Quicktipp WhatsApp: In diese Fallen darfst du nicht tappen

WhatsApp-Icon auf einem auf einem iPhone.
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MDR JUMP Di 16.01.2018 02:10Uhr 01:59 min

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WhatsApp ist kostenlos – und zieht damit Millionen Nutzer an. Deshalb versuchen Betrüger immer wieder durch gefälschte Nachrichten ahnungslosen Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei kann jeder die verschiedenen Maschen selbst ganz schnell erkennen!

Masche 1: Kettenbriefe

Eine besonders beliebte Masche sind Kettenbriefe: In diesen wird einem Nutzer beispielsweise ein Gutschein versprochen oder man kann an einem „exklusiven“ Gewinnspiel teilnehmen. Das einzige, was man dafür tun muss: einen Fragebogen mittels eines angezeigten Links beantworten und die Nachricht selbst an mindestens zehn WhatsApp-Kontakte weitergeben. Anschließend erhalte man einen weiteren Link, der dann wiederum zum Gutschein führen soll. Doch wer auf den ursprünglichen Verweis klickt, landet in aller Regel auf dubiosen Webseiten, hinter denen sich Schadsoftware verbirgt, oder wird zur Installation teurer Apps aus zwielichtigen Quellen aufgefordert. Hier droht beispielsweise eine Abofalle via Dating App oder schlimmeres. Außerdem können die eigenen Daten, die man bereitwillig eingegeben hat, weiterverkauft werden. Diese sind im Internet bare Münze wert, schließlich lassen sich Datensätze teuer an Werbeunternehmen und Firmen verkaufen.

Was tun? Wer eine solche Kettennachricht erhält, sollte den Versender auf den Irrtum hinweisen und keine Links anklicken. Zudem empfiehlt es sich grundsätzlich eine „Drittanbietersperre“ einzurichten, um sich vor Abo-Diensten und anderen Kostenfallen zu schützen. Seit Mai 2012 sind die Mobilfunkanbieter gemäß Telekommunikationsgesetz verpflichtet, eine solche Drittanbietersperre anzubieten. Der Ablauf ist dabei je nach Anbieter leicht unterschiedlich. Daher sollte man seinen Anbieter kontaktieren.

Masche 2: Warnung über abgelaufenes Konto

Ebenfalls sehr beliebt bei Kriminellen, die via WhatsApp Kontodaten „abfischen“ wollen: Nutzer bekommen eine Mail von „WhatsApp“, beispielsweise mit dem Betreff „Ihr Konto ist abgelaufen.“ Es folgt der Hinweis, dass das WhatsApp-Konto innerhalb von 48 Stunden zu erneuern und eine Gebühr von 0,99 US-Dollar zu bezahlen sei. Ein Klick auf den angegebenen Link oder den Button „zahlen“ führt auf eine Website, auf der Nutzer ihre Kreditkartendaten hinterlegen sollen.

Was tun? Experten raten, die E-Mail einfach zu ignorieren und ungelesen zu löschen. WhatsApp verschickt alle Informationen in der Anwendung selbst und nicht via E-Mail. Schließlich registriert man sich lediglich mit der Telefonnummer beim Dienst, ein Kontakt über andere Kanäle ist nicht vorgesehen.

Masche 3: VoiceMail-Benachrichtigungen

Ein Mann mit perfekten weißen Zähnen lacht in sein Telefon
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Angebliche E-Mails von WhatsApp wollten in der Vergangenheit oft über die Funktion von WhatsApp-VoiceMail informieren. Die Spam-Mails enthalten einen Abspielen-Button, über den man sich angeblich die Sprachnachricht anhören könne. Tatsächlich wird dadurch aber der Download einer Datei ausgelöst, die Schadsoftware enthält.

Was tun? Erneut gilt: WhatsApp verschickt keinerlei Informationen via E-Mail, weshalb sie getrost gelöscht bzw. als Spam klassifiziert werden können.

Masche 4: Besondere Apps

Per Kettenbrief oder E-Mail wird außerdem versucht, Nutzern sogenannte kostenpflichtige Premiumvarianten von WhatsApp, inoffizielle Updates oder sogar Spionagesoftware anzubieten. Darauf sollte man niemals eingehen – sowohl, weil es derartige Software gar nicht gibt, als auch, weil sie selbst illegal wäre. Zumeist landet man dann auf Webseiten von Kriminellen, die die eigenen Nutzerdaten abfangen, schädliche Software installieren oder Werbung ausspielen wollen.

Hacker-Angriff auf App-Store von Apple / Schadsoftware für iPhones und iPads / Hacker haben in Hunderten Apps eine Schadsoftware installiert, die dann über den Download auf den Geräten der Nutzer gelangt ist.
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Was tun? Nahezu sicher kann man Apps nur direkt über den Betriebssystemanbieter herunterladen: Für iPhones ist das der App Store von Apple, für Android-Geräte Google Play. Windows-Phone-Nutzer finden vertrauenswürdige Apps im Microsoft Store. Allgemein gilt: Funktionsversprechen Dritter sind zumeist heiße Luft und Updates kommen standardmäßig automatisch auf das Endgerät.

Fazit

Weltweit nutzen laut WhatsApp 1 Milliarde Kunden diesen mobilen Messenger-Dienst. Kein Wunder, dass Betrüger versuchen, innerhalb der Vielzahl von Nutzern ein paar gutgläubige zu finden, denen sie das Geld aus der Tasche ziehen können. Besonders beliebt sind Kettenbriefe: Nutzern wird beispielsweise ein Gewinn versprochen, wenn eine Nachricht an zehn Freunde versendet und ein Formular ausgefüllt wird. Das Ende vom Lied: Die eigenen Daten sind an dubiose Händler freigegeben, im schlimmsten Falle ist der Computer bzw. das Smartphone mit Schadsoftware ausgestattet. Deshalb gilt: Kettenbriefe sollte man grundsätzlich ignorieren. Wer außerdem E-Mails von WhatsApp, erhält sollte stutzig werden. Um sich bei dem Messenger-Dienst anzumelden, bedarf es lediglich der Telefonnummer; WhatsApp kontaktiert seine Nutzer ausschließlich über diesen Weg.

Über beide Wege versuchen Ganoven auch, Nutzer dazu zu bringen, WhatsApp Updates oder kostenpflichtige Premiumversionen zu installieren. Auch auf solche Angebote sollte man niemals eingehen. Sicher kann man Apps nur direkt über den Betriebssystemanbieter herunterladen, also im App Store, Google Play oder Microsoft Store.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 16. Januar 2018 | 09:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2018, 02:10 Uhr