Quicktipp: Streit im Advent So vermeidest du Nachbarschaftsstreit an Weihnachten

Weihnachtlich aufgeputzter Balkon, 2006
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MDR JUMP Fr 22.12.2017 02:10Uhr 01:36 min

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Kerzen, Adventskränze und Lichterketten: Was Weihnachtsfans erfreut, kann schnell Ärger mit Vermieter und Nachbarn einbringen. Wir haben deshalb die wichtigsten Regeln zum Thema Weihnachten und Mietrecht zusammengefasst.

Dekoration im Treppenhaus

Zu Weihnachten werden oft nicht nur die eigenen vier Wände winterlich dekoriert, sondern auch Flure, Treppenhäuser oder Gemeinschaftsräume. Vermieter drücken hier oft die Augen zu, im Zweifel dürften sie es aber verbieten. Denn Mieter mieten nur die Wohnung selbst, nicht aber die Gemeinschaftsgänge und -räume. Dabei geht es auch nicht nur darum, dass jeder im Haus einen anderen Geschmack hat, sondern auch um Sicherheit, beispielsweise um Brände vorzubeugen. Auch müssen Fluchtwege stets freigehalten werden. Eine Ausnahme gibt es aber: Wer seine Wohnungstür mit einem bunten Adventskranz schmücken möchte, kann dies laut einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf bedenkenlos tun.

Lichterketten am Balkon

Gegen die Deko auf dem Balkon darf ein Vermieter auch dann nichts sagen, wenn er der Meinung ist, dass der Gesamteindruck des Hauses dadurch beeinträchtigt wird. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen: Sind für die Anbringung der Dekoration Eingriffe in die bauliche Substanz notwendig, so muss man den Vermieter vorher um Erlaubnis fragen. Außerdem sollten Nachbarn durch hell flackernde Lichter nicht mehr beeinträchtigt werden als durch Straßenlaternen und Außenleuchten. Belästigt die Beleuchtung beispielsweise den Nachbarn im Schlaf, so kann er dagegen vorgehen. Das gilt übrigens auch bei Einfamilienhäusern. Um den Nachbarschaftsfrieden zu wahren, sollte man spätestens 22.00 Uhr die Lichter ausschalten.

Duftkerzen und Duftsprays

Räucherstäbchen
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Duftkerzen und Duftsprays sind genau wie Deko-Artikel immer Geschmackssache. Selbst wenn sie also unangenehm riechen, kann man nichts sagen, wenn jemand sie innerhalb der eigenen vier Wände benutzt. Anders sieht es aus, wenn sie im ganzen Haus aufgestellt und versprüht werden. Das kann das Zusammenleben der Bewohner beeinträchtigen - und damit untersagt werden.

Offene Flammen und der Weihnachtsbaum

Nie brennen so viele Kerzen wie an den Weihnachtsfeiertagen. Doch gerade Nadelhölzer von Weihnachtskranz und Weihnachtsbaum können wie Brandbeschleuniger wirken und die Wohnung in Brand setzen. Um den Ausbruch eines Feuers zu vermeiden, sollten die Kerzen nur in Räumen brennen, in denen man sich gerade aufhält. Zudem sollte man einen Eimer Wasser zum Löschen stets in der Nähe haben. Ein Baum mit echten Kerzen muss auf einer feuerfesten Unterlage stehen. Brennt es trotzdem, zahlt gegebenenfalls die Versicherung, wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, unter Umständen sogar die Gebäudeversicherung des Vermieters. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofes hervor. Verbieten darf der Vermieter die Verwendung von echten Kerzen am Weihnachtsbaum allerdings nicht.

Fazit

Zwischen Nachbarn kann es auch in der besinnlichen Adventszeit zu Streit kommen: Blinkende Lichterketten stören den Schlaf des einen, Zimt-Duftsprays im Treppenhaus vermiesen dem anderen die Weihnachtsfreude. Deshalb dürfen Mieter nur ihre eigene Wohnung dekorieren und weihnachtlich schmücken, wie sie wollen. Dieses Recht gilt aber nicht für Gemeinschaftsräume wie Treppenhäuser, Flure oder gemeinsam genutzte Kellerräume.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 18. Dezember 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2017, 02:10 Uhr