Wasserschaden in der Wohnung: Wer zahlt?

07.02.2020 | 02:10 Uhr

Erste Maßnahme: Vermieter informieren

Wer in seiner Wohnung einen Wasserschaden bemerkt, sollte natürlich zuerst den Strom abstellen, versuchen, die Quelle zu finden und, wenn möglich, das Wasser abzustellen. Das ist in der Regel aber nur dann möglich, wenn beispielsweise eine defekte Waschmaschine die Ursache ist. In vielen Fällen ist es gar nicht möglich zu sehen, wo das Wasser genau herkommt. Deshalb sollte generell immer unverzüglich der Vermieter über den Wasserschaden informiert werden, damit er gegebenenfalls Handwerker beauftragen kann, das Wasser zu stoppen und später auch die Renovierung der Wohnung in Auftrag geben kann. Die Nachricht kann auch an die Hausverwaltung oder den Hausmeister übermittelt werden, da diese direkt mit dem Vermieter in Kontakt stehen. Um den Schaden zu dokumentieren, ist es ratsam, Fotos zu machen und dem Vermieter direkt mitzuschicken. Das erspart längere Erklärungen – ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte.

Wer den Schaden verantwortet, muss zahlen

Aktenmappe zum Thema Haftpflicht.
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Wohnung trocknen und renovieren, neue Möbel und Teppich kaufen – ein Wasserschaden geht ziemlich ins Geld. Zahlen muss in der Regel derjenige, der dafür verantwortlich ist. Ist ein Schaden an Wohnung oder Gebäude für den Wassereinbruch verantwortlich, dann zahlt meist die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sanitäre Anlagen defekt sind oder auch, wenn es in der leerstehenden, ungeheizten Wohnung nebenan zu einem Wasserrohrbruch kommt. Hat ein Nachbar den Wasserschaden verursacht, zum Beispiel weil seine Waschmaschine defekt war, dann übernimmt in der Regel seine Privathaftpflicht die Kosten. Verursacht man selbst einen Wasserschaden in der eigenen Wohnung und werden dadurch Möbel beschädigt, dann zahlt in diesen Fällen normalerweise die eigene Hausratsversicherung. Hierbei lohnt es sich, die genauen Klauseln im Versicherungsvertrag nachzulesen. Ist der Wasserschaden die Folge eines Naturereignisses, also beispielsweise einer Überschwemmung oder eines Hochwassers, kommt die Elementarversicherung des Hausbesitzers dafür auf.

Versicherungen zahlen nicht bei Fahrlässigkeit

Wie so oft, kann auch bei Wasserschäden grobe Fahrlässigkeit ein Ausschlusskriterium für die Kostenübernahme durch Versicherungen sein. Wer beispielsweise die Zuleitung zur Waschmaschine ohne Aquastop-Vorrichtung permanent geöffnet lässt, der handelt fahrlässig und wird bei einem Wasserschaden möglicherweise Probleme mit der Versicherung bekommen.

Mietminderung bei Wasserschaden ist gerechtfertigt

Ist die Ursache gefunden und eingedämmt, geht es an die Beseitigung der Schäden in der Wohnung. Meistens müssen Trocknungs- und Lüftungsgeräte gestellt werden, die das nasse Gemäuer professionell austrocknen und somit auch zusätzliche Schimmelbildung vermeiden sollen. Oft müssen die Geräte mehrere Tage bis hin zu Wochen laufen, idealerweise ununterbrochen. Die Lärmbelästigung ist nicht zu unterschätzen, zudem nehmen die Geräte viel Platz ein, was dazu führt, dass die betroffenen Räume nicht mehr oder nur noch eingeschränkt genutzt werden können. Aus diesen Gründen ist eine zeitweise Mietminderung angebracht. Wie hoch diese Mietminderung ausfallen darf, ist immer vom Einzelfall abhängig. Mietrechtsexperten raten, dem Vermieter eine begründete Summe vorzuschlagen und sich auf einen Kompromiss zu einigen. Im Härtefall muss der Minderungsanspruch vor Gericht ausgefochten werden. Wer nicht weiß, wie er die Mietminderung beziffern soll, kann sich bei Mietervereinen erkundigen und für den Einzelfall einen Vorschlag machen lassen.

Stromanbieter über Schaden informieren

Stromzähler
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Die Stromkosten, die durch das Betreiben der Trocknungsgeräte anfallen, sind nicht unerheblich. Mehr als 100 Euro pro Woche sind keine Seltenheit. Diese Kosten muss natürlich auch der Schadenverursacher übernehmen. Moderne Trocknungsgeräte haben dafür einen Zwischenzähler eingebaut, der am Ende die Abrechnung für den Mieter erleichtert. Wichtig ist, den eigenen Stromanbieter über den Wasserschaden zu informieren, damit bei der nächsten Abrechnung der Mehrverbrauch nicht zur neuen Berechnungsgrundlage wird und die monatlichen Abschläge unverhältnismäßig erhöht werden. Einige Stromanbieter verlangen dafür eine Bestätigung vom Vermieter, dass ein Wasserschaden vorgelegen hat.

Punktuelle Renovierung nicht zulässig

Ist alles wieder getrocknet, steht der letzte Schritt der Schadensbeseitigung an: die Renovierung. Verputzen, tapezieren, malern, Fußboden verlegen – egal, welche Arbeiten notwendig sind, die Kosten dafür müssen vom Verantwortlichen übernommen werden, und auch zerstörte elektrische Geräte oder Möbel können auf dessen Rechnung ersetzt werden. Die Ausgaben des Vermieters dafür auf den Mieter umzulegen, ist unzulässig, denn es handelt sich nicht um Schönheitsreparaturen. Bei der Renovierung ist es auch nicht zulässig, den Schaden punktuell auszubessern, sondern es muss am Ende wieder ein einheitliches Gesamtbild entstehen, ohne, dass man beispielsweise farbliche Unterschiede erkennen kann. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 07. Februar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2020, 02:10 Uhr

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