Was hilft gegen Kopfschmerzen und Migräne?

05.09.2018 | 02:10 Uhr

Junge Frau mit Migräne 1 min
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Umschau-Quicktipp Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

MDR JUMP Mi 05.09.2018 02:10Uhr 01:05 min

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Kopfschmerzen nerven! Sie können, egal ob chronisch oder anfallsweise das Leben massiv beeinflussen. Was gegen Kopfschmerzen hilft und wann du damit unbedingt zum Arzt solltest, erklärt uns Hauptsache-Gesund-Moderator und Allgemeinmediziner Dr. Carsten Lekutat. 

Die Kopfschmerzarten

Es soll über 360 verschiedenen Arten geben. Mediziner teilen diese in zwei Gruppen:

  1. Der sogenannte primäre Kopfschmerz. Der entsteht im Kopf selbst, kann also oft keiner äußeren Ursache zugeordnet werden. Dazu zählen der Spannungskopfschmerz und die Migräne als die häufigsten Formen. Und ganz besonders schlimm für die Betroffenen ist der Clusterkopfschmerz, die Schmerzen sind hierbei oft extrem, die Anfälle sehr häufig.
  2. Der sekundäre Kopfschmerz. Er entsteht in Folge von Verletzungen. Zum Beispiel nach Operationen am Kopf oder Nervensystem, nach einer Kopfverletzung durch einen Unfall. Aber auch eine bakterielle Entzündung der Nerven, Wassermangel, Verletzungen an Hals, Nase, Ohren und Zähnen oder Entzugserscheinungen können unter anderem zu sekundären Kopfschmerzen führen. Lässt sich die Ursache für den Kopfschmerz abstellen und gehst du gemeinsam mit einem Arzt frühzeitig gegen die Schmerzen vor, verschwinden die in der Regel komplett.  

Die häufigste Formen und was du dagegen tun kannst

Spannungskopfschmerz:

Er wird von den Betroffenen als dumpfer, drückender Schmerz um den ganzen Kopf herum beschrieben. Dazu Dr. Lekutat: „Man nennt es das Stahlhelmsyndrom, es fühlt sich an, als habe man so einen schweren Armeehelm auf dem Kopf.“ Die Schmerzen können immer mal wiederkehren oder ohne Behandlung auch dauerhaft bleiben. Oft liegt die Ursache in Bewegungsmangel und Verspannung. „Wenn Sie den ganzen Tag vorm Computer sitzen, dann verspannt sich die Schulter-Nacken-Muskulatur. Das wird dann über die Nervenbahnen zum Kopf weitergeleitet“, so unser Experte. Aber auch Zähneknirschen oder Schlafmangel können zu solchen Schmerzen führen.

Pfefferminzöl
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Dagegen hilft laut Dr. Lekutat Pfefferminzöl. "Das wirkt bei vielen Patienten eingerieben auf den betroffenen Stellen. Von außen, das ist ohne Nebenwirkungen.“ Zusätzlich helfen Entspannungsübungen und viel Bewegung im Freien. Und es helfen auch Medikamente mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Paracetamol und Ähnliche.       

Migräne

Zwischen 15 und 20 Prozent aller Menschen sollen unter Migräne leiden. Die Schmerzen kommen anfallsweise und sind oft so stark hämmernd oder pochend, dass die Betroffenen in einen dunklen, kühlen und ruhigen Raum müssen. Manche Attacken dauern ein paar Stunden, andere bis zu drei Tage. Als eine Ursache wird der Mangel von bestimmten Botenstoffen vermutet. Auch Kinder können schon Migräne bekommen, oft wird diese Form von Kopfschmerzen vererbt. „Die Attacken werden ausgelöst durch so genannte Trigger. Dazu zählen Stress, helles Licht, Lärm aber auch Gerüche und Nikotin und Alkohol“, so der Arzt. Auch ein Wetterumschwung kann eine Migräneattacke auslösen. Mit Migränekopfschmerzen musst du zum Arzt. Er stellt dich auf die richtigen Medikamente ein und bespricht weitere Verhaltensmaßnahmen. Wichtig ist, dass sich Betroffene an regelmäßige Schlaf-, Pausen-, und Essenszeiten halten. Günstig sind auch Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren.

Clusterkopfschmerz

Die wohl heftigste Kopfschmerzart kommt bei den Betroffenen gehäuft vor, Cluster bedeutet im Englischen Haufen. Oft ist es ein einseitiger Schmerz im Augenbereich, den Betroffene empfinden, als würde man ihnen mit dem Messer ins Auge stechen. Die Attacken können zwischen ein paar Minuten und bis zu drei Stunden dauern. Sie kommen ohne äußere Anlässe, manchmal sehr regelmäßig und oft nach nur kurzen Pausen mehrmals hintereinander. Akut helfen dagegen Nasentropfen, reiner Sauerstoff und spezielle Medikamente, die Ihnen der Arzt verschreiben muss.

Dann solltest du zum Arzt

Gelegentliche Kopfschmerzen sind nicht schlimm, unser Experte rät aber: “Wann immer Sie neuartige Kopfschmerzen bekommen, etwas, was so noch nicht da war oder wenn sich Kopfschmerzen verändern, also stärker werden und häufiger kommen, müssen Sie zum Arzt.“ Dort musst du die Ursache abklären lassen, denn: „Sie können einen Nackenkopfschmerz bekommen, nehmen den nicht ernst und dahinter steckt eine Hirnblutung, das ist lebensgefährlich“, warnt Dr. Lekutat.   

Medikamente nur in Maßen

Wenn du viel unter Anspannung und Stress stehst, können die Kopfschmerzen schon mal öfter auftreten. Der Griff zur Tablette sollte aber kontrolliert werden. Experten empfehlen, an höchstens zehn Tagen im Monat ein Schmerzmittel zu nehmen. „Erstens besteht die Gefahr einer Abhängigkeit von solchen Mitteln. Der Kreislauf ist: Schmerzen, Tablette, Wohlgefühl. Das will der Körper dann immer häufiger. Und ein zweites Problem ist: Über einen langen Zeitraum eingenommen, erzeugen Kopfschmerzmittel selbst Kopfschmerzen“, warnt der Arzt. Es drohen chronische Kopfschmerzen und andere Probleme wegen der Nebenwirkungen der Medikamente.

Ausweg Schmerztherapie

Wenn du alleine mit den Schmerzen nicht mehr klar kommst und dein normaler Hausarzt auch nicht weiter weiß, hilft eine Schmerztherapie. Dafür gibt es auch in Mitteldeutschland spezielle Kopfschmerzzentren. Hier werden deine Schmerzen und die Ursachen genau untersucht. Ein Team von Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen und Ernährungsberatern stellt für dich einen individuellen Behandlungsplan auf. Oft sind nach einem stationären Aufenthalt und einer konsequenten Weiterbehandlung für die Betroffenen deutliche Verbesserungen möglich.

So kommst du mit Kopfschmerzen besser zurecht

Nahaufnahme der Sportschuhe einer Joggerin im Wald
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Ob du die Veranlagung hast oder nicht, ein gesunder Lebenswandel kann Kopfschmerzen oder die Anzahl der Attacken reduzieren. Mäßige dich bei Nikotin und Alkohol. Bewege dich ausreichend und versuche, Stress und Überarbeitung zu vermeiden. Greife nur zu Medikamenten, wenn unbedingt nötig. Akzeptiere gelegentliche Schmerzen, besprich aber jede Neuerung oder Veränderung unbedingt frühzeitig mit deinem Arzt. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. September 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2018, 02:10 Uhr