Quicktipp Kochen in der Mikrowelle: Gesund oder schädlich?

Eine junge Frau bedient eine Mikrowelle
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MDR JUMP Di 09.01.2018 02:10Uhr 02:03 min

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Eigentlich wollte der amerikanische Forscher Percy Spencer im zweiten Weltkrieg eine Strahlenwaffe gegen Deutschland entwickeln. Da schmolz während eines Tests ein Schokoriegel in seiner Hosentasche - die Geburtsstunde der Mikrowelle. Heute steht in fast dreiviertel aller deutschen Haushalte so ein Gerät. Nutzen und Anwendung sind vielseitig, der Gebrauch jedoch umstritten. Was kann die Mikrowelle, und wie gesund oder schädlich ist sie wirklich?

Das Prinzip

Mit elektromagnetischen Strahlen versetzt das Gerät Lebensmittelmoleküle in Schwingungen. Die Moleküle reiben aneinander und erhitzen sich dadurch. Weil das sehr schnell geht, spart man beim Erwärmen von Speisen im Vergleich zum Herd bis zu 80 Prozent Energie und vor allem viel Zeit. Da die Wellen sich völlig willkürlich im Gerät ausbreiten und auch nur zum Teil in feste oder flüssige Lebensmittel eindringen können, werden diese sehr ungleichmäßig erwärmt. So kommt es gerade in Getränken zu sogenannten Hot-Spots, nahezu kochend heiß, während andere Stellen, die Cool-Spots, noch kalt sind.   

Die Möglichkeiten

Längst wird die Mikrowelle nicht mehr nur zum Aufwärmen von Tiefkühlkost oder den Resten vom Vortag verwendet. Befürworter bereiten nahezu alle Speisen in der Mikrowelle zu. Gerade Schweinefleisch, Geflügel und Fisch lassen sich schnell und schonend garen. Röststoffe, die den eigentlichen Geschmack ins Essen bringen, liefert dir die Mikrowelle jedoch nicht. Damit das Fleisch nicht blass wirkt, helfen viele Hobbyköche mit Paprikapulver nach. Salz und Gewürze solltest du jedoch erst nach dem Garen hinzufügen. Gerade Salz entzieht den Speisen in der Mikrowelle Wasser. So kann Fleisch schnell austrocknen und zäh werden.

Frischer Brokkoli
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Das gilt vor allem für Wildfleisch. Gemüse wie Kartoffeln oder Brokkoli lassen sich schnell und problemlos garen. Durch die schnelle Zubereitung gehen weniger Vitamine verloren als auf dem Herd. Andere wichtige Nährstoffe wie Antioxidantien, Proteine und wichtige Fettsäuren werden hingegen in der Mikrowelle zerstört. „Gerade wenn Familienmitglieder zu unterschiedlichen Zeiten essen und Sie das Essen immer wieder in der Mikrowelle aufwärmen, gehen so ganz viele wichtige Stoffe verloren“, sagt Diätassistentin Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik e.V.   

Das solltest du nicht in der Mikrowelle zubereiten

Zum Aufwärmen von Muttermilch solltest du die Mikrowelle möglichst nicht verwenden. Durch die unterschiedliche Erwärmung kann sich ein Baby oder Kleinkind leicht den Mund verbrennen.

Das richtige Geschirr

Am sichersten verwendest du Geschirr, das für die Anwendung in der Mikrowelle ausdrücklich geeignet ist. Porzellan und Glas sind auch unbedenklich. Geschirr aus Metall oder mit Metallbeschichtungen reflektiert oder blockiert die Strahlung, das behindert die Erwärmung. Bestimmte Kunststoffe wie Melamin gehören nicht in die Mikrowelle. Sie können bei hohen Temperaturen Schadstoffe in die Nahrung abgeben. Außer bei paniertem Fleisch musst du alle festen Lebensmittel immer abdecken, sonst wird vor allem die Oberfläche schnell trocken. Bei Flüssigkeiten solltest du immer ein Gefäß mit möglichst großer Öffnung benutzen, so erwärmt sich die Flüssigkeit schneller und gleichmäßiger.

Vitaminmangel möglich

Natürliche und künstliche Vitamine
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Die Mikrowelle soll das Leben erleichtern und die Küchenarbeitszeit verkürzen. Das kann aber gerade bei Menschen, die nur ungern kochen, dazu führen, dass sie kaum noch wirklich frisch zubereitete Speisen zu sich nehmen. „Eine Mikrowelle verführt dazu, sich schnell und oft einfach etwas aus dem Tiefkühlfach aufzuwärmen“, warnt Margret Morlo. Sich auf Dauer so zu ernähren, führt gerade in der kalten, obstarmen Jahreszeit unter Umständen zu Mangelerscheinungen. Daher rät die Expertin: „Wer seine Mahlzeiten oft in der Mikrowelle erwärmt oder gart, sollte täglich zusätzlich rohes Obst und Gemüse essen, um den Vitamingehalt zu optimieren“. Einen Herdersatz stellt die Mikrowelle aus Sicht unserer Expertin nicht dar.

Zubereitung gesundheitlich unbedenklich

Gerade die elektromagnetischen Wellen sollen Krankheiten auslösen. Dafür gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Beweise. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz hält das Kochen mit Mikrowelle für nicht schädlicher als andere Zubereitungsarten. Allerdings musst du die Mikrowelle und besonders Kombigeräte dafür wirklich gut bedienen. Sonst verursachen die schon erwähnten Hot- und Cool-Spots gerade bei Fisch, rohem Fleisch und Eierspeisen Probleme mit Bakterien und Keimen. Erst bei Temperaturen über 70 Grad Celsius werden die sicher abgetötet. Vorsicht also, wenn du die Käse-Hackfleischsuppe vom Vortag in der Mikrowelle nur mal kurz aufwärmen wollen. Vor elektromagnetischen Strahlen hingegen bist du bei allen Geräten geschützt. Alle offiziellen Messungen liegen unter den vorgegebenen Richtwerten.

Es bleiben Zweifel

Tatsächlich aber soll der berühmte Schokoriegel in der Nähe einer laufenden Mikrowelle immer noch schmelzen. Und obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz den Gebrauch und die Zubereitung von Speisen in der Mikrowelle für alle Personen für unbedenklich hält, empfiehlt es: „…dass sich vor allem Kinder während der Zubereitung des Essens nicht unmittelbar vor oder neben dem Gerät aufhalten sollten.“ Unsere Expertin ist in diese Hinsicht ebenfalls zurückhaltend: "Es gibt zahlreiche Studien für und gegen die Nutzung der Mikrowelle. Wirklich wissenschaftlich nachgewiesen sind die Gesundheitsgefahren nicht. Trotzdem bleiben Zweifel. Deswegen muss jeder mit sich selbst ausmachen, ob er eine Mikrowelle benutzt oder nicht." Fakt ist, dass Personen unmittelbar neben der Mikrowelle und natürlich auch das Essen selbst einem starken elektromagnetischen Feld ausgesetzt sind.

Die Sicherheit

Im Gegensatz zum angelassenen Backofen stellen Mikrowellen kein Sicherheitsrisiko dar, wenn du diese mal nicht ausschaltesn solltest. Im Dauerbetrieb können einzelne Lebensmittel zwar verbrennen und die Mikrowelle kann kaputt gehen. Die Geräte sind aber so konzipiert, dass sie trotzdem weder Feuer noch Strahlung nach außen lassen. Wichtig gegen austretende Strahlung sind eine exakt funktionierende Tür und intakte und dichte Türgummis.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 09. Januar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2018, 02:10 Uhr