Quicktipp Optimaler Schutz für Handy-Displays

Schutzschichten für Smartphone-Displays: Was macht den Bildschirm wirklich sicher?

Wenn das Smartphone aus den Fingern rutscht und auf den Boden knallt, ist oft ein neues Display fällig. Ersatz kostet je nach Gerät um die einhundert Euro und mehr. Der empfindliche Bildschirm kann aber mit Schutzschichten für wenige Euro deutlich stabiler gemacht werden.

Schutz aufkleben oder aufpinseln

Online, in Supermärkten oder in Handyläden gibt es drei verschiedene Varianten des Displayschutzes: Mindestens zehn Euro kostet so genanntes „Panzerglas“. Das ist eine dünne Folie aus Glas, die man einfach auf dem Display leicht andrückt. Dann saugt sich das Panzerglas von selbst fest. Für fünf Euro aufwärts gibt es Plastikfolien, die einfach auf das gereinigte Display aufgeklebt werden. Die gibt es speziell auch für Smartphones mit einem gebogenen Bildschirm.

„Solche Displays sind anfälliger für Bruch, weil sie einen anderen Angriffswinkel bieten. Da muss aber die Folie perfekt passen“, sagt David Gillengerten von inside-handy.de. Um die fünf Euro kostet flüssiger Displayschutz mit Nanopartikeln, der auf den Bildschirm aufgetragen wird.

Etwas mehr geschützt

Bildrechte: IMAGO

Auch mit Schutzschichten lässt sich ein Display nicht hundert Prozent komplett gegen Stöße sichern. „Aber man kann die Wahrscheinlichkeit, dass es zersplittert, durch einen Schutz schon deutlich reduzieren“, sagt Bernd Theiss vom Technik-Magazin Connect. Zudem mache der Schutz die teuren Bildschirme unempfindlicher gegen Kratzer von Schlüsseln oder Münzen, wenn diese neben dem Handy in der Tasche getragen werden. Wolfgang Pauler von CHIP ergänzt: „Im Ernstfall schlägt eben nicht so viel aufs Display durch. Dann geht eher die Folie oder das Panzerglas kaputt.“ Am besten schützt das massive Panzerglas Smartphone-Bildschirme. In dem Punkt sind sich alle drei unserer Experten einig. „Allerdings sind die Panzerglasfolie halt auch wirklich dick. Mit einem kleinen Rand oben und unten, das sieht halt auch sehr unschön aus“, sagt David Gillengerten.

Etwas weniger Schutz bieten die Plastikfolien zum Aufkleben. Die sind aber immer noch besser als der flüssige Display-Schutz mit Nanoteilchen.

Wenn eine Schutzschicht richtig viel aushalten soll, dann muss sie den Stoß abfangen und etwas federn können. Diese Schicht aus Nanopartikeln ist dafür aber viel zu dünn.

Allerdings verändert die Flüssig-Schutzschicht das Display auch deutlich weniger als die beiden anderen Varianten. „Man sieht nicht, dass eine Schutzschicht drüber ist. Das wirkt nur wie ein ganz leichter Film auf dem Bildschirm“, sagt David Gillengerten. Leider halten alle drei Schutzschichten in der Praxis anders als in der Werbung versprochen Schmutz und Fingerabdrücke nicht komplett vom Display fern.

Das bekommen auch Laien hin

Mit etwas Fummeln können auch Laien alle drei Schutz-Schichten auftragen. „Man muss halt drauf achten, dass das Display vorm Anbringen des Schutzes super sauber ist“, sagt Wolfgang Pauler von CHIP. Staubkörner, Fingerabdrücke oder Luftblasen unter dem Schutz sehen sonst unschön aus. Immerhin lassen sich etwaige Lufteinschlüsse beim Auftragen bei den Folien auch nachträglich noch rausstreichen. Beim flüssigen Displayschutz müssen Handybesitzer etwas Geduld haben. Die Flüssigkeit muss nach dem Aufbringen noch zwölf Stunden aushärten. Alle Schutzschichten lassen sich bei Fehlern auch leicht wieder entfernen. Das Display wird davon nicht beschädigt.

Wenn man das Gerät beispielsweise später wieder verkaufen will, hat man dann wieder ein nagelneues Display und hat in dieser Hinsicht keinen Wertverlust.

Extra Kantenschutz lohnt sich

Aus Sicht unserer Experten lohnt sich für Smartphones noch ein zusätzlicher Kantenschutz aus Silikon. Solche sogenannten Bumper gibt es ab zehn, zwölf Euro. „In geschätzt fünfzig Prozent der Fälle landet ein Smartphone beim Runterfallen auf der Kante. Das ist dann eine relativ kleine Fläche, die viel Kraft ins Display einleitet und das kann dann splittern“, sagt Bernd Theiss. Aus seiner Sicht müssen Smartphone-Besitzer für so umfassend geschützte Geräte auch keine Versicherungen mehr abschließen. „Die sind relativ teuer, man zahlt etwa fünf bis zehn Prozent vom Neupreis des Gerätes. Das geht schon ganz schön ins Geld“, sagt der connect-Experte. Zudem zahlen die Versicherer nicht alle Schäden komplett. Je nach Alter des Smartphones müssen Besitzer einen Anteil selbst zahlen.

Fazit

Auch mit Folie, Panzerglas oder Nanopartikel-Flüssigkeit sind Smartphone-Displays nicht komplett vor Stößen sicher. Gemeinsam mit einem Bumper für die Kanten kann der Schutz die Gefahr, dass ein Bildschirm splittert und teuer ausgetauscht werden muss, aber deutlich verringern. Am sichersten sind Displays hinter Panzerglas. Allerdings trägt dieser Schutz leider etwas auf.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 06. Februar 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2018, 02:10 Uhr