Quicktipp: Mundhygiene Was tun gegen Mundgeruch?

Eine junge Frau hält sich beim niesen die Hand vor den Mund.
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MDR JUMP Mi 15.11.2017 02:10Uhr 01:56 min

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Mundgeruch ist unangenehm. Oftmals bemerken die Betroffenen das Problem zunächst gar nicht. Da der Mensch an seinen eigenen Körpergeruch gewöhnt ist, nimmt er ihn nur sehr schwach oder gar nicht wahr. Erst die seltsamen oder auch eindeutigen Hinweise der Mitmenschen lassen aufhorchen. Wenn du mit normalen Hausmitteln und Mundhygiene nicht weiterkommst, gehst du zum Spezialisten. Wir sagen dir, wie du die Ursachen des schlechten Atems am besten bekämpfst.

Die Hauptursache von Halitosis, so der Fachbergriff für Mundgeruch, liegt nicht, wie oft vermutet, in einer Magen- oder Darmerkrankung. In 85 bis 90 Prozent aller Fälle sind Bakterien in der Mundhöhle dafür verantwortlich. Die meisten der etwa 500 verschiedenen Arten besiedeln unsere Zunge. Ebenfalls beliebt sind Zahnfleischtaschen und kaputte Zähne. Die Bakterien leben von Essensresten, abgestorbenen Zellen und Blut. Ihre Abfallprodukte sind schwefelhaltig. Und eben dieser Schwefel ist für den fauligen Mundgeruch verantwortlich. Nur rund 15 Prozent der Mundgeruchsfälle lassen sich auf eine ernsthafte Erkrankung des Magen-Darmtraktes, ein Krebsleiden oder eine Stoffwechselstörung zurückführen.

Hast du Mundgeruch?

Andere danach zu fragen, kostet erhebliche Überwindung. Deshalb gibt es einen einfachen Test: Du leckst mit der Zunge ein paar Mal an deinem Handgelenk und wartest, bis der Speichel getrocknet ist. Wenn es jetzt an der Stelle unangenehm riecht, solltest du dir Gedanken machen, wie du den Mundgeruch am besten loswirst.

Therapien gegen Mundgeruch

Geruch übertünchen

Ein mann sprüht sich Mundspray in den Mund
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Menschen mit Mundgeruch können Pastillen, Pfefferminz-Bonbons, Ingwer oder Petersilie lutschen bzw. kauen. Sie kaufen sich Atemsprays und Mundduschen. Kurzfristig hilft das: Der muffige Geruch wird überdeckt. Die Ursache für den schlechten Atem ist damit aber nicht behoben.

Viel trinken

Wasser spült einen Teil der übel riechenden Schwefelverbindungen weg.

Kaugummi kauen

Kaugummis (ohne Zucker) entfernen einen Teil des weichen Zahnbelags und regen den Speichelfluss an. Die Spucke desinfiziert und hält die Bakterien im Zaum.

Regelmäßig Zähne putzen

Junge Frau putz ihre Zähne mit einer Zahnbürste
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Den Zahnbelag entfernst du nur durch regelmäßiges Zähneputzen. Das verhindert, dass sich Bakterien im Mund einnisten, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind. Am besten putzt du zweimal täglich und hältst die Mindestdauer von zwei Minuten ein.

Zahnzwischenräume reinigen

Auch die Zahnzwischenräume sollten wenigstens zweimal pro Woche gründlich gereinigt werden, denn mit einer normalen Zahnbürste erreichst du nicht den ganzen Zahn. Die Zahnzwischenräume sind daher eine Brutstätte für schlechten Atem. Interdentalbürsten und Zahnseide eignen sich am besten. Für empfindliches Zahnfleisch empfehlen Experten die Verwendung von Zahnfloss, einem flauschigen Faden, mit dem du das Zahnfleisch nicht verletzt.

Professionelle Zahnreinigung

Egal wie gut du putzt, etwa 30 Prozent des Zahnbelages erreichst du nicht. Experten empfehlen deshalb, die Zähne ein bis zwei Mal im Jahr professionell reinigen zu lassen. Dabei werden Beläge und Zahnstein entfernt. Außerdem werden die Zähne poliert und versiegelt, was die Ansiedelung neuer Bakterien erschwert. So lässt sich auch Zahnfleischentzündungen vorbeugen.

Zunge reinigen

Hier siedeln die meisten Bakterien. Die kannst du mit speziellen Bürsten bzw. Schaber beseitigen. Du kannst dafür aber auch genauso gut eine normale Zahnbürste verwenden.

Mundspülungen verwenden

Mundwässer überdecken nur den Mundgeruch und wirken nicht lange. Mundspüllösungen dagegen können das Bakterienwachstum hemmen, Plaque reduzieren und damit den Mundgeruch beseitigen. Einige Spülungen beseitigen aber Mikro-Organismen, die zu einer normalen Mundflora gehören. Sprich deshalb vor Benutzung mit einem Zahnarzt.

Zahnersatz reinigen

Hier siedeln Bakterien sich genauso wie an normalen Zähnen an. Gerade, weil Zahnersatz auch mitunter außerhalb des Mundes aufbewahrt wird, solltest du hierbei besonders auf die entsprechende Säuberung und Hygiene achten.

Zahnarzt aufsuchen

In einigen Fällen ist auch der Gang zum Zahnarzt ratsam. Parodontose oder kaputte Zähne können mit keinem Hausmittel behandelt werden.

Facharzt aufsuchen

Liegt der Grund für den Mundgeruch im Magen, der Nasennebenhöhle etc., bleibt dir nur der Gang zum Facharzt. Der kann dann die Ursache direkt angehen.

Fazit

Bei Mundgeruch hilft in den meisten Fällen bereits eine umfangreiche Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume. Kurzfristig helfen auch Pastillen oder Kaugummi. Liegt die Ursache nicht im Mundbereich, sondern zum Beispiel im Magen oder den Nasennebenhöhlen, kann nur ein Facharzt helfen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 09. November 0017 | 09:21 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. November 2017, 02:10 Uhr