So bekommst du den perfekten Weihnachtsbaum

Viele Weihnachtsbäume stehen zum Verkauf. 1 min
Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Umschau-Quicktipp Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum

MDR JUMP Di 11.12.2018 02:10Uhr 01:04 min

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Oh Tannenbaum: Endlich kommst Du wieder in unsere Häuser und Stuben. Glitzern sollst Du und funkeln und uns weihnachtliche Stimmung bringen. Aber: Wie geht’s Tanne, Fichte und Co. nach der großen Hitze und Trockenheit in diesem Jahr? Was kosten die Bäume und wo bekommst du die besten? Antworten gibt es von der Geschäftsführerin des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger (bvwe), Saskia Blümel. 

Wo kaufst du den Baum?

Es gibt im Prinzip vier Möglichkeiten, an einen Weihnachtsbaum zu kommen:

Auf einem Tisch steht ein kleiner Weihnachtsbaum in einem Baumständer.
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  • Bau- oder Gartenmarkt: Du hast eine große Auswahl, meist gestaffelt in drei bis vier Größengruppen. Du kannst wählen, ob du einen Baum ohne oder mit Wurzelballen kaufst und in den meisten Fällen kannst du dir den Baum vorm Verpacken ins Netz in seiner ganzen Schönheit anschauen. Kleiner Nachteil: Es kann sein, dass wegen der großen Abnahmemengen der Märkte einzelne Bäume schon zwei bis drei Wochen im Markt stehen. Die sind also nicht mehr ganz so frisch.
  • Straßenverkauf: Meist sind die eingezäunten Märkte auf Parkplätzen vom Einkaufscenter zu finden. Die Auswahl ist begrenzt, manchmal sind die Bäume unsortiert. Das macht die Suche nach dem richtigen Baum schwierig. Und die Plätze sind oft schlecht beleuchtet, das erschwert den Kauf in den Abendstunden. Vorteil: Die mobilen Händler bekommen fast täglich neue Ware. Die Bäume sind in der Regel sehr frisch.
  • Tannenhof und Waldparzelle: Der Baum direkt vom Erzeuger ist der frischeste. Wenn du magst, kannst du den Baum auch noch selbst schlagen. „Dieser Trend, sich so mit Familie bei Glühwein Kakao und Keksen den Baum zu besorgen, setzt sich immer mehr durch“, sagt unsere Expertin. Kleiner Nachteil: Die Bäume sind in der Regel etwas teurer als im großen Markt. Vorteil: Das Erlebnis an sich.
  • Onlinekauf: Fast alle großen Onlinemärkte bieten Weihnachtsbäume an. Auch Baumärkte mischen beim Onlineverkauf mit. Preislich gibt es keine großen Unterschiede zum Direktkauf. Größter Nachteil: Du kannst zwar die Länge des Baumes bestimmen, aber nicht den Umfang und die Dichte von Zweigen und Nadeln sehen.

Besonderheiten beim Onlinekauf

Weihnachtsbäume im Versand gelten als verderbliche Ware. Du kannst den Baum deshalb nicht zurückschicken, falls er dir nicht gefällt. Du solltest unbedingt einen Liefertermin ausmachen, an dem du bestimmt zu Hause bist. Denn kommt der Baumbote umsonst, musst du zur Post und den Baum doch selbst ins Auto packen. In verschiedenen Tests der letzten Jahre gab es fast keine Beanstandungen bei den Onlinehändlern. Sie liefern durchweg gute bis sehr gute Ware und halten sich an ihr Lieferversprechen. Achtung: Bei den meisten Händlern kannst du bis zum 17.12. bestellen. Einzelne Händler nehmen noch bis zum 20.12. Bestellungen an und garantieren eine pünktliche Lieferung zum Fest. Gegenüber dem Direktkauf sparst du im Netz kaum, im Gegenteil: Bei den meisten Händlern kommen noch Liefergebühren von rund zehn Euro dazu. Laut unserer Expertin kaufen die meisten ihren Baum ohnehin lieber vor Ort:

Laut unseren Daten liegt der Anteil der Onlineverkäufe derzeit zwischen einem und maximal drei Prozent vom Gesamtumsatz.

Saskia Blümel, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger

 

Was kosten die Bäume 2018?

Rund 27 Millionen Bäume sollen dieses Jahr verkauft werden.

Der beliebteste Baum dabei ist mit 80 Prozent Anteil nach wie vor die Nordmanntanne. Hier können Sie bei der A-Qualität mit Preisen von 18 bis 24 Euro für den laufenden Meter Baum rechnen.

Weihnachtsbaumerzeugerin Saskia Blümel

Für die A-Qualität bei der Blaufichte zahlst du zwischen zehn und sechzehn Euro pro laufenden Meter, bei der Rotfichte sind es zwischen sechs und zehn Euro.

Insgesamt müssen Sie mit einer leichten Preissteigerung zwischen 50 Cent und einem Euro pro Meter rechnen. 

Saskia Blümel

Welche Rolle spielt die Trockenheit 2018?

Die extreme Trockenheit betrifft eher die in diesem Jahr frisch gepflanzten Bäume. Da es zwischen vier und zehn Jahre dauert, eh die Bäume gefällt und verkauft werden, wirkt sich das aktuell nicht auf den Preis aus. Es gibt aber regional große Unterschiede.

Gerade in den Gegenden mit einem sehr sandigen Boden haben auch die großen Bäume schon arg gelitten. Manche Erzeuger mussten sogar bewässern. Und das kann sich auf den Preis auswirken.

Eine Preisexplosion in den nächsten Jahren ist aber nicht zu erwarten, da viele Erzeuger aktuell schon wieder Bäume nachgepflanzt haben.

Was solltest du vorm und beim Baumkauf beachten?

Auch wenn du glaubst, es zu wissen: Miss lieber nochmal in der Stube, wieviel Platz du wirklich für den Baum hast. Kaufe den Baum nicht verpackt im Netz. Jeder gute Verkäufer wird dir den Baum auspacken und dann auch wieder ins Netzt stecken. So bist du vor bösen Überraschungen sicher. Achte auf geraden Wuchs, eine gleichmäßige und möglichst dichte Verteilung von Ästen und Nadeln. Merke: Entfernen lässt sich immer was. Streiche ruhig mal mit der Hand über die Nadeln, es sollten nur wenige ausfallen. Achte beim Transport darauf, dass der Baum möglichst lange kühl unterwegs ist. Morgens kaufen und am Tag im beheizten Firmenlager unterstellen, ist keine gute Idee. 

Wie behandelst du den Baum bis zum Fest?

Damit du noch genügend Auswahl, aber gleichzeitig nicht soviel Lagerzeit bis zum heiligen Abend hast, empfiehlt unsere Expertin:

Die beste Zeit zum Kauf ist zwischen dem zweiten und dritten Adventswochenende. Die Bäume halten die Zeit bis Weihnachten locker durch.

Allerdings sollten sie dazu kühl, dunkel, windgeschützt und in einem Eimer mit Wasser stehen. Pro laufenden Meter braucht ein Baum etwa einen Liter Wasser pro Tag. Einen Tag vor dem Schmücken solltest du den Baum auspacken, damit sich die Äste wieder entfalten können. Schneide den Stamm am besten nochmal zwei bis drei Zentimeter ab und stelle den Baum in einen Ständer mit Wasserbehälter. Zucker und Blumenfrisch im Wasser können nicht schaden. Wichtig: Der Baum sollte täglich gegossen werden und möglichst nicht in der Nähe von Heizung oder Ofen stehen.

Was musst du beim Baum im Topf beachten?

Weihnachtsbäume mit Wurzelballen kosten nicht wesentlich mehr. Es gibt sie aber in der Regel nur bis zu einer Höhe von 80 bis 100 Zentimetern. Die Bäume sollten vor dem Fest nach Anleitung mit Wasser versorgt werden. Lass dir vom Händler erklären, wann du den Baum nach Weihnachten am besten einpflanzt. Es gibt auch Händler, die dir einen Baum im Topf über Weihnachten leihen, ihn währen des Jahres pflegen und dir zum nächsten Weihnachtsfest wieder den gleichen Baum ausleihen. Dann bist aber schnell mit 60 bis 100 Euro für Baum und die gesamte Logistik pro Jahr dabei.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 12. Dezember 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 02:10 Uhr