Entlasten Saugroboter bei der Hausarbeit?

11.07.2018 | 02:10 Uhr

Saugroboter 2 min
Bildrechte: Colourbox.de

Umschau-Quicktipp Saugroboter

Saugroboter

MDR JUMP Mi 11.07.2018 02:10Uhr 02:13 min

Audio herunterladen [MP3 | 2 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 4,1 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/thema/quicktipp/quicktipp-staubsauger-roboter-110.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Die Saugtechnik

Alle gängigen Saugroboter fangen den Staub an der Geräteunterseite mit einer Düse auf. "Ganz einfache Modelle haben nur die Düse. Bei besseren Geräten wird der Staub mittels Bürstenrollen zur Düse befördert und bei einigen Modellen sorgen Hartgummiwalzen für einen noch besseren Transport des Staubs zur Düse", erklärt Fachredakteur Rian Voß vom Computer- und Technikmagazin CHIP. Hast du allerdings in deiner Wohnung spitze Winkel in einigen Zimmerecken, kommen die Roboter schon an ihre Grenzen.

Die Orientierung

Günstige Modelle fahren einfach kreuz und quer durch den Raum und saugen per Zufall. Der Nachteil dabei: Die Roboter fahren oft mehrfach über die gleichen Stellen. Sie brauchen am längsten, um einen Raum wirklich flächendeckend abzusaugen.

Teurere Modelle sind mit Kameras ausgestattet und orientieren sich so im Raum. Oft arbeiten sie in parallelen Bahnen und sind so strukturierter unterwegs. Nachteil bei diesen Modellen: Sie finden sich im Dunkeln oft schlechter zurecht. Diese Geräte nachts arbeiten zu lassen, funktioniert also nur eingeschränkt.

Die teuersten und oft auch besten Saugroboter arbeiten mit einem Scanner. "Diese Geräte erfassen damit ihre Umgebung und legen so eine Karte vom Raum an, die sie dann nach und nach abarbeiten", erklärt Rian Voß von CHIP. Im Normalfall hat jeder Saugroboter an Unter- und Außenseite mehrere Sensoren, mit denen Absätze, Treppen und Schwellen erfasst und umfahren werden können. Für ganz sensible Bereiche geben viele Hersteller Magnetbänder oder Magnettürmchen mit. Damit kannst du im Raum diese Stellen absperren und den Sauger daran vorbei leiten.

Die Reinigungsleistung

Umschau Quicktipp - Staubsaugroboter
Bildrechte: Colourbox

Die meisten Modelle sind mit einer Saugleistung von rund 20 bis 40 Watt eher schwach motorisiert. Im aktuellsten Test der Stiftung Warentest vom Herbst 2017 kommen Modelle für 700 bis 1.000 Euro bei festen Böden auf eine Saugleistung von bis zu 80 Prozent eines normalen Bodenstaubsaugers. Bei Teppichen schaffen selbst die teuersten Roboter nur rund 50 Prozent. Für einen staubfreien Boden mit Laminat oder Fliesen oder einen kurzflorigen Teppichboden reicht die Leistung der Roboter in der Regel aber aus. Möbel, dicke Teppiche und auch schon ein normales Tischbein können die Arbeit der Geräte erschweren, bei einigen Modellen sogar stark behindern. Langflorige Teppiche sind für Saugroboter so problematisch zu befahren, dass die schwache Leistung dort erst gar nicht zum Tragen kommt. Gute Modelle erkennen den Unterschied zwischen hartem Boden und Teppich und können ihre Saugleistung selbständig erhöhen beziehungsweise senken. Um Ihren Job zu erledigen, brauchen die meisten Sauger enorm lange. Eine halbe bis eine ganz Stunde für einen 20 Quadratmeter-Raum, den Hausfrau und -mann in gut fünf Minuten schaffen würden, sind durchaus normal.

Reinigungsqualität

Billige Modelle fahren im selben Modus alle Flächen ab. Was liegen bleibt, bleibt liegen. "Die hochwertigen Geräte haben Schmutzsensoren. Die merken, wenn noch Schmutz da ist und schalten dann in einen Spotmodus, fahren also den betreffenden Quadratmeter nochmal ab", erläutert unser Experte. Allerdings machen diese Modelle das jeweils nur einmal. Was dann noch liegen bleibt, das erfassen auch die teuren Roboter nicht.

Die Akkuleistung

Die preiswertesten Modelle haben in der Regel die schwächsten Akkus. Eine gute Stunde halten die meisten dennoch durch und fahren auch selbstständig zu ihrer Station um sich dann dort rund vier Stunden aufzuladen.

Gewicht, Beweglichkeit und Höhe

Schwere Roboter haben oft mehr Technik an Bord. Das kann problematisch werden, wenn so ein Gerät an einer Teppichkante hängen bleibt und den Teppich hochschiebt. "Die Geräte schaffen sich so quasi selbst eine Barriere, die sie beim Reinigen dann behindert", sagt unser Experte. Während billige Modelle oft schon an niedrigen Kanten oder Kabeln scheitern, übersteigen die teuren Roboter problemlos Kanten von bis zu zwei Zentimetern. Eine Türschwelle von vier Zentimetern stellt aber für die meisten Sauger ein unüberwindbares Hindernis dar. Wohnst du also im Altbau oder Bauernhaus, musst du dem kleinen Sauger immer wieder auf die Sprünge helfen, wenn er von Raum zu Raum geht. Achte beim Kauf deines Modells auf die Höhe des Gerätes und darauf, wie viel Platz unter deinen Möbeln ist und der Sauger da auch drunter kommt.

Extras

In der Regel gilt: Je teurer der Sauger, desto mehr kann er auch. Bei manchen Geräten ab 300 Euro lässt sich ein Wochensaugplan erstellen, andere lassen sich gar mit Fernbedienung oder per App steuern.

Die Kosten

Im Test der Stiftung Warentest vom Herbst 2017 wurde nur ein Saugroboter mit gut beurteilt. Und der kostet circa 700 Euro.

Aktuell haben die Hersteller ihre Preise aber deutlich gesenkt. "Gute Mittelklassesauger, die vergangenes Jahr noch rund 500 Euro gekostet haben, bekommen Sie jetzt für 360 Euro bis 420 Euro", so Rian Voß. Ganz einfache Sauger gibt es schon ab 90 Euro. Die saugen dann aber planlos hin und her und haben oft eine niedrigere Reinigungsleistung.

Achtung Allergiker!

Die Roboter pusten trotz entsprechender Filter vielmehr Staubpartikel in die Luft als herkömmliche Bodensauger. Bei einer Hausstauballergie oder bei gesundheitlich angeschlagenen Personen im Haushalt, kann das problematisch werden.

Saugroboter mit Wischfunktion

Neben normalen Saugrobotern gibt es auch welche mit Wischfunktion. Diese Geräte kosten ab 200 Euro. Zur Saugfunktion gibt es noch einen Wassertank, der oft nur 150 bis 200 Milliliter Wasser fasst. Das kommt dann aus kleinen Düsen auf der Geräteunterseite und befeuchtet den Boden. Ein angebrachtes Pad reinigt und trocknet den Boden wieder ab. Bei eingetrocknetem oder gröberem Schmutz kommen die Geräte allerdings an ihre Grenzen. Die Haltbarkeit der Pads ist begrenzt, die Folgekosten sind nicht unerheblich.

Fazit

Hochwertige Saugroboter sind bei entsprechenden Voraussetzungen der Fußböden eine mögliche Ergänzung zum Staubsaugen per Hand. Bei einem komplizierten Wohnungsgrundriss, Türschwellen, Treppenstufen oder vielen Möbel in den Räumen kommen Saugroboter schnell an ihre Grenzen. Sie sind dann allenfalls ein nettes Spielzeug und kein Garant für eine staubfreie Wohnung. Wenn du ein halbwegs ordentliches Saugergebnis erwartest und einen Sauger der möglichst selbständig arbeitet, musst du viel Geld ausgeben. Auch Saug-Wisch-Roboter sind allenfalls eine Ergänzung zum normalen Reinigungsprogramm. Denn einen richtigen Staubsauger und eine normale Bodenreinigung mit dem Wischmopp können die Geräte trotz hoher Anschaffungskosten (noch) nicht ersetzen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 11. Juli 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps