Jetzt Kfz-Versicherung wechseln

06.11.2018 | 02:10 Uhr

Wann du deine Versicherung wechseln kannst

Die Laufzeit deines Vertrages erfährst du aus den Vertragsbedingungen. Tatsächlich endet die Mehrzahl der Kfz-Versicherungsverträge am 31. Dezember eines Jahres. Unter Einhaltung der einmonatigen Kündigungsfrist müssen Wechselwillige also bis spätestens 30. November Ihren Vertrag kündigen. Wichtig: Spätestens an diesem Tag muss die Kündigung beim Versicherer eingegangen sein!

Es gibt aber auch viele Fälle, in denen Versicherte ein Sonderkündigungsrecht haben, zum Beispiel:

Nach einem Fahrzeugwechsel
Beim Fahrzeugwechsel brauchst du den alten Vertrag nicht auf den neuen Wagen übertragen. Meldest du das alte Auto ab, gilt das automatisch als Kündigung für den bestehenden Vertrag.

Nach einer Beitragserhöhung
Erhöht die Versicherung während der Vertragslaufzeit den Beitrag, kannst du innerhalb eines Monats kündigen. Die Frist läuft ab Eingang der schriftlichen Mitteilung über die Erhöhung. Beiträge steigen in der Regel, wenn Typ- oder Regionalklasse hochgestuft werden.

Nach einer Schadensregulierung
Nach einem Schadensfall können sowohl Versicherungsnehmer als auch die Versicherung kündigen. Wenn du kündigst, bekommst du bereits gezahlte Beiträge nicht zurückerstattet. Kündigt die Versicherung, müssen von dir geleistete Vorauszahlungen vom Versicherer rückerstattet werden.

Nach Änderung der Vertragsbedingungen
Ändert der Versicherer die Vertragsbedingungen, steht dir ein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monat zu. Das gilt auch, wenn die Änderungen der Vertragsbedingungen einer Gesetzesänderung geschuldet sind.

Ein Wechsel der Kfz-Versicherung kann viel Geld sparen.
Bildrechte: IMAGO

Änderung der Typen- und Regionalklassen
Jedes Jahr rechnen die Versicherer für alle Automodelle die Kosten einer Schadensregulierung aus. Das schlägt sich in der sogenannten Typklasse nieder. Ist ein bestimmtes Fahrzeugmodell also häufiger in Unfälle verwickelt, verschlechtert sich die Typklasse und für Fahrerinnen und Fahrer dieses Modells wird es teurer.

Ähnlich verhält es sich bei der Regionalklasse. Sie spiegelt die Schaden- und Unfallbilanz einer Region wider. In Regionen, in denen sich mehr Unfälle ereignen als in anderen, ist aufgrund der Regionalklasse auch die Versicherungssumme höher.

Da sich mit der Änderung deiner Typ- oder Regionalklasse auch die Versicherungssumme und somit ein Bestandteil des Vertrags ändern kann, kannst du deinen Vertrag sofort außerordentlich kündigen. Die aktuelle Typ- und Regionalklasse findest du auf der Seite des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer im Internet.

So kündigst du deinen Vertrag

Vergleichsportale, die für dich einen günstigeren Anbieter finden, bieten oft die Kündigung per Mausklick an. Du zeigst so an, dass du wechseln möchtest und der neue Versicherer kümmert sich um den Rest. Wie unkompliziert das in der Regel geht, erklärt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen: "Uns ist nicht bekannt, dass es bei dieser Art der Kündigung schon mal Probleme gab. Schauen Sie aber lieber vor einer Kündigung in Ihren alten Versicherungsvertrag. Steht dort "Kündigung muss schriftlich erfolgen" dann sollten Sie das auch so machen. Wichtig ist für Sie immer ein Nachweis der Kündigung, also entweder eine Bestätigungsmail des neuen Anbieters oder Sie kündigen gleich per Einschreiben mit Rückantwort."

Wichtig: Die Kündigung muss zum Stichtag bei der Versicherung eingegangen sein. Vor der Kündigung sollte der neue Vertrag abgeschlossen sein, denn eine durchgängige Versicherung des Fahrzeuges ist Pflicht. Die meisten Vergleichsportale übernehmen das für dich, gegebenenfalls auch der Versicherungsvermittler oder die neue Versicherung. "Den neuen Vertrag müssen Sie dann ohnehin unterschreiben, das geht nicht per Mausklick", erklärt unsere Versicherungsexpertin.

So findest du eine neue, günstigere Versicherung

Am einfachsten lassen sich gute und günstige Versicherungstarife in Online-Vergleichsportalen recherchieren. Achte darauf, immer die Ergebnisse mehrerer Portale zu vergleichen, da kein Portal alle Versicherungen listet.

Entscheide vorher, wie umfangreich dein Versicherungsschutz sein soll.

  • Die Haftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Personenschäden von Unfallgegnern und Schäden an fremden Fahrzeugen ab.
  • Mit der Teilkasko versicherst du dein Fahrzeug zusätzlich gegen unverschuldete Schäden wie zum Beispiel Unwetter oder Diebstahl.
  • Mit einer Vollkasko bist du auch bei selbst verschuldeten Unfallschäden am eigenen Auto versichert. Das lohnt sich besonders bei neuen oder hochpreisigen Fahrzeugen.

Das beachtest du beim neuen Versicherer

Unsere Expertin rät: "Schauen Sie bei der Suche nach einem neuen Versicherungstarif nicht nur auf das, was Sie sparen können. Wichtig ist, was Sie für Ihr Geld bekommen." Stiftung Warentest empfiehlt bei der Kfz-Haftpflicht eine Deckungssumme von mindestens 100 Millionen Euro und eine erweiterte Wildschadendeckung in der Teilkasko, die alle Tiere umfasst. Folgeschäden bei Marderbissen solltest du mit mindestens 2.000 Euro versichern. Auch sollte im Vertrag stehen, dass der Versicherer die Entschädigung nicht kürzt, wenn der Fahrer einen Unfall grob fahrlässig verursacht. Achte beim Vergleich darauf, wie der Versicherer nach einem Unfall in der Schadenfreiheitsklasse zurückstuft. Manche Versicherer sind da moderat, andere rigide. Der daraus folgende Unterschied kann dich schnell mehrere hundert Euro kosten.

Sparpotenzial liegt in Zusatzoptionen, die viele Versicherer anbieten. So kannst du durch die Höhe der Selbstbeteiligung in der Teilkasko den Beitrag senken. Eine Werkstattbindung kann bis zu 20 Prozent Rabatt bringen. Achte aber darauf, dass die vom Versicherer angebotenen Werkstätten ein ausreichend großes Filialnetz haben und für dich erreichbar sind.

Tipp von Andrea Heyer: "Bevor Sie wechseln, reden Sie mit Ihrer aktuellen Versicherung. Oft gibt es dort Neukundenrabatte, von denen Sie nichts haben. Auf Nachfrage gehen die Versicherer aber auch mit den Preisen für Stammkunden runter."

So sparst du zusätzlich

Kfz-Versicherung - Modellauto, Schlüssel und Geld auf einem Antragsformular
Bildrechte: imago/suedraumfoto

Bist du in der Zahlweise deines Beitrages flexibel, ergibt sich weiteres Sparpotenzial. Versicherungen bieten monatliche, vierteljährliche oder jährliche Zahlung an – und das kostet unterschiedlich: Überweist du deine Beiträge halbjährlich, zahlst du im Schnitt knapp vier Prozent mehr als bei jährlicher Zahlung. Etwas teurer ist mit sieben Prozent die vierteiljährliche Zahlung. Am teuersten wird es, wenn du monatlich überweist: Hierbei verlangen Versicherer im Schnitt fast neun Prozent mehr als bei der jährlichen Zahlung.

Schummeln bringt nur Nachteile

Auch wenn es verlockend ist: Beim Vertragsabschluss solltest du keine falschen Angaben machen, um bei der Versicherungssumme zu sparen. Denn es schlägt sich mit bis zu 30 Prozent auf deinen Beitrag aus, ob du das Auto alleine nutze, es in der Garage steht und du möglichst wenige Kilometer pro Jahr fährst.

Doch kommt es dann zu einem Unfall oder überprüft die Versicherung die Bedingungen vor Ort, und das kommt vor, dann drohen im einfachsten Fall Nachzahlungen von Beiträgen und Strafzahlungen bis zu 1.000 Euro. Gib also immer korrekt und wahrheitsgemäß deine Verhältnisse an und melde der Versicherung auch, wenn sich bei dir etwas ändert.

Alle Jahre wieder

Hast du eine kostengünstige und leistungsstarke Versicherung gefunden, heißt das nicht, dass du dich zurücklehnen kannst. Der Versicherungsmarkt ist ständig in Bewegung und mindestens einmal im Jahr lohnt es sich, erneut die Tarife zu vergleichen und bei einem besseren Preis-Leistungsverhältnis den Anbieter auch wieder zu wechseln.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 06. November 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 02:10 Uhr

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