Quicktipp: Kamera Perfekte Fotos mit dem Smartphone

Smartphone fotografiert Weihnachtsgeschenk
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MDR JUMP Mo 18.12.2017 02:10Uhr 02:01 min

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Alle Jahre wieder gibt es zu Weihnachten das gleiche Problem: Beim Geschenkeauspacken und beim leckeren Essen in der Familie knipst jeder mit dem Smartphone. Leider zeigen aber die meisten Bilder nicht ansatzweise die schöne Weihnachtswirklichkeit. Weil die Smartphone-Kameras ihre Grenzen haben, sind die Bilder oft zu dunkel, verwackelt - und immer hat jemand die Augen zu. Wir haben daher gemeinsam mit Moritz Wanke, dem stellvertretenden Chefredakteur von CHIP Foto und Video ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen die Smartphone-Bilder vom Fest möglichst perfekt werden.

Bilder ohne Verwackler

Oft reicht es schon, statt einer beide Hände ans Smartphone zu nehmen. Der Zeigefinger ist dann immer noch lang genug, um das Foto auf dem Bildschirm auszulösen. „Zusätzlich würde ich noch die Ellenbogen an den Körper pressen, um so ein bisschen Stabilität zu bewahren“, sagt Moritz Wanke. Zusätzlich Ruhe ins Bild bringen Smartphone-Fotografen, wenn sie sich beim Knipsen mit dem Körper an eine Wand lehnen. „Damit nimmt man etwas die innere Muskelunruhe weg“, sagt unser Experte. Die Profilösung ist aus seiner Sicht ein kleines Tischstativ für wenige Euro. So genannte „Gorillapods“ kommen mit flexiblen Beinen und können sogar an einem Regal oder einer Stange befestigt werden. 

Gut ausgeleuchtete Bilder

Paar mit Smartphone vor Weihnachtsbaum.
Bildrechte: IMAGO

Leider kommen viele Smartphones mit zu wenig Licht nicht ganz so gut zurecht. Die Beleuchtung von Kerzen und Weihnachtsbaum ist zwar gemütlich. Fürs Foto muss es aber meist etwas mehr sein. Sonst sind die Bilder zu dunkel oder zeigen das berüchtigte Bildrauschen: Viele kleine bunte Pixel, die wie Sand auf dem Foto wirken. „Außerdem ist der Autofokus der Handys drauf ausgelegt, bei Tageslicht und somit bei starken Kontrasten das Motiv zu treffen und scharf zu stellen“, sagt Moritz Wanke. Bei wenig Licht könne der Autofokus nicht so gut arbeiten. Unser Experte rät daher, für schöne Fotos ein oder zwei Lampen mehr im Raum anzuschalten oder das Licht nicht ganz so weit herunterzudimmen. Dann könne man auch den Blitz oder das LED-Licht am Smartphone aus lassen. Diese sehr kleine Lichtquelle am Handy habe einen großen Nachteil: „Wer schon mal Personen bei Sonnenlicht in der Mittagssonne fotografiert hat, kennt es: Das sieht nicht so schön aus wie am Abend“, sagt Moritz Wanke. Die kleine und vergleichsweise „harte“ Lichtquelle zeige Falten und Poren sehr stark und lasse Gesichter oft zudem weiß und geisterhaft wirken. Die schöne gemütliche Weihnachtsstimmung mache der Blitz zudem häufig auch kaputt.

Jeder hat auf dem Foto die Augen auf und lächelt

Je größer eine Runde, desto mehr steigt auch die Gefahr, dass eine oder mehrere aus der Familie die Augen zu oder den Mund offen hat. Profis schießen einfach schnell hintereinander eine Handvoll Bilder und wählen dann daraus das perfekte aus. Alternativ könne man auch einfach von den schönsten Momenten ein Video in 4K-Auflösung drehen. Das klappe bei vielen aktuellen Smartphones sagt Moritz Wanke: „Das bedeutet fotografisch ja nichts anderes als eine 8-Megapixel-Aufnahme mit 30 Bildern pro Sekunde.“ Mit kostenlosen Bildbearbeitungs-Programmen könne man dann am Smartphone die schönsten Bilder aus den Filmen herausnehmen. „Diese  8-Megapixel-Aufnahmen reichen dann selbst für Abzüge in DIN-A-4-Größe“, sagt Moritz Wanke.

Bilder mit schönen Farben

Auch das ist ein bauartbedingtes Problem bei den Smartphone-Kameras: Vor allem bei Kunstlicht in der Wohnung oder im Haus zeigen die Fotos nicht die natürlichen Farben. Häufig haben die Bilder einen „Rotstich“, weil beim Kunstlicht vereinfacht gesagt der Rotanteil recht hoch ist. Profis lösen das Problem mit einem so genannten Weißabgleich. Sie halten ihre Kamera auf ein weißes Blatt Papier. Die kann dann vereinfacht gesagt für sich errechnen, wie viel Rot oder auch Blau sie ins Bild lässt. Für Smartphones gibt es kostenlose Apps, die auch einen Weißabgleich erlauben. Sollen die Fotos vom Fest richtig gut werden, empfiehlt Moritz Wanke Aufnahmen im so genannten RAW-Modus. Der lässt sich bei vielen Smartphone-Kameras auch einstellen. „Da nimmt die Kamera einfach die Rohdaten des Fotos auf und man kann bei der Nachbearbeitung das Zuviel an Rot oder Blau noch entfernen. Auch das geht mit Gratis-Apps“, sagt unser Experte. Üblicherweise nehmen Smartphone-Kameras im JPEG-Modus auf. Dabei werden die Fotos automatisch komprimiert, um Speicherplatz zu sparen. Für die Nachbearbeitung ist das aber nicht ideal.

Perfekte Schneefotos

Für den Weihnachtsspaziergang im Schnee hat unser Foto-Experte noch einen extra Tipp: Hier sei wichtig, die Kamera auf sehr viel Licht vorzubereiten. „Da kann man in entsprechenden Foto-Apps die Beleuchtungskorrektur ein, zwei Einheiten nach oben setzen. Zudem sollte man besser eine kurze Verschlusszeit wählen“, sagt Moritz Wanke. "Sonst saufen die Smartphone-Bilder im Schneeglitzer förmlich ab".

Profi-Hilfe von Apps

Beim perfekten Bild helfen kostenlose Bildbearbeitungs-Apps ein ganzes Stück weiter. Einige erlauben zumindest einen Teil der Einstellungen, die sich bei teuren Kameras finden. Dazu gehören die Einstellungen für den Weißabgleich, für Verschlusszeiten und Beleuchtung. Außerdem helfen sie dabei, die schönen Weihnachtsfarben noch etwas stärker zu betonen. „Grade zu Weihnachten soll es ja ein bisschen knalliger und bunter sein. Aber man sollte nicht übertreiben und das Ganze zu kitschig darstellen. Das nimmt sonst dem Fest die besinnliche Atmo“, sagt Moritz Wanke.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 18. Dezember 2017 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2017, 02:10 Uhr