Was gehört in die Reiseapotheke?

In erster Linie bestimmen das Reiseziel, sowie die Art und die Länge der Reise die Größe und den Inhalt Deiner Reiseapotheke. Erholst Du Dich in Deutschland relativ stadtnah in einem Bungalow, kannst Du bei Bedarf in die nächste Apotheke gehen und nach Bedarf Pflaster oder Kopfschmerztabletten besorgen.

Geht es dagegen ins Ausland oder auf einen Abenteuertrip in die unberührte Wildnis, solltest Du das Notwendigste für eine erste Versorgung dabei haben. Dabei kann es sinnvoll sein, manches erst vor Ort zu kaufen. Im europäischen Ausland bekommst Du in der Regel in den Apotheken ebenfalls alle gängigen Medikamente, teils sogar deutlich günstiger als bei uns. "Anders ist das zum Beispiel in afrikanischen Ländern. Dort kannst Du nicht immer sicher sein, dass Du Original-Medikamente bekommst und ob es überhaupt das gibt, was Du gerade brauchst. Dorthin würde ich wirklich immer möglichst alles mitnehmen", rät Apothekerin Dr. Anne-Katrin Habermann.

Urlaub beansprucht den Körper anders

Eine Reise ist immer etwas Besonderes. Das bekommt auch Dein Körper mit. Schon eine einfache Fahrt an die See oder in die Berge kann für Aufregung, Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen sorgen.

Fliegst Du durch mehrere Zeitzonen, kann Dein Körper mit Schlafstörungen reagieren. Deshalb solltest Du auch Medikamente mitnehmen, die Du zu Hause im Normalfall nicht nimmst. Im Urlaub bewegst Du sich mitunter auch mehr als daheim. Deshalb kannst Du Dir auch schneller etwas verstauchen, zerren oder eine Blase bekommen. Erkältung im windigen Zelt, Sonnenbrand am Strand oder Durchfall nach ungewohntem Essen, sind zusätzliche Urlaubsbelastungen. Den Durchfall bekommst Du übrigens meist nicht, weil vor Ort schlampig gekocht wurde, sondern weil sich im dortigen Wasser andere Keime befinden als bei uns. Die einheimischen Bevölkerung ist daran gewöhnt, die Urlauber dagegen nicht.

Fertige Reiseapotheke vs. individuelle Zusammenstellung

fertige Reiseapotheke in einem Koffer
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Unsere Expertin rät klar zur Individualität: "Es gibt zwar vorgepackte Reisapotheken zu kaufen. Wir beraten aber lieber ganz individuell. So nehmen Sie genau das mit, was Sie brauchen."

Eine fertige Reisapotheke kostet zwischen 15 Euro und 50 Euro. Individuell zusammengestellt, kannst Du auch Mittel mitnehmen, die Du noch zu Hause hast. Das spart Kosten und führt dazu, dass Du nicht sinnlos Medikamente hortest, die Du im Urlaub gar nicht brauchst.

Checkliste Medikamente

Nimm für den normalen Familienurlaub Mittel gegen Folgendes mit:

  • Reiseübelkeit
  • Durchfall/Verstopfung
  • Fieber, Schmerzen und Erkältung
  • Schlafstörungen
  • Sonnenbrand
  • Insektenstiche (vor allem auch vorbeugend)
  • Allergien
  • Malariamittel (bei Reisen in entsprechende Gebiete)

Außerdem und gerade bei Reisen mit Kindern sollten Ohren- und Augentropfen, ein sanftes Desinfektionsmittel zum Wundereinigen und Kühlgel in die Apotheke gepackt werden. Wer sehr aktiv unterwegs ist, dem sind Eisspray und schmerzstillende Gels und Salben für Muskeln und Gelenke zu empfehlen.

Checkliste Hilfsmittel

Für kleinere Verletzungen und Verstauchungen brauchst Du folgenden Vorrat:

  • Mullbinden
  • Elastische Binden
  • Pflaster in verschiedenen Größen, auch wasserfest
  • Blasenpflaster
  • sterile Auflagen
  • Sicherheitsnadeln
  • Fieberthermometer (ganz wichtig bei Reisen mit Kindern)
  • Pinzette, Schere

Ihre gewohnten Medikamente

Arzneimittel auf einer Weltkarte
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Mittel gegen Blutdruck oder Diabetes und alle anderen zu Hause eingenommenen Medikamente gehören selbstverständlich auch in die Reiseapotheke. "Wir empfehlen da immer ein gutes Drittel über den eigentlichen Bedarf mitzunehmen. So werden benötigte Mittel nicht knapp", rät Apothekerin Dr. Habermann. Beachte bei längeren Reisen die Haltbarkeit der Medikamente. Auch die Antibabypille ist ein Medikament. Besprich die veränderte Einnahme der Medikamente bei Reisen in andere Zeitzonen vorher mit Ihrem Arzt.

So transportieren Sie die Medikamente richtig

Gerade bei Reisen in den Süden sind Medikamente mitunter großer Wärme ausgesetzt. Das kann ihre Wirksamkeit beeinflussen. "Manche Tropfen die Du genau abzählen musst, tropfen bei großer Wärme schneller, auch manches Asthmaspray sprüht bei Hitze nicht mehr gleichmäßig", warnt Dr. Habermann. Transportiere Deine Reisapotheke deshalb am besten in einer festen Tasche mit Thermopolster. Die gibt es in der Apotheke oder im Internet. So sind Deine Medikamente vor Stößen und großen Temperaturschwankungen geschützt. Beachte bei allen Medikamenten immer das Haltbarkeitsdatum und bei welcher Temperatur sie gelagert beziehungsweise transportiert werden dürfen. Nimm auch immer die Beipackzettel und Dosierungsanweisungen mit.

Wichtige Medizin ins Handgepäck

Verschiedene Kondome
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Bei Flugreisen gehört die Medizin, die Du wirklich dringend brauchst, ins Handgepäck. Hast Du die Mittel im Koffer und geht der irgendwo verloren, wird es unter Umständen kritisch. Auch die Pille solltest Du immer an der Frau haben. Übrigens: Solltest Du mit Kondomen verhüten, kauf diese zu Hause und behandeln Sie sie wie ein Medikament. Du weißt nie, welche Qualität die Produkte am Urlaubsort haben.

In warmen Regionen keine Zäpfchen

Schmerz oder Fieberzäpfchen sollen sich bei Körpertemperatur auflösen. "Wenn es also wärmer als 36 Grad wird, können die Zäpfchen schon in der Packung weich werden. Dann können Sie sie nicht mehr verabreichen. Greifen Sie da lieber zu Wirkstoffen in Tropfen oder Säften", rät unsere Expertin.

Kleine wichtige Helfer

Um sich im Ernstfall vor Ort in der Apotheke oder beim Arzt verständlich machen zu können, gibt es von einigen Krankenkassen kleine Begleithefte. Darin stehen die wichtigsten Vokabeln für Medikamente und Krankheiten in verschiedenen Sprachen. Frag am Besten bei Deiner Kasse nach. So ein Heft mit vorformulierten Sätzen und speziellen Vokabeln ersetzt langwieriges Suchen nach einzelnen Begriffen im Wörterbuch. Auch Übersetzungs-Apps auf dem Smartphone können hilfreich sein.

Reisebestimmungen beachten

Beachte besonders beim Transport von Schlaf- und Schmerzmitteln, welche Regelungen dazu in Ihrem Urlaubsland gelten. Informiere Dich im Zweifel bei Konsulaten, Botschaften oder im Auswärtigen Amt. Lass Dir am besten von Deinem behandelnden Arzt schriftlich bestätigen, dass Du diese Medikamente brauchst und mit Dir führen musst.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 02. Juli 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2018, 09:33 Uhr