Quicktipp: Orchideen richtig pflegen Mit diesen Tipps gedeihen deine Orchideen prächtig

Phalaenopsis-Hybriden

Phalaenopsen, zu Deutsch Schmetterlings- oder auch Nachtfalterorchideen, begegnen dir beinahe in jedem Supermarkt oder Gartencenter. Bei diesen so genannten Hybridzüchtungen werden die guten Eigenschaften verschiedener Orchideen in einer neuen Sorte vereinigt. Bei den Phalaenopsen sind das die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und ihre Genügsamkeit. Diese Züchtungen machen die Handhabung der "Supermarktorchideen" so einfach und bescheren dir trotzdem schöne Blüten und Farben.  

Qualität erkennen

Phalaenopsis-Orchideen gibt es schon für sechs Euro zu kaufen. Du kannst aber gut und gerne auch deutlich mehr dafür zahlen. Die Unterschiede liegen neben der Pflanzenqualität vor allem in der Größe der Pflanze und Anzahl der Blütenstiele.

Nahaufnahme von pinke Blüten einer Orchidee.
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Damit du jedoch lange Freude an der Pflanze hast, solltest du beim Kauf – insbesondere im Discounter oder im Supermarkt – auf gesunde Pflanzen achten. Sind die Wurzeln hellgrün bis dunkelgrün, die Blätter grün und fest, dann ist die Pflanze gesund. Übrigens: Je mehr Wurzeln eine Phalaenopsis hat, desto besser, denn damit kann sie mehr Nahrung aufnehmen und besser gedeihen. Hat sie dagegen nur wenige Wurzeln, erschwert das das Wachstum. Pflanzen mit weißen oder gelblich-braunen Wurzeln oder braunen Stellen und Löchern an den Blättern solltest du lieber stehen lassen.

Der ideale Standort

Die meisten bei uns käuflichen Orchideen lieben es warm und mäßig hell. Am Ost- oder Westfenster fühlen sich die Blumen am wohlsten. Zu starke Sonneneinstrahlung kann im Sommer zu Sonnenbrand auf den Blättern führen. Weniger als 18 Grad Celsius sollten nicht oder nur für kurze Zeit im Zimmer herrschen. Das Schlafzimmer ist also nicht der ideale Ort für die üblichen Orchideen. Nur bei blühfaulen Pflanzen kann vorübergehend ein kühlerer Standort sinnvoll sein. Ein Umstellen der Orchideen im Sommer beziehungsweise im Winter macht den Pflanzen normalerweise nichts aus. Schütze deine Pflanzen auf jeden Fall vor Zugluft.

Gießen

An den Wurzeln der Orchideen ist meist zu erkennen, ob die Pflanze Wasser braucht. Helle silbrige Wurzeln verlangen nach Wasser, grüne Wurzeln benötigen keins. Auch runzlig werdende Blätter können ein Zeichen dafür sein, dass Wasser fehlt. Abgestandenes Wasser, das so warm ist, wie der Raum in dem die Pflanze steht, eignet sich zum Gießen am besten. Kalkhaltiges Wasser mögen Orchideen nicht. Die gängigen Phalaenopsen wurzeln ursprünglich nicht in der Erde sondern wachsen auf Bäumen und beziehen die meisten Feuchtigkeit und Nährstoffe aus der Luft. Deshalb mögen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit, aber keine Staunässe. Gieße also sparsam oder besprühe die Pflanzen. Du kannst die Töpfe auch kurz wässern und dann abtropfen lassen. Staunässe führt dazu, dass die Wurzeln faulen und verkümmern. So bekommt die Pflanze kein Wasser mehr und verdurstet fatalerweise durch zu viel Nässe. 

Düngen

Auch beim Düngen solltest du sehr sparsam vorgehen. Verwende am besten speziellen Orchideendünger immer nach Anleitung. Solltest du nur normalen Blumendünger zur Hand haben, dann reduziere beziehungsweise verdünne die vorgeschriebene Menge auf ein Viertel. Düngen musst du nur alle zwei bis vier Wochen.

Verschneiden

rosa Farbene Blüte einer Orchidee, die an ein Stiefmütterchen erinnert
Bildrechte: Teresa Herlitzius

Sind die Blüten verblüht, fallen sie ab. Zurück bleibt der Blütenstiel, die Rispe, die meist nach einer Blühperiode von oben herab abtrocknet. Schneide diese jedoch nicht zu früh zu viel zurück, denn das Abtrocknen der Rispe kann auf halbem Weg stoppen. An allen noch grünen Bestandteilen können sich wieder neue Seitentriebe bilden. Das kann allerdings auch einige Monate dauern. Manche Orchideen legen sogenannte Ruhephasen ein, bevor sie weiter wachsen. Hab deshalb Geduld und schneide nur die wirklich vertrockneten Teile ab! Verschneide nie mit einer Schere, weil dadurch Pflanzenteile abgequetscht werden können. Benutze ein scharfes Blumenmesser. Das musst du nach dem Verschneiden und zwischen unterschiedlichen Pflanzen unbedingt mit Seifenlauge abwaschen, damit keine Krankheitskeime übertragen werden können.  

Umtopfen

Gelb-braune Blüten einer Orchidee in der Nahaufnahme.
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Nur etwa alle zwei Jahre musst du deine Orchideen umtopfen. Dabei eignen sich Töpfe mit seitlichen Löchern gut für die Belüftung der Wurzeln. Der Übertopf sollte im Durchmesser zwei bis vier Zentimeter größer als der Pflanztopf sein. In transparenten Töpfen kannst du die Wurzeln gut kontrollieren. In den Topf kommt ein möglichst luftiges Orchideensubstrat. Am besten eignet sich eine gleichteilige Mischung aus Torf, Pinienrinde und Sumpfmoos. Du kannst aber auch eine Fertigmischung aus dem Gartencenter kaufen. Auf keinen Fall darfst du einfache Blumen- oder Pflanzerde verwenden. Darin würden die Wurzeln zu wenig Luft und schlimmstenfalls Staunässe bekommen. Da Phalaenopsen meist durchgängig, also das ganze Jahr über blühen, musst du keine Ruhezeit vor dem Umtopfen beachten. Am besten eignet sich dennoch das Frühjahr, die Luft ist milder und nicht zu "heizungstrocken". Ein paar Tage Vor dem Umtopfen kannst du deine Pflanze eine Düngung gönnen, quasi als Stärkung vor dem Stress.

Schädlinge bekämpfen

verschiedene Orchideen mit bunten Blüten
Bildrechte: Teresa Herlitzius

Woll-, Schmier- und Schildläuse sind die häufigsten Schädlinge an Orchideen. Besprühe die Pflanze mit einem Gemisch aus 20 Gramm Schmierseife (oder Spülmittel), einem Schuss Spiritus auf einen Liter Wasser und die Läuse sollten verschwinden. Es kann sein, dass du die Prozedur nach ein paar Tagen wiederholen musst, bis alle Schädlinge bekämpft sind. Vorsicht, besprühe nicht die Blüten, das kann zu Flecken führen. Auch Blattglanzspray kann gegen Läuse helfen.

Wenn die Blume lange nicht blüht

Will deine Orchidee nicht blühen, kannst du sie mit einem vorrübergehenden Herabsetzen der Raumtemperatur auf 15 oder 16 Grad reizen. Pflanzen, die in schwierige Bedingungen geraten, kämpfen ums Überleben und die Arterhaltung. Eine blühende Blume wird befruchtet, kann Samen bilden und so die Art erhalten. Also wird auch deine Orchidee bestenfalls versuchen, wieder Blüten anzusetzen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 06. Dezember 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 02:10 Uhr