Was tun wenn's stinkt? Nie mehr müffelnde Waschmaschinen

Das Problem

Eigentlich dürften dank moderner Waschmittel und computergesteuerten Waschprogrammen weder Maschine noch Wäsche unangenehm riechen. Manche  Verbraucher greifen zusätzlich zu Waschmittelparfüm, das wochenlangen Superduft der Wäsche verspricht. Warum es trotzdem riecht, erklärt die Leipziger Meisterin der Hauswirtschaft Irmtraud Dening so: “Die Leute waschen einfach bei zu niedrigen Temperaturen. Diese Ökowaschgänge sind zwar energiesparend, aber die Bakterien, die den Geruch in der Wäsche verursachen, werden Sie damit nicht los.“

Die 60-Grad-Marke

Person dosiert Waschmittel.
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Moderne Waschmittel werben damit, die Wäsche schon bei niedrigen Temperaturen sauber zu waschen. Und auch Waschmaschinen locken mit Programmen, die für vermeintlich saubere Wäsche nur 20 Minuten brauchen. Doch genau da liegen die Probleme. „Wenn Sie mit niedrigen Temperaturen, zu kurz und dann auch noch mit einem Flüssigwaschmittel waschen, dann haben die Bakterien gute Chancen, sich anzusiedeln und auszubreiten“, so unsere Hauswirtschafts-Expertin. Zuverlässig sterben Bakterien erst bei einem 60-Grad-Waschgang, der dann wenigstens eine Stunde dauern sollte. “Wenigstens einmal im Monat sollten Sie bei 60 Grad waschen und dann auch noch ein Pulver-Vollwaschmittel benutzen. Denn da ist automatisch Bleiche drin und auch die bekämpft  Keime und Bakterien“, so Irmtraud Dening. 

Kampf den Bakterien

Haben sich nun aber Keime schon in der Waschmaschine festgesetzt, dann ist eine gründliche Reinigung des Geräts nötig. Denn eine Waschmaschine hält für unangenehm riechende Bakterien viele Plätze bereit, an denen die sich vermehren können:

  • Der Türgummi: Hier sammelt sich bei jeder Wäsche Feuchtigkeit. Rückstände von Waschmitteln bieten einen idealen Nährboden für Keime und Schimmel. Wisch deshalb den Gummi nach jedem Waschtag ordentlich sauber.
  • Die Wäschetrommel: ist an sich aus Edelstahl, da können sich keine Keime vermehren, wohl aber in den Ritzen und Ecken der Wäschetrommel. Deshalb lass die Tür der Maschine im Off-Modus immer ein Stück aufstehen, dann trocknet die Maschine richtig aus.
  • Das Flusensieb: soll verhindern, dass Geldstücke oder andere Kleinteile aus der Wäsche die Pumpe beschädigen oder verstopfen. Hier sammelt sich besonders viel kleinteiliger Schmutz, in dem sich Bakterien und Keime wohl fühlen. Reinige das Sieb also regelmäßig.  
  • Die Waschmittelschublade: auch dort bildet sich schnell ein Schmierfilm, auf dem sich geruchsbildende Bakterien niederlassen und vermehren können. Die Gegenmaßnahme heißt auch hier, regelmäßig zu säubern.
  • Kalkrückstände: Je härter Ihr Wasser, desto mehr Kalk lagert sich in der Maschine ab. Auch dort sollen sich Bakterien und Keime wohlfühlen.

„Die meisten Vollwaschmittel beinhalten aber schon Wasserenthärter, der beseitigt das Problem“, weiß unsere Expertin. Wasche deshalb immer mit der für deine Wasserhärte angegebenen Waschmittelmenge, dann sollte Kalk kein Problem werden. Ab und zu kannst du ihn auch mit einem speziellen Kalklöser oder Zitronensäure entfernen. Essigessenz ist eher schädlich für die Gummidichtungen der Maschine. Maschinenreiniger kannst du bis zu zweimal im Jahr verwenden. Ähnlich wie beim Geschirrspüler wird die leere Maschine dabei gründlich gereinigt und alle Rückstände werden entfernt. 

Wenn die Wäsche trotzdem stinkt     

Frau schützt ihr Riechorgan mit einer Wäscheklammer.
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Gerade Sportkleidung, die sehr verschwitzt ist, solltest du entweder sofort waschen oder erstmal trocknen, bevor sie in den Wäschesack wandert. Im Schweiß fühlen sich die Geruchsbakterien besonders wohl und vermehren sich schnell. Auch andere Schmutzwäsche kann dann betroffen sein. Wenn du Sportkleidung bei niedriger Temperatur nur kurz wäschst, dann kann sie schnell wieder anfangen zu riechen, weil viele Keime überlebt haben. Außerdem solltest du eine fertige Waschmaschine immer möglichst schnell leeren und die Wäsche aufhängen oder in den Trockner stecken.

Das Extra an Duft

Parfümzusätze für die Waschmaschine sind ökologisch nicht sinnvoll. „Das ist eher ein kleiner Luxus, den Sie sich ab und zu mal gönnen können, Sie brauchen sowas aber nicht“, meint Irmtraud Dening.   

Fazit

Eine unangenehm riechende Waschmaschine bekommst du mit einer gründlichen Reinigung und wenigstens einem Heißwaschgang pro Monat wieder in den Griff.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP am Vormittag | 04.04.2017 | 9 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. April 2017, 02:10 Uhr