Quicktipp Wann tankt man am günstigsten?

17.05.2018 | 02:10 Uhr

Wann tankt man am günstigsten?

Verschiedene Studien haben inzwischen die Schwankungen der Spritpreise untersucht. Wichtige Erkenntnisse liefern dabei beispielsweise die Studie des Rheinisch-Westfälischen Institutes für Wirtschaftsforschung, der Bericht der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts oder ein Test des ADAC. Die Ergebnisse sind bei fast allen Studien gleich: Nachts und morgens bis 5.00 Uhr sind die Preise sehr hoch. Am günstigsten ist es zwischen 18 und 22 Uhr. Warum das so ist, erklärt Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip:

Wenn die Leute wenig Zeit haben und direkt an die erste Tankstelle müssen, die sie sehen, dann wird es teuer. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ich früh auf Arbeit muss. Abends habe ich Zeit für Umwege und kann gezielt nach günstigen Alternativen suchen.

Zwei Uhren, die markieren wann es besonders günstig und wann besonders teuer ist, zu tanken
Bildrechte: Colourbox.de/MDR JUMP

Bei den Wochentagen gibt es unterschiedliche Ergebnisse, aber eine gemeinsame Tendenz. Laut den Studien sind die Spritpreise am Freitagabend und am Wochenende höher als in der Woche.

Wo tankt man günstig?

Allgemein können freie und Supermarkt-Tankstellen Sprit häufig günstiger anbieten als große Markentankstellen. Diese sind nach einer Faustregel etwa 2 Cent pro Liter günstiger als die Stationen bekannter Mineralölkonzerne. Das liege beispielsweise am eingeschränkten Serviceangebot bei diesen Tankstellen, so Tenhagen. Günstigere Markentankstellen sind laut RWI und der Spritpreis-App von Clever-Tanken HEM, Jet und Star. Am teuersten sind demnach Aral und Shell sowie Esso und Total.

Lohnt sich ein Umweg?

In einigen Fällen kann es sich lohnen, aufgrund des günstigeren Spritpreises einen Umweg zu fahren. Zum einen lässt sich im Nachbarland of günstig tanken: „In verschiedenen Nachbarländern entfällt die Mehrwertsteuer, so dass der Sprit dort günstiger ist,“ sagt unser Experte von Finanztip. Das trifft zum Beispiel auf Polen zu.  Auch der Weg nach Luxemburg oder Österreich kann sich auszahlen. So lassen sich bei E10 gut und gern 10 bis 20 Cent pro Liter sparen. Pro Tank sind das etwa 5 Euro. „Das muss jeder für sich entscheiden, ob sich das lohnt. Wer die Fahrt gleich als Ausflug nutzt und dann im Nachbarland noch günstig einkauft, kann so natürlich Geld sparen“, so Tenhagen. Bei Diesel-Fahrzeugen lohnt sich ein extra Umweg allerdings nur selten, die Preise ähneln sich in unseren Nachbarländern. Vorsicht: Zusätzliche Kanister darf man nicht unbegrenzt füllen und über die Grenze bringen.

Zum anderen kann man häufig sparen, indem man von der Autobahn abfährt: Immerhin ist es nichts Neues, dass der Sprit an Autobahn-Tankstellen besonders teuer ist. Wenn das Navi eine Tankstelle oder einen Autohof in der Nähe anzeigt, lohnt sich ein Umweg in der Regel. „Auch hier gilt: Gut und gerne 5 Euro kann man bei einem vollen Tank sparen. Ob ich deswegen einen Umweg fahre, hängt davon ab, wie viel Zeit ich habe, wie weit die nächste Tankstelle entfernt ist und wie leer der Tank ist“, sagt Tenhagen.

Wie finde ich die billigste Tankstelle?

Ein Smartphone zeigt Benzinpreise
Bildrechte: IMAGO

Online und per App gibt es inzwischen viele Anbieter, die Verbrauchern aktuelle Benzinpreise von Tankstellen in der Nähe oder gar von ganzen Streckenabschnitten zur Verfügung stellen. Die Anbieter erhalten die Preisdaten direkt von der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts. Die Behörde wiederum bekommt die Preise von den Tankstellen in Echtzeit. „Die Daten sind daher bei jeder App gleich. Die Angebote unterscheiden sich lediglich in der Benutzerfreundlichkeit. Da muss jeder für sich gucken, womit er am besten zurechtkommt,“ fasst Tenhagen zusammen.

Fazit

Beim Tanken lässt sich mit wenig Aufwand sparen. Laut verschiedenen Studien ist der Spritpreis zwischen 18 und 20 Uhr am günstigsten, in der Nacht dagegen besonders hoch. Auch lohnt es sich, in der Woche zu tanken, da die Preise ab Freitag und an Feiertagen hochklettern. Unabhängig von der Zeit können Autofahrer Geld sparen, indem sie nach bestimmten Anbietern Ausschau halten: Markentankstellen sind tendenziell teurer, freie und Supermarkttankstellen dagegen rund zwei Cent günstiger. Verschiedene Anbieter bieten inzwischen auch Apps an, die minutengenau die Preise (und die Entwicklung des Preises innerhalb eines Tages) bei Tankstellen in der Nähe aufzeigen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 17. Mai 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2018, 02:10 Uhr

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