Fahrrad im ÖPNV mitnehmen

24.07.2018 | 02:10 Uhr

Regionalzug mit Fahrradabteil von außen 2 min
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MDR JUMP Di 24.07.2018 02:10Uhr 01:52 min

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Mit dem Rad in der Bahn

Fahrräder werden in den Interregio-Expressen (IRE), Regional-Expressen (RE), den Regional- und S-Bahnen transportiert. Auch in den Zügen der anderen Streckenbetreiber ist die Fahrradmitnahme oft möglich. Die Mitnahme hängt von den in den Zügen vorhandenen Kapazitäten ab und ist bei der Bahn und in den Verkehrsverbünden unterschiedlich geregelt. Um die im Berufsverkehr vollen Züge zu entlasten, gibt es bei einigen Verkehrsverbünden Sperrzeiten, in denen keine Fahrräder befördert werden.

Blick in ein Fahrradabteil in einem Regionalzug
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Viele Nahverkehrszüge verfügen über spezielle Abteile für Radler. Diese sind von außen sichtbar durch ein Fahrrad-Piktogramm gekennzeichnet und befinden sich meist am Zuganfang und Zugende. Fahrräder dürfen, wenn andere Reisende nicht beeinträchtigt werden, auch in den Eingangsbereichen der Nahverkehrszüge mitgenommen werden.

Auf stark befahrenen Strecken kommen insbesondere an Wochenenden in den Sommermonaten zusätzlich Gepäckwagen und Sonderzüge zum Einsatz. Wann und in welchem Umfang das der Fall ist, sollte man beim Anbieter der Zugverbindung erfragen.

Gruppenreisen mit Rad und Bahn

Gerade am Wochenende sind viele Radfahrer im Nahverkehr unterwegs, oft auch in größeren Gruppen. Wegen der begrenzten Kapazitäten sind Gruppen ab sechs Personen bei der Deutschen Bahn anmeldepflichtig und zwar bis spätestens sieben Tage vor der Reise. Dazu geht man in eine DB-Verkaufsstelle oder ruft unter 0180-699 6633 (20 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, max. 60 Cent vom Handy) an. Bei anderen Zuganbietern besteht zwar keine Anmeldepflicht, eine Anmeldung wird aber trotzdem empfohlen.

Was zahle ich für die Bahnfahrt mit dem Rad?

Die Preise für die Mitnahme eines Fahrrades im Regionalverkehr von Bahn und Verkehrsverbünden sind sehr unterschiedlich. In einigen Bundesländern, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt und Thüringen, ist die Fahrradmitnahme in den Nahverkehrszügen der Bahn kostenlos, nicht jedoch bei den Verkehrsverbünden. Man sollte sich beim jeweiligen Anbieter nach den Preisen erkundigen. Empfehlenswert ist auch, die Fahrkarte am Schalter zu kaufen. Online ist der Fahrkartenkauf, insbesondere wenn die Fahrstrecke mehrere Verkehrsverbünde und Strecken der Bahn beinhaltet, sehr kompliziert, weil unterschiedliche Tarife gelten.

Unterwegs mit Tram und Bus

Radfahrer neben einer Straßenbahn in Leipzig
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Wer in der Stadt mit dem Rad Straßenbahn oder Bus nutzen will, sollte sich darauf einstellen, auch mal länger auf das nächste Fahrzeug warten zu müssen. Denn zu Stoßzeiten, zum Beispiel im Berufsverkehr, wird man mit dem Rad eher selten einen Platz im Verkehrsmittel finden. In Straßenbahnen ist die Radmitnahme generell erlaubt, und die Türen für den Einstieg mit dem Rad sind gekennzeichnet. Bei der Fahrradmitnahme in Bussen sieht es etwas komplizierter aus. Manche Verkehrsbetriebe lehnen den Transport von Rädern in Bussen ab, manche gestatten ihn nur in Nachtlinien. Andere wiederum erlauben die Mitnahme des Rades zu den gleichen Konditionen wie in Straßenbahnen. Auf dem Land ist die Fahrradmitnahme in der Regel nicht möglich, da in den dort eingesetzten Bustypen kein Platz für Räder vorgesehen ist.

Was kostet die Fahrradmitnahme in Tram und Bus?

Die Kosten für die Fahrradmitnahme sind von Tarifverbund zu Tarifverbund und Verkehrsbetrieb zu Verkehrsbetrieb unterschiedlich. Muss bei einigen eine Fahrkarte wie für eine normale Person gelöst werden, bieten andere eine Fahrradkarte zu einem etwas günstigeren Preis an.

Zusammengeklappte Räder und Kleinkinderfahrräder werden in der Regel als Handgepäck eingestuft und kostenfrei transportiert.

Wer sein Rad öfter in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnimmt, für den lohnt sich eventuell eine Monats- oder Jahreskarte, denn dort ist bei vielen Anbietern die Fahrradmitnahme inklusive. Manche Tarifverbünde bieten für die, die nicht so häufig fahren, ihr Rad aber trotzdem mitnehmen möchten, eine Fahrradmonatskarte an.

Was generell gilt

Die Beförderung von Rollstühlen und Kinderwagen hat Vorrang vor der Fahrradmitnahme. Im Zweifel entscheidet das Fahrpersonal. Ein Anspruch auf die Beförderung eines Fahrrades besteht nicht.

Lastenfahrräder sind von einer Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr ausgeschlossen. Fahrräder mit Hilfsmotoren, sogenannte Pedelecs, werden aber mitgenommen.

Fahrradfahrerin neben abbiegendem Bus
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Um den Verkehr flüssig zu halten, sollte man das Verkehrsmittel nur an den dafür entsprechend gekennzeichneten Türen mit dem Rad betreten.

Im Fahrzeug muss das Rad transportsicher abgestellt werden. In den Fahrradabteilen von S- und Regionalbahnen finden sich dafür oft Halterungen oder Gurte. Gibt es keine Hilfsmittel zur Befestigung des Rades, bleibt man am besten neben dem Rad stehen und stellt sicher, dass es nicht umfällt und unter Umständen dabei andere Fahrgäste beschmutzt oder verletzt.

Fazit

Nach wie vor sind Beförderungsmöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Personennahverkehr, insbesondere in touristischen Gebieten, nicht in ausreichender Zahl vorhanden. Wer also mit seinem Fahrrad reisen möchte, sollte unbedingt vorher Auskünfte einholen und die Reise gut planen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 24. Juli 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2018, 02:10 Uhr

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