Quicktipp Blut spenden: Das musst du wissen

14.06.2018 | 02:10 Uhr

Eine Nadel mit Schlauch zur Blutabnahme steckt im Arm eines Mannes
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Umschau-Quicktipp Blutspende

Blutspende

MDR JUMP Do 14.06.2018 02:10Uhr 01:45 min

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Bis zu 15.000 Blutkonserven werden jeden Tag in Deutschland benötigt. Fast jeder kann in seinem Leben mal auf eine Bluttransfusion angewiesen sein. Gut also wenn immer genügend Spenden vorhanden sind. Wie aber wird man Spender, ist Spenden gesund und gibt es dafür tatsächlich Geld? Die wichtigsten Fragen zum Thema Blutspende beantworten wir jetzt mit der Sprecherin vom Haema Blutspendedienst Leipzig Marion Junghans.

Warum sollte man spenden?

Eine Nadel mit Schlauch zur Blutabnahme steckt im Arm eines Mannes
Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Blut ist ein wichtiger Stoff in unserem Körper. Es ist für den Transport von Nährstoffen, Sauerstoff und Abfallprodukten verantwortlich. Blut ist nur in sehr begrenztem Maße durch andere Stoffe zu ersetzen. Zwar kann man mittlerweile medizinisches Kunstblut herstellen. Das ist aber extrem teuer und nur in sehr geringen Mengen möglich. „Darum sollte sich jeder gesunde Mensch der 18 Jahre ist, für eine Blutspende entscheiden. Denn der Bedarf kann immer gerade so gedeckt werden. Und besonders in den Ferienmonaten, wo viele Spender verreist sind, kann es schon zu Engpässen kommen“, so unsere Expertin Marion Junghans vom Haema Blutspendedienst. Dabei sind die Blutkonserven für die Empfänger oft überlebenswichtig. Besonders bei Krebs- und Herzerkrankungen und Operationen nach Unfällen kommen sie zum Einsatz.

Wer kann spenden?

Blutspender müssen in Deutschland  mindestens 18 Jahre alt sein. Unsere Expertin hat noch weitere Kriterien: „Sie müssen mindestens 50 Kilogramm wiegen, dürfen nicht schwanger sein, nicht stillen. Außerdem werden Suchtkranke jeder Art nicht zur Spende zugelassen.“ Auch Spender, die gerade krank sind und zum Beispiel Antibiotika einnehmen, dürfen nicht spenden. Medikamente sind aber nicht automatisch ein Hinderungsgrund. Grundsätzlich wird jeder vor seiner ersten Spende gründlich untersucht und ausführlich von einem Arzt beraten. Dabei erfährst du auch, ob du trotz bestimmter Medikamente als Spender geeignet bist.

Ausweis ist Pflicht

Als Erstspender beantragst du beim Blutspendedienst einen Blutspendeausweis. Den gibt es mittlerweile im Scheckkartenformat bundesweit einheitlich. Diesen Ausweis musst du zur Blutspende immer mitbringen. Neu ist, dass du dich zusätzlich durch deinen Ausweis, den Pass oder mindestens den Führerschein ausweisen musst.

Wo kann man spenden?

In Deutschland gibt es drei große Player. Das DRK, das etwa 75- 80 % aller Blutspenden abnimmt und weiterverarbeitet. Staatlich-Kommunale Blutspendedienste, wie etwa die Blutbank der Universität Leipzig, stellen in erster Linie die Eigenversorgung ihrer Krankenhäuser sicher. Außerdem der Haema Blutspendedienst. „Sie können im Prinzip spenden, wo Sie wollen. Es gibt sehr hohe Sicherheitsstandards, die wir alle einhalten. Trotz eines gewissen Wettbewerbs untereinander, stehen alle Dienste in Kontakt und tauschen bei Bedarf auch Konserven aus“, so Marion Junghans. Deutschland hat den Weg, weg vom rein staatlichen Blutspendedienst bewusst so gewählt. Dadurch, dass alle Dienste immer wieder für sich werben, bleibt das Thema im Focus der Öffentlichkeit und der Preis für Blutkonserven ist nur etwa halb so hoch wie in Frankreich.    

Wie läuft die Spende ab?

Du kannst verschiedene Bestandteile deines Blutes spenden, oder eine so genannte Vollblutspende leisten. Die Unterschiede: „Bei der Vollblutspende, die Sie als Erstspender in aller Regel abgeben, werden Ihnen rund 500 Milliliter Blut abgenommen. Davon muss sich der Körper eine Weile erholen. Erst nach 8-12 Wochen ist eine weitere Vollblutspende möglich. Sie können aber auch Blutbestandteile, wie Thrombozyten oder das Plasma spenden. Dabei wird ihnen Blut abgenommen und sofort in seine Bestandteile getrennt. Was benötigt wird, separieren wir, den Rest bekommen Sie wieder zugeführt.“, erklärt unsere Expertin. So eine Plasma-Spende kann deshalb öfter geleistet werden. Theoretisch ist das aller drei Tage möglich. Empfohlen wird aber maximal einmal pro Woche. Vor der Spende solltest du dich satt essen und ausreichend trinken. Bitte 24 Stunden keinen Alkohol. Rauchen ist erlaubt, wenn es denn sein muss. Auch nach der Spende ist eine kleine Stärkung empfehlenswert, ebenso Ruhe und keine großen körperlichen Aktivitäten für den Rest des Tages.   

Vorteile beim Spenden

Monika Werner Blutspendedienst
Bildrechte: MDR/Monika Werner

Dein Blut wird bei jeder Spende auf verschiedenste Werte untersucht. Sollten Abweichungen festgestellt werden, bekommst du eine Information und wirst nachuntersucht. So hast du immer ein klares Bild über deinen Gesundheitszustand. Außerdem erhältst du einen Spender- und Unfallhilfepass mit allen wichtigen Daten zu deiner Person, wie etwa deiner Blutgruppe. Im Ernstfall kann dir so schneller geholfen werden.

Das Plus für die Gesundheit

In langjährigen Untersuchungen haben Mediziner herausgefunden, dass regelmäßiges Blutspenden das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich senkt. Ein möglicher Grund ist die automatische Absenkung des Blutdrucks. Das entlastet kurzfristig das gesamte Blutsystem und führt durch die Neubildung des Blutes langfristig zu einer besseren Regulation der beteiligten Stoffe des Blutkreislaufs. Neben vielen Naturheilmedizinern haben aktuell sogar Ärzte der Charité in Berlin einen Zusammenhang zwischen Blutspenden und einem dadurch sanft gesenktem Bluthochdruck festgestellt. Kurz gesagt: Regelmäßiges Blutspenden kann helfen, einen Bluthochdruck auch ohne Medikamente zu senken. Das solltest du aber nie auf eigene Faust probieren. Sprich darüber mit deinem Arzt. 

Nachteile beim Spenden

Gibt es nicht. “Die beim Spenden abgenommene Menge Blut ist so gering, dass Ihr Körper die sehr schnell wieder ausgleichen kann“, erklärt Marion Junghans.

Geld verdienen mit der Blutspende?

Das Gesetz zur Regelung des Transfusionswesens sagt in § 10 folgendes (Zitat): „Die Spende Entnahme soll unentgeltlich erfolgen. Der spendenden Person kann eine Aufwandsentschädigung gewährt werden, die sich an dem unmittelbaren Aufwand je nach Spende Art orientieren soll.“

Das heißt, man kann, muss aber fürs Spenden kein Geld bekommen. Das DRK zahlt prinzipiell nichts. Die staatlich-kommunalen Dienste erstatten in der Regel 20 Euro pro Vollblutspende. Zur Praxis beim Haema Blutspendedienst erklärt Sprecherin Marion Junghans: „Wir sind grundsätzlich gegen Blutspende als Einnahmequelle. Wer aber dieses wichtige Gut zur Verfügung stellt, soll dafür die entsprechende Entschädigung bekommen. Für eine Erstspende bekommen Sie bei uns einen Gutschein zum Einkaufen in verschiedenen Geschäften. Danach gibt es in der Regel 20 Euro für eine Vollblutspende, alle anderen Spenden werden etwas geringer entschädigt.“

Eigenblut spenden?

Da die meisten Blutkonserven nur ein paar Wochen haltbar sind, macht eine Eigenblutspende nur dann Sinn, wenn du eine geplante Operation in einem absehbaren Zeitraum vor dir hast. Dabei wirst du von deinem Arzt ausführlich beraten und darauf getestet, ob solch eine Spende für dich überhaupt in Frage kommt.

Fazit

Blutspender leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesundheit anderer Menschen. Du hast durch die Spende keinerlei körperlichen Nachteile zu erwarten. Die finanzielle Aufwandsentschädigung ist eher als eine Art symbolisches Dankeschön zu sehen. Zum reinen Geldverdienen ist Blutspenden nicht geeignet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 14. Juni 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 02:10 Uhr