Quicktipp Notfall-, Notruf- und Servicenummern

Notruf
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Polizei und Rettungsdienst: 110 und 112

Die 112 ist eine der wichtigsten Notfallnummern überhaupt, denn hier geht es im Zweifel um Leben und Tod. Die Rettungswache hilft bei Bränden, Unfällen und lebensbedrohlichen Erkrankungen. Sie gilt sogar europaweit. Im Gegensatz dazu erreicht man unter der 110 die Polizei, die unter anderem für Straftaten wie Überfälle und Einbrüche verantwortlich ist. Zum Rettungsdienst gehört außerdem die Notfallnummer der Seenotrettung, die unter der 124 124 erreichbar ist. Übrigens: Die 115, mit der man in der DDR den „Schnellen Medizinischen Dienst“ erreicht hat, ist heute die sogenannte „Behördennummer“ für alle Belange rund um Verwaltungsfragen.  

W-Fragen beantworten

Wer den Notruf wählt, sollte zuerst die wichtigsten W-Fragen beantworten: Wer ruft an? Wo befindet man sich? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzung liegt vor? Noch während der Mitarbeiter der Notfallstelle diese Daten eingibt, fährt ein Rettungswagen im Ernstfall los. Wenn ein Anrufer seinen Standort nicht so präzise benennen kann, beispielsweise weil er sich in einem Waldgebiet befindet, besteht die Möglichkeit einer Handyortung.

Notrufsäulen

Handys sind der schnellste Weg, um einen Notruf abzusetzen. Aber Vorsicht: Ohne SIM-Karte funktionieren Handy-Notrufe nicht mehr. Deshalb raten Experten, Kinder wenigstens mit einem Prepaid-Vertrag auszustatten. Problematisch ist es auch, wenn man sich in einem Funkloch befindet oder nach einem Unfall beispielsweise nicht ans Handy kommt. Dafür gibt es heute vor allem auf Autobahnen noch Notrufsäulen.

Notrufe für Gehörlose oder Schwerhörige

Dietmar Adlung, Sprecher der Feuerwehr Erfurt
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Für Gehörlose gibt es das sogenannte Notruf-Fax: Ein vorgefertigtes Formular kann dabei ausgefüllt und an die Polizei oder Feuerwehr gefaxt werden. Die Vorlagen findet man beispielsweise auf der Internetseite der Polizei des jeweiligen Bundeslandes. Auch ein Notruf via SMS ist möglich.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117

Nicht bei allen Beschwerden sollte man gleich einen Notarzt rufen oder in die Notfallaufnahme fahren. Bei Symptomen wie Bauchschmerzen, hohem Fieber oder Schnupfen kann man auch an Feiertagen und am Wochenende einen niedergelassenen Arzt aufsuchen. Unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116 117 erreicht jeder den ärztlichen Bereitschaftsdienst, der an den diensthabenden Arzt oder die Praxis verweisen kann. Bei Problemen mit Zähnen gibt es übrigens den zahnärztlichen Notdienst. Wer den Notdienst jeweils sicherstellt, ist in regionalen Zeitungen veröffentlicht oder im Internet zu erfahren.

Giftnotrufe: 0361 - 73 07 30

Sowohl Ärzte als auch Privatpersonen können sich an den sogenannten „Giftnotruf“ wenden. Hilfreich ist die Nummer vor allem für Eltern, wenn ihre Kinder beispielsweise Medikamente verschluckt haben. Die Nummer ist allerdings nicht zentral, sondern von Region zu Region unterschiedlich. In Mitteldeutschland können sich Betroffene 24 Stunden an die 0361-73 07 30 in Erfurt wenden.  Wer anruft, sollte mit den W-Fragen vor allem folgendes beantworten können: Wer (Alter, Größe und Gewicht) hat was wann wie und wie viel eingenommen? Sind bereits Symptome einer Vergiftung aufgetreten, empfiehlt es sich aber sofort den Rettungsdienst anzurufen.

Apothekennotruf: 0800 - 00 22833

Auch Apotheken haben eine Notrufnummer. Beim Apothekennotdienst bekommt man allerdings keine Information über die Medikamente, sondern die nächste geöffnete Apotheke in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen genannt.

Seelsorge: 0800 – 111 0 111

Seelsorge-Notfallnummer gibt es für verschiedene Lebensbereiche. Die Beratung erfolgt anonym und kostenlos.

auf einem Tisch liegen ein Laptop, Kopfhörer mit Mikrofon und Schreibzeug
Bildrechte: IMAGO

  • 0800 – 111 0 111 (222): Seelsorge und Beratung bei Krisen und Problemen jeglicher Art
  • 0800 – 111 0 333: Hilfetelefon speziell für Kinder
  • 0800 – 111 0 550: Elterntelefon für Probleme von Eltern mit Kindern
  • 0800 40 40 020: Hilfstelefon für Schwangere in Not, Beratung bis hin zur anonymen Geburt
  • 0800 0116 016: Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Kreditkarte: 116 116

Auch für den Verlust von EC- und Kreditkarten gibt es Notfallnummern: Der zentrale Sperr-Notruf lautet 116 116. Hier lassen sich Girocards, Maestro-, Spar- und Geldkarten, Kreditkarten, Mobilfunkkarten, E-Mail-Accounts oder auch andere Kundenkarten mit Zahlungsfunktion sperren. Dafür wird man nach der Wahl der Notrufnummer an den jeweiligen Anbieter weitergeleitet. Voraussetzung ist allerdings, dass dieser an das Notfallnummern-Netz angeschlossen ist. Dazu zählen die meisten Banken in Deutschland.

Fazit

Notdienste gibt es für viele Lebensbereiche. Sie sind in der Regel das ganze Jahr über 24 Stunden am Tag erreichbar. Hier sind noch einmal die wichtigsten zusammengefasst:

Behörde/Institution Rufnummer Erläuterung
Polizei 110 Nicht medizinische Notsituation, Straftaten, schwere Verkehrsunfälle
Feuerwehr und Rettungsdienst 112 Schwere Unfälle, Herzschmerzen (Infarkt), Luftnot, Bewusstlosigkeit, Lähmungen, Schlaganfall, Verbrennungen, akute Schmerzen
Ärztlicher Bereitschaftsnotdienst 116 117 Arztsuche am Wochenende und an Feiertagen
Apothekennotruf 0800 - 00 22833 Apothekensuche am Wochenende und an Feiertagen
Giftnotruf 0361 - 73 07 30 Ratsuche, ob weitere medizinische Betreuung bei Einnahme von zu vielen Medikamenten oder giftigen Substanzen nötig ist
Telefonseelsorge 0800 1 11 01 11
0800 1 11 01 22
Probleme und Krisen, z.B. Probleme mit dem Partner, Mobbing am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit, Sinnkrisen,
Kinder- und Jugendtelefon 0800 1 11 03 33 Probleme von Kindern und Jugendlichen, Web-Sorgen, sexueller Missbrauch
Sperr-Notruf 116 116 Sperren von EC- und Kreditkarten sowie Personalausweisen

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 22. Januar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Januar 2018, 02:10 Uhr

Noch mehr Umschau-Quicktipps