Spielkonsole kaufen: Welche ist die Richtige für mich und meine Familie?

16.11.2018 | 02:10 Uhr

Playstation-Controller 1 min
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MDR JUMP Fr 16.11.2018 02:10Uhr 01:03 min

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Spielkonsolen stehen bei vielen ganz oben auf den Einkaufszetteln für Weihnachten. Käufer haben die Wahl zwischen drei Systemen: Nintendo Switch, Playstation 4 (PS4) oder Xbox One. Von den letzten beiden gibt es zudem zwei Ableger mit deutlich mehr Rechenpower. Die Wahl für eine der Konsolen hängt von den eigenen Vorlieben, den Spielgewohnheiten und auch vom vorhandenen Flachbildfernseher ab. Wir geben mit Jasmin Gerhardt von RETRO Games aus Leipzig Tipps für die Entscheidung.

Konsolen von drei Herstellern

Aktuell gibt es von Nintendo, Sony und Microsoft Spielekonsolen. Nintendo verkauft die Switch (2017 veröffentlicht) für rund 300 Euro. Die legt Wert vorrangig auf kreative Spiele-Ideen und den mobilen Einsatz unterwegs, weniger auf herausragende Grafik. Für rund 200 Euro gibt es von Microsoft die Spielekonsole Xbox One S, für 250 Euro wird die technisch vergleichbare Playstation 4 Slim von Sony verkauft. Auf beiden laufen Spiele mit sehr hoher Auflösung wie "Red Dead Redemption 2" oder "Uncharted: A Thief‘s End", die mit ihrem Realismus schon fast an Kinofilme herankommen. Sony und Microsoft haben zudem mit der PS4 Pro (seit Ende 2016 erhältlich, ab 400 Euro) und der Xbox One X (seit Ende 2017 erhältlich, ab 450 Euro) noch zwei leistungsstärkere Varianten ihrer Spielkonsolen auf dem Markt. Diese haben vereinfacht gesagt leistungsstärkere Prozessoren, die Spiele in noch schönerer und flüssigerer Grafik zeigen als die günstigeren Konsolen der beiden Hersteller.

Für Familien mit Kindern…

Ausschnitt aus "Super Mario Odyssey"
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Nintendos Konsole Switch ist aus Sicht unserer Expertin die erste Wahl, wenn Kinder und Familien beschenkt werden sollen. Die Switch punktet unter anderem mit einem großen Angebot an gewaltfreien und kindgerechten Spielen: "Für Familien gibt es Mario-Party, Mario-Kart, Mario-Odyssee, also Mario ist sowieso das große Thema, wenn man auf der Nintendo Konsole spielen will. Ansonsten findet man noch Jump‘n‘Runs, Rennspiele, da ist alles dabei", sagt Jasmin Gerhardt. Das einem Tablet ähnliche Gerät kann zudem überall genutzt werden: Für den Einsatz zu Hause am großen Flachbildfernseher kommt die Switch in eine Docking-Station. Für unterwegs können die Spielekontroller geteilt und rechts und links an das Tablet angedockt werden.

…und Bewegungsfans

Die Vorgänger-Geräte Wii und Wii U hatten auch viele Fans, weil in den Controllern Bewegungssensoren verbaut waren. Damit konnten Spieler gegeneinander bei Sportarten wie Boxen oder Bowling antreten oder sogar ihre Fitness trainieren. Diese Fans bedient Nintendo auch mit der Switch: "Dafür hat die Konsole die nötigen Controller, die man von der Hauptkonsole abnehmen kann. Mit denen kann man dann auch die typischen Spiele wie auf der Wii spielen", so Gerhardt.

Im Basispaket sind in der Regel Controller für zwei Spieler enthalten – die so genannten Joy-Cons können geteilt werden. Weitere Controller kosten um die 70 Euro. Die Spiele werden auf Modulen geliefert, die in die Switch eingelegt werden. Aktuelle Spieletitel kosten fünfzig Euro und mehr. Zusatzkosten können noch für den Nintendo Switch Online-Dienst entstehen, über den Spieler übers Internet gegen andere etwa Mario-Kart fahren können. Die Monatsgebühr kostet 3,99 Euro, wenn sie für einen Monat abgeschlossen wird.  

Für Familien, Serienfans und Gelegenheitszocker…

Auch Playstation 4 Slim und Xbox One S eignen sich aus Sicht unserer Expertin für den Einsatz im Familienwohnzimmer. "Da in vielen Familien auch gern Fifa oder in den älteren Kreisen Call of Duty gegeneinander gespielt wird, sind das auf jeden Fall geeignete Konsolen", sagt Jasmin Gerhardt. Für Familien mit Kindern gibt es von zahlreichen Spieleherstellern auch eine große Zahl an gewaltfreien und kreativen Games. In den Basispaketen der Spielekonsolen liegt meist nur ein Controller, gerade vor Weihnachten werden aber oft auch so genannte Bundles mit einem weiteren Controller oder auch Spielen verkauft. Weitere Controller kosten für die PS4 70 Euro, für die Xbox One rund 45 Euro. Der PS4-Controller hat auch Bewegungssensoren. Die werden allerdings derzeit nicht für Sport- und Bewegungsspiele wie auf der Switch genutzt. Aktuelle Blockbuster-Spiele kosten für beide Konsolen rund 60 Euro. Anders als Nintendos Switch können auf PS4 und Xbox One auch Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime oder Sky für Filme und Serien genutzt werden. Damit taugen die Konsolen gleichzeitig als Zulieferer, wenn der Fernseher noch nicht smart genug für die neuen Internetdienste ist.

…die sich entscheiden müssen

Xbox One S und PS4 unterscheiden sich bei der technischen Ausstattung in ein paar wenigen Punkten: Microsofts Spielkonsole kommt ab Werk mit einem Ultra-HD-Blu-Ray-Laufwerk, über das auch sehr hochauflösende Filme mit 2.840 mal 2.160 Pixeln auf dem Fernseher angesehen werden können. Die Playstation hat "nur" ein Blu-Ray-Laufwerk, das für Full-HD-Auflösung in 1.920 mal 1.080 Pixeln gut ist. Zudem können Spieler auf der Xbox One auch ein paar ältere Spiele nutzen, die ihnen ans Herz gewachsen sind. "Das ist allerdings auch nicht bei allen Titeln einfach so möglich. Es gibt Kompatibilitätslisten, die sich regelmäßig aktualisieren. Wenn ich jetzt wirklich drauf aus bin, meine alten Spiele spielen zu können, sollte ich einfach meine alte Konsole behalten", sagt unsere Expertin.

Playstation VR
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Auf der Playstation gibt es diese so genannte Abwärtskompatibilität nicht. Sony setzt zudem bei seiner Spielkonsole auf Virtual Reality. Für die PS4 gibt es einige Spiele, die das Mittendrin-Gefühl vermitteln. Die nötige VR-Brille kostet aktuell rund 220 Euro. Bei beiden Konsolen können Spieler online gegen andere antreten: Die Mitgliedschaft kostet pro Monat ab zehn Euro aufwärts.

Für anspruchsvolle Spieler

PS4 Pro und Xbox One X legen bei der Leistung im Vergleich zu ihren Schwestermodellen noch eine Schippe drauf. Dafür sind sie aber auch deutlich teurer. "Der Vorteil ist spürbar, aber den sieht man nur auf dem entsprechenden 4k-Fernseher", sagt unsere Expertin. Sie rät, bei der Wahl der Spielkonsole auf die eigenen Spiel-Vorlieben zu schauen. Einige begehrte Blockbuster-Spiele wie "Red Dead Redemption 2" oder die "Battlefield"-Reihe gibt es für beide Konsolen, andere Titel werden nur für eine Konsole exklusiv herausgebracht. "Man kann mit beiden gleich gut 'Fifa' oder 'Call of Duty' spielen, aber wenn man das neue 'Last of Us' spielen will, dann wird’s schon die PS4 Pro, und bei 'Halo' wird’s die Xbox", sagt Jasmin Gerhardt.

Für mobile Spieler

Wer abseits der doch recht hochpreisigen Switch nach Spielkonsolen für unterwegs sucht (nach so genannten "Handhelds"), hat nicht mehr sehr viel Auswahl. "Durch die Verbreitung von Smartphones ist natürlich der Handheld-Sektor relativ weggebrochen. Sony etwa ist komplett ausgestiegen. Daher ist Nintendo der BigPlayer am Platz. Deren 3DS und der 2DS sind immer noch richtig gute Konsolen mit einer unglaublichen Auswahl an Spielen", sagt unsere Expertin. Die kleinen Konsolen für den mobilen Einsatz kosten ab 130 Euro aufwärts, Spiele gibt es schon für wenige Euro. Die Grafik der "kleinen" Spielkonsolen ist allerdings nicht mit der Switch oder gar PS4 oder Xbox One vergleichbar. 

Sparmöglichkeit

Switch, PS4, Xbox One und ihre stärkeren Schwestermodelle sind weit verbreitet. Entsprechend groß ist auch das Angebot an gebrauchten Spielkonsolen bei Händlern und in Onlineshops. "Da sollte man trotzdem in ein Fachgeschäft gehen, in dem es die Konsolen gebraucht gibt, damit man auch eine Garantie vom Händler hat", sagt Jasmin Gerhardt. Bei älteren Spielkonsolen sei die Herstellergarantie oft schon abgelaufen. "Außerdem ist es für den Laien schwierig  zu erkennen, ob alles an Zubehör dabei ist. Gerade bei der Switch ist da extrem viel dabei: Ständer, Joy-Cons und verschiedene Kabel. Wenn da was fehlt und man merkt das erst unterm Weihnachtsbaum, wäre das sehr schade", sagt unsere Expertin.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. November 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2018, 02:10 Uhr