel dazu selbst keine Begeisterung auslöst.

Freundlich bleiben

Eine Frau und ein Mann sitzen mit ihren Weihnachtsgeschenken auf dem Sofa und spielen sich Freude vor. Er hält ein paar graue Socken hoch, sie hält auf ihrem Schoß einen Toaster.
Bildrechte: IMAGO

Weil bei Weihnachtsgeschenken vor allem die Geste zählt, darf man nach Ansicht Jaroschs sich auch einmal mit einer Notlüge aushelfen oder nicht erwähnen, dass das Geschenk eigentlich nicht ganz richtig passt. Wer beispielsweise Wein von einem Geschäftspartner für die gute Zusammenarbeit bekommt, sollte nicht etwa sagen, dass er keinen Alkohol trinke. Schon alleine, dass man bedacht wurde, verdient Freundlichkeit. "Da zählt die gute Geste und der Erhalt der Geschäftsbeziehungen mehr als das eigentliche Geschenk."

Aus diesem Grund ist es auch in Ordnung, wenn man etwa der Oma, die den Geschmack des geliebten Enkels doch ein klein wenig verfehlt hat, durch Beschäftigung mit dem Geschenk Freude vorzuspielen. Denn eigentlich geht es um Anerkennung. Wer partout nichts mit dem Weihnachtsgeschenk anfangen kann, kann es ja später wieder diskret verkaufen.

Der beste Weg: Taktgefühl

"Gute Freundschaften sollten die Wahrheit verkraften", meint Benimm-Expertin Jarosch allerdings auch. So gilt: Je besser man sich kennt, desto eher kann man sagen, wenn einem etwas nicht behagt. Dabei macht der Ton die Musik. Diplomatisch und zugleich ehrlich kann man etwa so vorgehen: Zunächst etwas Positives an dem Geschenk betonen. Zum Beispiel: "Vielen Dank! Der Pullover ist wunderbar flauschig!" Danach ist behutsame Kritik möglich. Sogenannte "Du-Botschaften", wie "Du weißt nicht, was mir gefällt!", sollte man tunlichst vermeiden, denn sie kommen schnell als Angriff an. Es ist geschickter, stattdessen über die eigenen Bedürfnisse zu sprechen und darüber, dass ein Geschenk denen möglicherweise nicht entspricht. "Schlussendlich empfiehlt es sich auch immer, den Kassenzettel aufzubewahren, um ein Geschenk ggf. wieder umzutauschen", so die Expertin.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 12. Dezember 2017 | 13:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2017, 10:04 Uhr

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