Quicktipp: Fotos im Urlaub Bei diesen Bildern könnte es teuer werden

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Umschau-Quicktipp Fotos im Urlaub

Fotos im Urlaub

MDR JUMP Do 06.07.2017 02:10Uhr 02:01 min

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Ohne gute Fotos ist für die meisten der Urlaub nicht komplett: Die Liebsten vor dem Eiffelturm, ein Selfie am Kolosseum, mit der Frau vor der Kleinen Meerjungfrau. Nach dem Urlaub werden die Bilder dann auf Facebook, Instagram und Co. hochgeladen. Allerdings darf nicht jedes Foto ins Internet gestellt werden. Im Ernstfall droht teurer Ärger auch aus dem Ausland.

Schadenersatz

Viele der bei Touristen beliebten Sehenswürdigkeiten, Schlösser, Bilder oder Skulpturen in Deutschland und in beliebten Urlaubsländern sind urheberrechtlich geschützt. Das heißt vereinfacht gesagt: Fotos mit diesen Motiven dürfen nicht im Internet verbreitet werden. Sonst droht eine teure Abmahnung vom Anwalt. „Das wäre etwa in Deutschland so: Da meldet sich ein Anwalt, sagt, was Sie falsch gemacht haben. Sie müssen dann versprechen, dass Sie das nicht wieder tun“, sagt der Leipziger Anwalt für Urheberrecht Kilian Springer. Zudem werde in der Regel noch Schadenersatz fällig. Der kann je nach Motiv und Land mehrere hundert Euro betragen, in Einzelfällen wird es noch teurer. Immerhin: Im Gefängnis landet kein Tourist, auch wenn er die Regeln für Fotos verletzt.

Draußen fotografieren meist erlaubt…

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Allerdings haben die meisten Länder ein Herz für Touristen und ihre Fotos. In Deutschland etwa, in Frankreich, Belgien, Spanien, Polen, Ungarn, der Türkei oder auch Ägypten gilt die so genannte Panoramafreiheit. Kilian Springer erläutert: „Wenn ich draußen bin, darf ich die Dinge fotografieren, die ich auch sehen darf. Und die auch fest stehen. Also Kunstwerke, Bauwerke, Museen.“ Fotos von diesen Motiven dürfen nach dem Urlaub auch übers Internet geteilt werden. Ausgenommen von der Panoramafreiheit sind kurzzeitige Installationen wie etwa die Verhüllung des Reichstags durch Christo und Jeanne-Claude.

…allerdings mit Einschränkungen

Für Fotos von einer Drohne aus gilt die Panoramafreiheit nicht. „Wenn ich etwa über ein Schloss fliege, dann sehe ich Dinge, die normalerweise aus dem öffentlichen Raum, von der Straße sonst nicht einsehbar sind“, sagt unser Experte. Urlauber sollten zudem wissen, dass gerade in beliebten Urlaubsländern wie Italien und Griechenland die generelle Foto-Erlaubnis gar nicht gilt. Dort können Touristen also nicht darauf vertrauen, eines der vielen antiken Bauwerke fotografieren zu dürfen. „Da ist zudem das Problem: Meist sind die antiken Stätten von Privatgrundstücken umgeben. Das heißt: Von weit weg fotografieren ist okay“, sagt Kilian Springer. Für Fotos aus der Nähe gelte dann das jeweilige Hausrecht für das Bauwerk oder die antike Stätte. Danach könnten Fotos untersagt sein.

Kein Selfie!

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Das so genannte Hausrecht ausüben dürfen auch Museen. Der Louvre in Paris kann also Fotos von der Mona Lisa grundsätzlich untersagen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man das berühmte Gemälde direkt fotografiert oder sich für ein Selfie davor stellt. Außerdem zählt in diesem Fall nicht, dass an Kunstwerken 70 Jahre nach dem Tod des Machers das Urheberrecht entfällt. Diese Werke dürften also rein theoretisch fotografiert und die Bilder auch geteilt werden. Hängt oder steht Kunst aber in einem Museum, geht das Hausrecht vor. Werden Urlauber beim verbotenen Fotografieren erwischt, darf der Sicherheitsdienst Handy oder Digicam auch kontrollieren. „Sie haben zumindest die Möglichkeit, Sie zu bitten, dass Sie die Fotos löschen. Sie dürfen aber nicht die Speicherkarte oder das Handy einziehen, das sind alles polizeiliche Maßnahmen“, sagt Kilian Springer.

Privatnutzung meist kein Problem

Unser Experte weiß aus seinem Berufsalltag aber auch: In den meisten Fällen müssen sich Urlauber keine Sorgen machen - selbst wenn sie Fotos von Bauwerken oder Kunst im Ausland machen, bei denen das nicht erlaubt ist. Verfolgt werden meist nur die Fälle, in denen jemand diese Fotos auf Tassen oder T-Shirts druckt.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 06.07.2017 | 9:20 Uhr