Quicktipp Mietkaution: So vermeidest du Ärger

Scrabble-Steine bilden das Wort "Mietkaution" auf einem Stapel Geldscheine, der auf einem Mietvertrag liegt. 2 min
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Umschau-Quicktipp Mietkaution

Mietkaution

MDR JUMP Fr 08.06.2018 02:10Uhr 02:09 min

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Laut Bürgerlichem Gesetzbuch ist die Mietkaution als Barkaution beim Vermieter zu hinterlegen. Bis zu drei Monats-Kalt-Mieten kann ein Vermieter als Kaution verlangen. Nach Beendigung des Mietverhältnisses muss der Vermieter dem Mieter die Kaution mit Zins und Zinseszins wieder auszahlen – es sei denn, er hat Forderungen an den Mieter, weil er mit Mietzahlungen im Verzug ist oder nach dem Mietverhältnis Schäden oder ungewöhnliche Abnutzungen in der Wohnung vorhanden sind. Ist der Mietvertrag ohne Verpflichtung zur Zahlung einer Mietkaution geschlossen worden, kann der Vermieter ohne Einverständnis des Mieters nicht nachträglich eine Kaution verlangen.

Verluste dürfen nicht sein

Während der Mietzeit muss der Vermieter die Kaution so hinterlegen, dass kein Verlustgeschäft entsteht. Investitionen an der Börse oder in Fonds sind also tabu. Im Idealfall soll das Geld gewinnbringend angelegt werden. Der Gewinn gehört am Ende dem Mieter. Das Geld muss auch treuhänderisch und getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden.

Kaution hinterlegen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Geld zu hinterlegen, zum Beispiel:

Du gibst es dem Vermieter in bar
Er legt das Geld dann auf einem entsprechenden Kautionskonto an. Nachteil für dich: Du hast keinerlei Zugriff oder Sperrmöglichkeit. "Wenn der Vermieter in dieser Konstellation am Ende der Mietzeit meint, dass er Forderungen an Sie hat, kann er das Geld einbehalten und Sie können im Streitfall nur übers Gericht dagegen vorgehen", erklärt Katrin Kroupovà, Rechtsberaterin beim Deutschen Mieterbund Sachsen.

ein Mietvertrag mit einem Schlüssel
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Du richtest ein Kautionssparbuch ein
Entweder übergibst du das dem Vermieter oder du weist nach, dass du das Sparbuch eingerichtet hast und behältst es. Im Normalfall kannst du an das Geld nur mit Zustimmung des Vermieters. Umgekehrt gilt das genauso, wie die Expertin erklärt: "Hier haben Sie schon eher die Möglichkeit, einem Zugriff des Vermieters zu begegnen, wenn Sie der Meinung sind, dass das ungerechtfertigt ist." Denn bevor der Vermieter eine Forderung vom Sparbuch eintreiben kann, muss die Bank dich von dieser Forderung informieren, sodass du gegebenenfalls einschreiten kannst. Katrin Kroupovà weiß, wie Banken damit umgehen: "Banken handhaben das sehr unterschiedlich. Bei einigen reicht ein Widerspruch innerhalb von vier Wochen. Bei anderen ist es besser, sie erlassen gleich eine einstweilige Verfügung. Dann darf die Bank Ihr Geld nicht auszahlen."

Du richtest eine Bankbürgschaft oder Kautionsversicherung ein
Diesen Service bieten viele Banken und Versicherer an. Für eine jährliche Summe ab 80 Euro aufwärts, garantieren die Unternehmen dem Vermieter, berechtigte Forderungen bis zu drei Monaten der Kaltmiete an ihn auszuzahlen. Vorteil für dich als Mieter: Du kannst das Kautionsgeld anderweitig verwenden.
Nachteile: Du hast weniger Zugriffsmöglichkeiten. Bank oder Versicherung zahlen in der Regel schnell an den Vermieter und holen sich die Forderungen auf jeden Fall von dir zurück. Und: Du sinkst unter Umständen in der Kreditwürdigkeit bei deiner Bank. Auf deinem Schufa-Score sollen sich derlei Bürgschaften jedoch nicht auswirken. Außerdem können die Gebühren nach fünf Jahren Miete auch ein hübsches Sümmchen ergeben. Wichtig: Der Vermieter darf die Kaution nicht auf einmal und auch nicht vor Beginn des Mietverhältnisses verlangen. "Sie können die Kaution in Raten einzahlen und haben dafür bis zum dritten Monat nach Beginn des Mietverhältnisses Zeit", so die Expertin vom Mieterbund.

Das wichtige Übergabeprotokoll

Damit du wirklich vollständig im Recht bist und der Vermieter keine berechtigten Forderungen an dich hat, übergibst du bei Auszug deine Wohnung einwandfrei. Leichte Gebrauchsspuren, wie abgenutzter Teppich und Griffspuren an Türen dürfen sein. Grelle Farben und Löcher in Fliesen und Wänden hingegen sind nicht erlaubt. Zur Wohnungsübergabe protokollierst du den Zustand der Wohnung genau. Nimm dir einen Zeugen mit. Mach Fotos und beschreibe im Protokoll ganz exakt, was eventuell zu bemängeln ist. Also statt "Teppichboden mit Flecken verschmutzt" schreibst du lieber genau, wo der Fleck ist und wie groß er ist. Mache das ganz exakt.

Verlange ein vom Vermieter unterschriebenes Exemplar des Protokolls inklusive aller gemeinsam abgelesenen Zählerstände.

So bekommst du die Kaution zurück

Umzugskartons in einer Wohnung
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Wenn du alle Monatsmieten bezahlt, die Wohnung ordnungsgemäß übergibst und auch die Nebenkostenrechnungen alle beglichen hast, dann muss der Vermieter dir die Kaution zurückgeben. In welchem Zeitraum das geschehen muss, darüber sind Gerichte unterschiedlicher Auffassung. Überwiegend allerdings erachtet die Rechtsprechung eine sechsmonatige Frist für die Rückzahlung der Mietkaution durch den Vermieter für angemessen. Nur in begründeten Einzelfällen darf die Kaution länger zurückbehalten werden.

Das darf der Vermieter einbehalten

Solltest du mit der Miete jedoch im Rückstand oder die Wohnung tatsächlich beschädigt sein, dann kann der Vermieter mit der Rückzahlung auf die Bremse treten. Er muss dir die Chance geben, die Beschädigungen auf eigene Kosten fachgerecht beseitigen zu lassen. Dafür darf er dir eine Frist setzten. Reagierst du nicht, kann er es auf seine Weise erledigen und dir die entsprechend anfallenden Rechnungen von der Kaution abziehen. Besonders für die Nebenkostenabrechnungen kann der Vermieter Geld zurückbehalten. Dazu unsere Expertin: "Das gilt besonders dann, wenn bei Ihnen während der Mietzeit immer Nachzahlungen fällig wurden. Der Vermieter darf dann vermuten, dass das auch bei ihrer letzten Nebenkostenabrechnung der Fall sein wird." Bis zum Dreifachen der monatlichen Nebenkostenvorauszahlungen kann sich der Vermieter so einbehalten, bis die Abrechnung tatsächlich da ist.

Bei 200 Euro Nebenkosten pro Monat dürfte er also 600 Euro einbehalten. Gerade wenn du im Frühjahr ausgezogen bist, kann es bis zur endgültigen Abrechnung Ende des nächsten Jahres wirklich sehr lange dauern.

Sichere dich rechtlich ab

Damit du bei Streitigkeiten nicht ohne Unterstützung dastehst, schließt du eine Rechtschutzversicherung für Mietrecht ab oder wirst Mitglied in einem der Mietervereine oder Mieterschutzbünde. Vorteil dort: Du bezahlst zwar um die 80 Euro Mitgliedbeitrag pro Jahr, wirst dadurch aber rechtlich vertreten und jederzeit beraten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 08. Juni 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2018, 02:10 Uhr