Quicktipp Lebensmittelmotten: So wirst du die Schädlinge wieder los

Lebensmittelmotte
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MDR JUMP Mo 26.02.2018 02:10Uhr 01:56 min

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Motten im Kleiderschrank sind vielen ein Begriff. Doch die Plagegeister können auch ganze Küchenschränke befallen – dann handelt es sich um Lebensmittelmotten. Sie leben in Gewürzen, Backzutaten oder Müsli und sind besonders lästig, da sie nur schwer wieder loszukriegen sind. Wir zeigen, wie sie zu bekämpfen sind und wie Verbraucher den Motten vorbeugen können.

So leben die Motten

Gesiebtes Mehl
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Die etwa zehn bis zwanzig Millimeter langen Tiere leben mit Vorliebe in Verpackungen von Mehl, Gewürzen, Müsli, Trockenobst, Nüssen oder auch Tütensuppen. Verklumptes Mehl oder Müsli können erste Anzeichen für Lebensmittelmotten sein, schnell haben die Motten und Larven aber den gesamten Vorratsschrank erobert. Sie bevorzugen sogenannte „Ladenhüter“, also Verpackungen, die lange im Schrank stehen und nur selten geöffnet werden. Hunderte Eier legen die Motten in die Verpackungen selbst oder in Schrankritzen und Ecken ab. Einmal drin, sind sie besonders hartnäckig und nur schwer wieder loszukriegen.

Daran sind sie zu erkennen

Motten sind sehr klein. Wenn sie ihre Flügel angelegt haben, bilden sie oft nur einen dunklen Strich an der Wand oder im Regal. Meist sind die Tiere silbrig-grau, die Larven sind winzig und oft ockerfarben. Sie besitzen zwar Flügel, dennoch fliegen die Falter nur selten und wenn, dann nur sehr kurze Strecken - lieber krabbeln oder springen sie. Eine einzelne Motte ist noch kein Befall – erst, wenn mehrere Motten oder Raupen gesichtet werden, ist die Küche wohl von Lebensmittelmotten befallen. Dann sollte umgehend gehandelt werden: „Das Problem wird von alleine nicht besser“, weiß Lutz Mittendorf, Schädlingsbekämpfer in Magdeburg. Einmal in der Wohnung, vermehren sie sich dort unglaublich schnell: Ein befruchtetes Weibchen legt etwa 300 bis 400 Eier.

Motten im Schrank müssen übrigens kein Zeichen für mangelnde Hygiene sein. Die Motten werden vielmehr eingeschleppt. „Das ist ja ein Insekt, was man sich selbst einkauft. Man bekommt das, ohne dass man dafür bezahlt hat. Es kommt einfach mit dem Produkt, das man gekauft hat in der Einkaufstüte“, stellt Lutz Mittendorf klar.

Kaum gesundheitliche Schäden durch die Motten

Nicht, dass die Motten an sich nicht schon lästig genug wären – sie verderben durch ihren Kot und ihre Verpuppungsgespinnste auch die Lebensmittel. „Sie können de facto keine Krankheiten übertragen, aber sehr sensible Menschen mit einer allergischen Prädisposition reagieren unter Umständen auf die Kokons, die Verpuppung“, erklärt Lutz Mittendorf. Manche tragen auch Pilze oder Milben mit sich, was bei Menschen schnell Allergien oder auch Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen kann, wenn sie die verunreinigten Produkte essen.

Die Plagegeister wieder loswerden

Zunächst die gute Nachricht: Um Lebensmittelmotten zu bekämpfen, ist in der Regel kein Kammerjäger notwendig. Sollten die Tiere jedoch auch mehrfache Bekämpfungen überleben, führt wohl kein Weg an einer professionellen Schädlingsbekämpfung vorbei. Wer die ersten Motten im Schrank entdeckt hat, sollte folgende Maßnahmen ergreifen:

Lebensmittel wegwerfen

Um die Motten loszuwerden, hilft nur konsequentes Ausmisten. Befallene Lebensmittel müssen sofort in eine Mülltonne außerhalb der Wohnung geworfen werden. Um einem erneuten Befall vorzubeugen, rät das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sogar, die befallenen Lebensmittel vor dem Entsorgen für einige Tage einzufrieren oder für anderthalb bis zwei Stunden im Backofen auf 60 bis 80 Grad zu erhitzen. So könnten Larven, Eier und Falter in den Vorräten abgetötet werden. Verzichte man darauf, drohe Wiederbefall oder eine Verschleppung.

Schränke säubern

Schränke muss man aussaugen und auswischen, etwa mit Seifenlauge oder Essigwasser – dies sollte über einen gewissen Zeitraum regelmäßig, etwa alle zwei Wochen, erfolgen.

Wärme und Kälte

Ritzen in den Schränken oder schlecht zugängliche Stellen können Hitze ausgesetzt werden, beispielsweise mit einem Föhn, denn Eier und kleine Larven sterben bei großer Hitze ab. Auch Kälte mögen die Motten nicht: In allen Entwicklungsstadien werden die Tierchen bei minus 18 °C eine Woche lang abgetötet – die Lebensmittel werden dadurch aber nicht gleichzeitig wieder genießbar.

Schlupfwespen als natürliche Feinde einsetzen

Eine alternative Bekämpfungsform ist die Konfrontation der Lebensmittelmotte mit ihrem natürlichen Feind: der Schlupfwespe. Die ist noch viel kleiner als die Motte, nur etwa einen halben Zentimeter groß und für den Menschen kaum sichtbar. „Diese Tiere legen ihre Eier direkt in die Eier der Motte ab und entwickeln sich darin, sodass das Mottenei wertlos wird. Sobald der Bestand der Motteneier erledigt ist, erledigt sich auch der Befall dieser Wespe“, erklärt Lutz Mittendorf. Die Wespen sind für Menschen ungefährlich und verschwinden wieder, sobald ihre Aufgabe erledigt ist. Sie können in Fachgeschäften oder auch im Internet gekauft werden.

Wiederverschließbare Behälter halten Lebensmittelmotten fern

Verschiedene Tupperboxen
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Da man nicht ganz sicher sein kann, ob man alle Motten erwischt hat, ist es nach dem großen Ausmisten wichtig, die anderen Lebensmittel in wiederverschließbare Behälter umzufüllen. So kann man vorbeugen, dass neu gekaufte Nahrung wieder befallen wird. Um zu überprüfen, ob ein Befall endgültig beseitigt ist, eignen sich Pheromonfallen. Diese locken mit einem Sexuallockstoff männliche Motten an. Befindet sich keine Motte mehr in einer aufgestellten Falle, dürfte das Problem gelöst sein. Die Fallen sind allerdings nur zum Überprüfen, nicht zum gezielten Bekämpfen geeignet.

Lebensmittelmotten vorbeugen

Auch wenn den Verbraucher meist keine Schuld an der Ausbreitung der Motten trifft, kann einem Befall vorgebeugt werden. Dazu die folgenden Tipps:

  • Beim Einkauf darauf achten, dass die Verpackungen unversehrt und ungeöffnet sind; so einkaufen, dass Lebensmittel möglichst schnell verzehrt werden.
  • Lebensmittel in der Küche kühl und trocken lagern: Motten bevorzugen eher ein feucht-warmes Klima.
  • Aufmerksam sein: Lebensmittel vor dem Essen auf einen möglichen Befall überprüfen.
  • Küchenschränke sauber halten, Krümel entfernen, Spalten und Ritzen abdichten.
  • Düfte verbreiten, die die Motten abschrecken: z.B. Lavendel, Nelken, Pfefferminze – fertige Duftmischungen gibt es im Handel.
  • Wiederverschließbare Behälter für Lebensmittel verwenden.

Lebensmittelmotte ist nicht gleich Kleidermotte

Die Lebensmittelmotte gehört – anders als die Kleidermotte – zur Familie der Zünsler. Am häufigsten treten die braun-weiße Dörrobstmotte, die silbrig-graue Mehlmotte und der braun-gelbe Mehlzünsler auf. Die Kleidermotte hingegen ist ein Nachtfalter. Daher kommen auch unterschiedliche Methoden bei der Bekämpfung zum Einsatz.

Fazit

Lebensmittelmotten werden meist beim Einkauf mit „eingeschleppt“. Die Motten leben in Verpackungen und Lebensmitteln, hauptsächlich in Getreideprodukten, aber auch in Nüssen, Müsli oder Kakao. Zu Hause können verklumptes Mehl oder Müsli auf einen Befall hindeuten. Um die Motten loszuwerden, hilft nur konsequentes Ausmisten. Während einzelne Motten noch mit dem Staubsauger beseitigt werden können, sollten bei größerem Befall verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Extreme Hitze oder Kälte können Tiere und Eier abtöten. Die befallenen Lebensmittel sollten sofort in den Müll geworfen und komplett entsorgt werden. Auch Auswischen der Schränke mit Essigwasser oder Seifenlauge ist hilfreich. Vielversprechend ist auch der Einsatz der natürlichen Feinde der Motten: der Schlupfwespen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 26. Februar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2018, 02:10 Uhr