Quicktipp: Pflege und Imprägnierung Nässeschutz für Jacken und Schuhe

Funktionskleidung

Funktionskleidung ist mit einer wasserabweisenden Schicht versehen, die je nach Hersteller mit unterschiedlichen Techniken auf den Stoff aufgebracht wird. Eine reine Beschichtung ist meist aus Polyurethan, atmungsaktiv und doch wasserdicht. Aber auch die beste Membran gibt irgendwann nach und muss deshalb gepflegt und neu imprägniert werden.

Zwei Kinder spielen im Herbst auf einem Baumstamm.
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Pflege
Grundsätzlich gilt: Funktionskleidung sollte so selten wie nötig gewaschen werden. Im Outdoor-Fachhandel oder auch im gut sortierten Drogeriemarkt gibt es Spezialwaschmittel für Funktionskleidung, die oft neben dem Waschen auch nachimprägnieren. Wer nicht zum Spezialwaschmittel greift, sollte nur flüssiges Colorwaschmittel verwenden. Auf keinen Fall darf man Wollwaschmittel oder Weichspüler benutzen, denn die verstopfen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe die Membran.

Gewaschen wird im Pflegeleicht- oder Feinwaschprogramm. Reiß- und Klettverschlüsse werden vorher geschlossen. Funktionskleidung wird nicht geschleudert oder ausgewrungen, sondern am besten tropfnass auf einem Bügel hängend getrocknet. Wer die Kleidung in den Trockner geben will, sollte dann nur die maximal zum Waschen empfohlene Temperatur zum Trocknen wählen.

Imprägnieren
Ob eine Imprägnierung noch funktioniert, testet man am besten mit einem Wäsche- oder Blumensprüher und destilliertem Wasser. Perlt das Wasser nur mäßig ab, sollte die Imprägnierung erneuert werden.

Manchmal reicht es aber auch, die Imprägnierung zu reaktivieren. Das geschieht durch Wärme. Entweder gibt man die Funktionsbekleidung bei mittlerer Temperatur für eine halbe Stunde in den Trockner, oder man legt ein Tuch auf und bügelt sie. Bei beiden Methoden sollte unbedingt auf die Herstellerangabe zur Temperatur geachtet werden.

Zum Imprägnieren eignen sich Sprays besser als Spezial-Waschmittel, da nur die Oberseite des Stoffes behandelt wird und so die Kleidungsinnenseite atmungsaktiv bleibt.

Beim Imprägnieren mit Sprays gilt: Besprühen, nicht durchnässen. Da Imprägniermittel nicht eingeatmet werden sollten, sprüht man die Kleidung im Abstand von 30 Zentimetern draußen ein. Dabei ist darauf zu achten, Jacken auch unter den Armen und an der Jackenunterkante zu besprühen. Bei manchen Produkten muss die Imprägnierung noch in den Stoff eingearbeitet werden. Das erfolgt genau wie beim Reaktivieren durch Wärme. Ob es notwendig ist, steht in der Gebrauchsanweisung des Mittels.

Schuhwerk

Schuhe mit Schuhputzzeug.
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Reinigung und Pflege
Ohne gute Pflege hilft das beste Imprägniermittel nicht gegen Nässe. Lederschuhe können bei normaler Verschmutzung mit einer milden Reinigungslösung abgewischt werden. Bei Salzrändern und starkem Schmutz empfiehlt sich die Verwendung einer speziellen Lederseife aus dem Fachhandel. Die wirkt gleichzeitig rückfettend. Zum Schutz der Lederschuhe werden dann Wachs oder Schuhcreme aufgetragen. Die halten das Leder geschmeidig und verhindern ein Austrocknen. Bei Rau- oder Velourleder wird zur Reinigung eine spezielle Bürste oder ein Schwamm aus Moosgummi benutzt. Hartnäckige Verschmutzungen entfernt man mit einem Tuch auf das Reinigungsschaum aufgetragen wird.

Membranschuhe, zum Beispiel solche aus Gore-Tex, sollten nur mit Reinigungsschaum aus dem Fachhandel gereinigt werden. Dieser wird innen und außen mit einem Schwamm aufgetragen und abgerieben.

Imprägnieren
Neue Schuhe, egal ob aus Leder oder synthetischem Material, sollten grundsätzlich vor dem ersten Tragen imprägniert werden. Der dadurch auf der Oberfläche entstehende Film schützt nicht nur vor Nässe, sondern verhindert auch das tiefere Eindringen von Schmutz. Gut imprägnierte Schuhe können bis zu fünfzehnmal länger als unbehandelte getragen werden, bevor sie nachimprägniert werden müssen.

Spray
Zum Imprägnieren nimmt man Sprays oder Wachs. Imprägnierspray ist der Klassiker und eignet sich für Rauleder, Schuhe aus Synthetikmaterial oder mit Membran.

Eine sprühende weiße Spraydose vor schwarzem Hintergrund.
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Genau wie bei der Bekleidung, sollte auch das Spray für die Schuhe am besten draußen aufgetragen werden. Einatmen ist tabu. Im Abstand von 30 Zentimeter sprüht man das Spray auf die gereinigten Schuhe. Weniger ist mehr. Mehrere dünne Schichten versiegeln besser als eine dicke. Deshalb sprüht man eine Schicht auf, lässt das Spray 15 Minuten einwirken und wiederholt das Ganze bis zu drei Mal. lieber mehrmals dünne Schichten auftragen als eine dicke.

Wachs
Schuhwachs auf Bienenwachs- oder pflanzlicher Basis ist perfekt für Lederschuhe, da es gleichzeitig vor Nässe schützt und pflegt. Lederschuhe imprägniert man unmittelbar nach der Reinigung im feuchten Zustand. Dann sind die Poren noch weit geöffnet und nehmen das Mittel besonders gut auf.

Das Wachs wird mit einem Tuch und leichtem Druck auf das Leder aufgetragen. Dabei sollte man die Nahtstellen nicht vergessen. Nach 20 Minuten wird überschüssiges Wachs mit einem trockenen Tuch oder einer Bürste abgetragen. Bei Bedarf kann der Vorgang wiederholt werden. Wenn es absolut dicht sein soll, lässt sich die Wachsbehandlung mit einem Imprägnierspray ergänzen. Im Normalfall reicht aber eins von beiden.

Ob Spray oder Wachs: Eine Imprägnierung hält nicht ewig. Schuhe sollten bei regelmäßigem Gebrauch alle zwei bis drei Monate nachbehandelt werden, nach einem starken Regen immer.

Übrigens: Von Hausmitteln wie Melkfett, Haarspray oder Kerzenwachs raten Experten ab, da sie keinen professionellen Nässeschutz bieten und die Oberfläche der Schuhe sogar schädigen können.

Kosten

Um Schuhe und Bekleidung wetterfest zu machen, reicht ein Universalmittel. Eine gute Imprägnierung muss dabei nicht teuer sein. Das haben Tests der Stiftung Warentest ergeben. Gute Imprägniersprays gibt es schon ab 75 Cent pro 100 Milliliter.

Imprägniermittel und Umwelt

Wer beim Imprägnieren auf die Umwelt achtet, verwendet nur Mittel auf Polyurethan-Basis, denn diese Produkte sind ökologisch unbedenklich. Preisgünstigere Mittel enthalten oft Fluorchemikalien (PFC). Sie weisen zwar Wasser und Schmutz gut ab, sind allerdings biologisch schwer abbaubar. Leider ist nicht immer klar angegeben, ob PFC in Imprägniermitteln enthalten sind. Man sollte deshalb zu einem Produkt greifen, das explizit als fluorfrei angeboten wird.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 24. November 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2017, 02:10 Uhr