Quicktipp: Haushalt Haushaltshilfen im Krankheitsfall

Egal ob du alleinerziehend mit Kind bist oder eine Familie versorgst: Wenn du ins Krankenhaus oder zur Reha musst, plötzlich schwer erkrankst, kannst du den Haushalt nicht mehr selbst führen. In einer solchen Situation gerät das gewohnte Familienleben schnell ins Wanken. Unterstützung bietet dann eine Haushaltshilfe.

Wann habe ich Anspruch auf eine Haushaltshilfe?

Der Anspruch auf eine Haushaltshilfe ist im Sozialgesetzbuch V §38 gesetzlich geregelt. Er besteht immer gegenüber der Krankenkasse, bei der die haushaltsführende Person versichert ist. Ist einem Versicherten die Weiterführung des Haushaltes wegen:

Mann mit einem Gipsbein und Krücken
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  • eines Krankenhausaufenthaltes
  • einer medizinischen Vorsorgeleistung (z.B. um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden)
  • einer medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation für Mütter und Väter
  • einer häuslichen Krankenpflege
  • einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation
  • eines Krankenhausaufenthaltes zur Durchführung einer Sterilisation oder eines Schwangerschaftsabbruchs
  • einer schweren Krankheit oder der Verschlimmerung einer Krankheit

nicht möglich, kann eine Haushaltshilfe gewährt werden.

Wurde der Haushalt von Dritten geführt, zum Beispiel vom Ehegatten, einem Familienangehörigen oder einer Hausangestellten, ist der Anspruch ausgeschlossen. Das ist auch der Fall, wenn der Haushalt nicht von einer im Haushalt lebenden Person weitergeführt werden kann.

Wie beantrage ich eine Haushaltshilfe?

Du kannst die Haushaltshilfe in einer Filiale deiner Krankenkasse beantragen. Bei vielen Krankenkassen geht das auch online. Wenn du unsicher bist, hilft ein Anruf. Für die Beantragung muss ein Formular ausgefüllt und ein ärztliches Attest beigelegt werden.

Der Antrag muss, außer in extrem dringenden Fällen, immer vor der Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe gestellt werden. Wird der Antrag nachträglich eingereicht, kann die Krankenkasse die Erstattung verweigern.

Wer erbringt die Haushaltshilfe?

Formell handelt es sich bei der Haushaltshilfe um eine Sachleistung: Die Krankenkasse muss also dafür sorgen, dass für den ausgefallenen Haushaltsführenden eine Ersatzkraft einspringt. Diese kann sie selbst stellen. In der Regel arbeiten die Krankenkassen aber mit Pflegediensten zusammen, die die Fachkräfte stellen und direkt mit den Krankenkassen abrechnen.

Es ist aber auch möglich, dass der Versicherte sich die Haushaltshilfe selbst organisiert und die Kosten in angemessener Höhe von der Krankenkasse erstattet bekommt. Wer sich dafür entscheidet, sollte den Kostenrahmen vorher mit seiner Kasse klären.

Denn ist die Ersatzkraft mit dem Versicherten bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert, werden grundsätzlich keine Kosten erstattet, sondern lediglich eventuell anfallende Fahrtkosten oder ein Verdienstausfall übernommen. Aber Achtung: Das erfolgt nicht vollumfänglich, das heißt, ein Verdienstausfall etwa wird nur bis maximal 9,25 Euro pro Stunde übernommen!

Ist die Ersatzkraft mit dem Versicherten weder verwandt noch verschwägert, werden grundsätzlich sämtliche Kosten erstattet. Allerdings gibt es hier eine Obergrenze. Als angemessen gilt ein achtstündiger Einsatz pro Tag mit einer Vergütung von 9,25 Euro pro Stunde.

Welche Aufgaben übernimmt die Haushaltshilfe?

Mutter und Tochter malen zusammen
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Alle Tätigkeiten, die zum Führen eines Haushaltes notwendig sind, werden von der Haushaltshilfe übernommen.

Sie wäscht, kocht, putzt, kauft ein und kümmert sich um die Kinder. Der Umfang der erbrachten Leistung richtet sich nach dem tatsächlichen Hilfebedarf.

Wie lange kann ich eine Haushaltshilfe in Anspruch nehmen?

Eine Haushaltshilfe wird für die Dauer von bis zu vier Wochen gewährt, wenn die Weiterführung des Haushalts wegen einer schweren Krankheit, nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten Operation nicht möglich ist. Lebt ein Kind im Haushalt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, oder das behindert ist, besteht der Anspruch bis zu 26 Wochen.

Entstehen mir Kosten durch die Haushaltshilfe?

Gelber Putzhandschuh hält Euroscheine
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Eindeutig: ja. Wie bei fast allen Kassenleistungen müssen auch bei der Haushaltshilfe Zuzahlungen geleistet werden. In diesem Fall beträgt die Zuzahlung pro Tag zehn Prozent des Betrages, den die Krankenkasse für die Haushaltshilfe aufbringt. Mindestens müssen fünf Euro, aber maximal nur zehn Euro zugezahlt werden. Die Zuzahlung entfällt, wenn die Haushaltshilfe wegen einer Schwangerschaft oder Entbindung geleistet wird.

Zum Schluss ein kleiner Tipp

Alle Krankenkassen müssen die im gesetzlichen Rahmen vorgesehenen Leistungen zur Haushaltshilfe anbieten. Du kannst aber auch darüber hinausgehende Leistungen gewähren, zum Beispiel die Dauer der Inanspruchnahme der Haushaltshilfe verlängern. Es lohnt sich also auf jeden Fall, bei der Krankenkasse nachzufragen.

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2017, 02:10 Uhr

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