Quicktipp Richtige Mundpflege

Junge Frau putz ihre Zähne mit einer Zahnbürste 2 min
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MDR JUMP Do 01.03.2018 02:10Uhr 01:52 min

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Basis der richtigen Mundpflege ist das Zähneputzen. Nur dadurch können Beläge auf Zähnen und am Zahnfleischrand entfernt werden. Versäumt man dies, drohen durch Bakterien Karies, Zahnfleischentzündung, Parodontose und Mundgeruch. Zahnärzte empfehlen mindestens zwei Mal täglich für jeweils circa drei bis fünf Minuten Zähne zu putzen - nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen. Ideal ist es, nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen. Eine Stoppuhr kann helfen, das Gefühl für die erforderliche Zeit zu entwickeln.

Die richtige Zahnbürste

Eine elektrische Zahnbürste
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Grundsätzlich sind herkömmliche und elektrische Zahnbürsten geeignet. Bei normalen Handzahnbürsten sollte man einen kleinen Bürstenkopf mit abgerundeten Borsten wählen. Am besten sind mittelharte bis weiche Borsten, denn auch wenn harte Borsten effektiv Beläge entfernen, werden Zahnfleisch und Zahnschmelz damit schneller verletzt. Empfohlen werden zudem Kunststoffborsten, da sich in Naturhaarborsten Bakterien leichter ansammeln und vermehren können. Ein ergonomischer Griff erleichtert das Putzen zusätzlich. Elektrische Zahnbürsten werden oft als gründlichere und bequemere Wahl empfunden, sind aber nicht unbedingt das bessere Werkzeug. Für alle Zahnbürsten gilt: Nach der Reinigung gründlich unter fließendem Wasser ausspülen und gut trocknen lassen. Egal ob herkömmliche Zahnbürste oder Bürstenkopf einer elektrischen Zahnbürste: Beide sollten alle zwei bis drei Monate ausgetauscht werden. Grund dafür ist nicht nur die natürliche Abnutzung der Borsten, sondern auch Bakterien, welche sich hier einnisten. Nach Infekten sollte man zusätzlich die Bürste wechseln. Nicht für alle selbstverständlich: Jedes Familienmitglied benötigt eine eigene Zahnbürste, da sonst die Bakterien ausgetauscht werden.

Die richtige Zahncreme

Zahnpasten im Handel bestehen im Wesentlichen aus den gleichen Inhaltsstoffen. In jedem Fall sollten sie Fluorid enthalten - nur so sind sie auch wirksam gegen Karies. Zahnpasten für besonders weiße Zähne, die mit kleinen Schmirgelteilchen versetzt sind, sollten keinesfalls dauerhaft verwendet werden. Der RDA-Wert auf der Verpackung gibt Aufschluss über die Schleifeigenschaften der Paste. Empfohlen werden ein Fluoridgehalt von 10-15% und ein niedriger RDA-Wert. Für Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen und empfindlichen Zähnen gibt es Spezialzahnpasten.

Die richtige Putztechnik

Wichtig ist es, die Zähne von allen Seiten zu reinigen. Welche Seite zuerst geputzt wird, ist dabei egal. Allerdings empfehlen Zahnärzte, sich schon im Kindesalter eine gewisse Routine anzueignen. So wird keine Stelle vergessen. Oft empfohlen wird die sogenannte KAI-Technik: Erst reinigt man die Kauflächen, dann die Außenseiten und dann die Innenseiten. Geputzt wird von Rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zahn). Am besten sind fegende Bewegungen, ohne zu fest aufzudrücken. „Schrubben“ führt zur Verletzung des Zahnfleisches, insbesondere am Zahnhals. Leicht rüttelnde Bewegungen hingegen bewirken, dass die Borsten auch unter den Zahnfleischrand kommen. Hier setzen sich Bakterien besonders gern fest. Der richtige Druck beim Putzen sollte etwa 150-200 Gramm betragen. Wie fest man dafür drücken darf, kann man leicht an einer Küchenwaage ausprobieren. Sind die Borsten schon nach wenigen Wochen verbogen, ist das ein Zeichen für zu viel Druck beim Putzen.

Zahnseide und Interdentalbürsten

Besonders in den engen Zahnzwischenräumen können sich Beläge festsetzen und es kommt leicht zu Entzündungen. Die Zahnbürste hat hier keine Chance. Deshalb eignen sich Zahnseide und Interdentalbürsten um diese Beläge zu entfernen.

Für besonders kleine Zwischenräume ist Zahnseide am besten geeignet. In Drogerien und Apotheken werden Zahnseide und Interdentalbürsten in verschiedenen Ausführungen verkauft. Zahnärzte empfehlen eine tägliche Anwendung. Dabei sollte jeder Zahnzwischenraum gereinigt werden. Mehrere Durchgänge hintereinander werden nicht empfohlen, da so das Zahnfleisch unnötig gereizt wird. Um Blutungen zu vermeiden, sollte man mit Interdentalbürsten nicht „hin- und her schrubben“, sondern nur die Eckseiten der beiden anliegenden Zähne sensibel abbürsten. Anfangs kommt es oft zu Reizungen, bei regelmäßiger Anwendung lässt dies jedoch nach.

Zungenreinigung

Zur Mundhygiene gehört auch die Zunge. Ihr wird oft keine Beachtung geschenkt. Allerdings lagern sich auf der unebenen Oberfläche der Zunge auch Essenreste ab: ein idealer Nährboden für Bakterien. Um diese Essensreste zu entfernen, werden im Handel spezielle Zungenschaber angeboten. Mit ihnen kann man Bakterien zu Leibe rücken, so zumindest die Theorie – wissenschaftlich belegt ist die Wirksamkeit der Zungenreinigung zur Vorbeugung von Karies und Parodontitis nicht. Einige Untersuchungen zeigen aber leicht positive Effekte. So kann bei regelmäßiger Zungenreinigung die Bakterienbildung im Mundraum reduziert und Mundgeruch vorgebeugt werden. Denn Experten gehen davon aus, dass Mundgeruch in 85 bis 90 Prozent aller Fälle im Mundraum entsteht. Und so geht’s: Möglichst weit hinten angesetzt und mit leichtem Druck wird der Zungenschaber mehrmals über den Zungenrücken nach vorn geführt. Dies sollte man einmal täglich nach dem Zähneputzen gleich mit erledigen. Zahnbürsten sind zur Zungenreinigung nicht geeignet. Durch die Höhe stoßen sie schnell an das empfindliche Zäpfchen im Rachen – Würgereiz garantiert.

Mundspülung

Mundspülungen sollen Beläge auf Zähnen, Zahnfleisch und in Zahnzwischenräumen lockern, Keime abtöten und so Karies und Zahnfleischerkrankungen vorbeugen. So zumindest versprechen es viele Hersteller. Doch Zahnärzte weisen darauf hin, dass dies nur eine Ergänzung zur Grundpflege sein sollte. Zähneputzen und eine Reinigung der Zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürste stehen also immer an erster Stelle. Zwar kann eine antibakterielle Spülung sinnvoll sein für alle, die Zahnseide und Interdentalbürsten nicht nutzen, um die Bakterien in den Zahnzwischenräumen überhaupt zu erreichen. So gründlich wie die mechanische Reinigung ist die Mundspülung jedoch keinesfalls.

Schwangere, Babys und Kinder

Durch die hormonelle Umstellung während der Schwangerschaft sind schwangere Frauen besonders anfällig für Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Eine intensive Mundpflege ist daher in dieser Zeit besonders wichtig.

Kleines Mädchen putzt sich die Zähne
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Bereits ab dem ersten Milchzahn sollten auch bei Babys die Zähne gereinigt werden. Der Zahnschmelz der Milchzähne ist nicht so fest und die Zähne damit anfälliger. Im Handel gibt es spezielle Zahnbürsten mit kleinen Bürstenköpfen und Kinderzahnpasta.

Professionelle Reinigung

Neben der Mundpflege zuhause ist auch die regelmäßige professionelle Zahnreinigung bei Zahnarzt wichtig. Einmal im Jahr sollten Patienten diese in Anspruch nehmen. Die Kosten von 80 bis 100 Euro pro Behandlung übernehmen etliche Krankenkassen, zumindest anteilig. Auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt mindestens einmal pro Jahr sind ein Muss. Kinder sollten je nach Alter mindestens zwei bis drei Mal pro Jahr zur zahnärztlichen Vorsorge gehen. Neben aller Reinigung ist auch eine zahnfreundliche gesunde und nicht zu zuckerhaltige Ernährung wichtig für gesunde Zähne. Sorgfältige Mundhygiene lohnt sich: Denn wer seine Zähne ordentlich pflegt, spart langfristig Kosten für Zahnersatz.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 01. März 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. März 2018, 02:10 Uhr

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