Autoinnenreinigung: So geht es richtig

11.09.2018 | 02:10 Uhr

Mann saugt den Autoinnenraum. 1 min
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MDR JUMP Di 11.09.2018 02:10Uhr 01:06 min

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Ein sauberes Auto macht was her. Ist der Innenraum so richtig blitzeblank und aufgeräumt, fühlt man sich gleich viel wohler. Und wenn du dein Auto verkaufen willst, kann ein top gepflegter Innenraum ein paar hundert Euro mehr bringen. Wie du die Reinigung richtig angehst, klären wir jetzt mit Fahrzeugaufbereiter Stefan Richter.

Vorbereitung ist alles

Für eine gründliche Innenraumreinigung brauchst du warmes Wasser, die richtigen Putzmittel und einen Stromanschluss für den Staubsauger. Ist der nicht in der Nähe und kommst du auch mit Verlängerungskabel nicht zum Auto, saugst du das Auto an der nächsten Tankstelle aus. Den Rest kannst du dann wieder in Ruhe zu Hause erledigen. Mach dir im Vorfeld klar, was du reinigen möchtest und besorge dir entsprechende Putz- und Pflegemittel. Unser Experte kritisiert nämlich: „Viele fangen an zu putzen und verwenden dann für Armaturenbrett und Sitze einfache Haushaltsreiniger und Spülmittel. Und dann gibt es Streifen und Flecke. Da sind Spezialreiniger aus dem Fachhandel definitiv besser.“ Um Kratzer und Flecken auf den Oberflächen zu vermeiden, benutzt du sanfte Putzmittel, wie fusselfreie Mikrofasertücher, Baumwolltücher zum Trocknen und feine Pinsel. 

Raus mit dem groben Schmutz

Erster Schritt der Reinigung ist das Entleeren von Fächern und Aschenbechern. Entferne alles, was da nicht reingehört. Räume denn Innenraum und den Kofferraum aus. Auch die Ablagebretter und Abdeckungen im Kofferraum solltest du entfernen. Fußmatten gehören ebenso dazu. Die klopfst du gründlich ab und saugst oder wischst, je nach Material sauber. So aufgeräumt saugst du das Auto gründlich aus. Achtung: Vergiss nicht, von Zeit zu Zeit auch das Reserverad herauszunehmen und die Radmulde gleich mit zu reinigen. In den meisten Autos sind in den Reserveradmulden Bohrungen für Schwitzwasser vorhanden. Halte diese Öffnungen sauber, so entsteht kein Rost. 

Gründlich in alle Fugen und Ritzen

Nachdem du den Boden und die Sitzoberflächen gesaugt hast, kümmerst du dich intensiv um die Ritzen und Fugen zwischen Sitzen und Rückenlehnen, dort sammelt sich der meisten Dreck. Dann gehst du am besten mit einer Spezialfugenbürste in alle Ritzen zwischen Sitzen und Karosse und am Armaturenbrett. Achte darauf, die Oberflächen nicht mit den Staubsaugeraufsätzen zu zerkratzen. Für kleinste Ritzen und Fugen in den Armaturen und Verkleidungen verwendest du am besten einen weichen Pinsel. Achtung: Die Borsten sollten in Kunststoff und nicht in Metall gefasst sein, es besteht Kratzergefahr.

Sanfte Reinigungsmittel

Eine Frau säubert den Innenraum eines Autos.
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Für die Reinigung der Oberflächen von Armaturenbrett und Verkleidungen ist warmes Wasser immer die erste Wahl. Nur wenn du Flecken bekämpfen musst, solltest du zu einem Reinigungsmittel greifen. “Ich würde da immer die speziellen Reiniger für Kunststoff, Leder, Velours und so weiter empfehlen. Wenn Sie sich da bei der Anwendung genau an die Anleitung halten, kann nichts schief gehen“, so unser Experte. Reinige immer nur feucht und nie nass, spüle den Lappen häufig und gründlich aus. Und wechsle das Wasser lieber einmal mehr. Sonst verteilst du den Schmutz nur.

Vorsicht Cockpitspray

Besonders bei älteren Kunststoffen können solche Sprays und Auffrischer für neuen Glanz im Innenraum sorgen. Geh aber sparsam damit um. Zuviel davon in Ritzen und Fugen gesprüht, könnte während der Fahr zu Quietsch- und Knarrgeräuschen führen. Auf Lenkrad, Fußmatte und den Pedalen haben diese Sprays nichts zu suchen. Die Oberflächen werden zu glatt und rutschig. So verlierst du unter Umständen den richtigen Griff am Lenker oder rutschst vom Pedal ab.    

Für guten Durchblick

Frau putzt den Autoinnenraum.
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Ein normales Fensterputzmittel reicht für die Scheiben von innen und außen. Achte innen darauf, das Mittel auf den Lappen aufzutragen und dann die Scheiben zu putzen. Sprühe nicht mit dem Putzmittel im Innenraum rum. Verkleidungen und Sitze könnten was abbekommen, es drohen hässliche Flecken. Sind die Scheiben im Raucherauto besonders schmutzig, kannst du sie sanft mit warmen Wasser und Spülmittel vorreinigen.

So werden Sitze sauber

Gegen Flecken von Obst und anderen Hinterlassenschaften werden Hausmittel wie Essigwasser und Rasierschaum empfohlen, unser Experte rät davon ab: „Das kann unter Umständen immer noch größere Flecken verursachen. Einen normalen Sitz mit Stoffbezug oder Polsteroberfläche bekommen Sie mit einem Polsterreiniger am besten sauber. Testen Sie zu Beginn an einer unauffälligen Stelle. Manche Mittel ziehen die Farbe aus den Oberflächen.“ Wichtig auch: Behandle nicht nur den einzelnen Fleck, meist verreibst du dabei nur den Schmutz an die Ränder und der Fleck wird größer. Besser du behandelst immer gleich die ganze Fläche, also Lehne oder Sitz.   

Spezialfall Leder

Kunstleder ist in der Behandlung eher unproblematisch. “Das können Sie im Prinzip ganz normal reinigen, das ist meist sehr strapazierfähig“, empfiehlt Fahrzeugaufbereiter Stefan Richter. Kunstlederreiniger und –pflege gibt es schon für unter zehn Euro. Echtes Leder verlangt etwas mehr Aufmerksamkeit. „Das ist schließlich ein Naturprodukt, in den meisten Fällen Rinderhaut und die hat ein Feuchtigkeitsproblem. Sie droht nämlich nach einiger Zeit auszutrocknen“, so der Experte. Deshalb wischst du Naturleder nur ganz leicht feucht ab. Auf keinen Fall zu viel Wasser beim Säubern verwenden, sonst saugt sich das Leder damit voll und nimmt später kein Pflegeprodukt mehr auf. Nach der Reinigung lässt du das Leder eine Weile ablüften und trocknen und dann pflegst du es mit einer speziellen Lederpflege. Dazu nochmal Stefan Richter: „Am besten Sie kaufen sich für Naturleder ein komplettes Pflegeset, da haben Sie alles zusammen.“ Für rund zehn Euro bekommst du so ein Set, damit lassen sich auch kleine Kratzer und Flecken problemlos beseitigen.

Die Ozonbehandlung

Gegen schlechte Gerüche und Bakterien im Innenraum helfen Hausmittel wie Essigwasser, Kaffee oder der Duftbaum nur sehr begrenzt. Ab rund 130 Euro inklusive Innenraumreinigung bekommst du bei Autoaufbereitern und in Servicewerkstätten eine Ozonbehandlung, auch Ozonreinigung genannt. (Eine Ozonbehandlung die nur die Klima- und Belüftungsanlage reinigen soll, kostet ab 100 Euro aufwärts.) Dabei werden die geruchsverursachenden Bakterien mit dem sehr reaktionsfreudigen Ozongas bekämpft. „Dazu müssen Sie aber die Ursache für den Geruch, also Flecken und Reste erstmal gründlich beseitigen.

Nur dann kommt das Ozon auch an die Stellen, wo die Bakterien sitzen“, so der Experte. Dann wird das Auto möglichst luftdicht verschlossen, was nur den Profis einigermaßen gelingt, das Auto wird von innen begast und zum Schluss noch die Klimaanlage in Betrieb genommen. So werden auch die dort sitzenden Bakterien getötet, die manchmal für den Geruch nach modrigem, feuchtem Handtuch verantwortlich sind. Zum Schluss wird das Auto noch kräftig durchgelüftet. Es bleiben keine Rückstände im Innenraum und den Filtern. Die Ozonbehandlung ist also auch für Allergiker und empfindliche Menschen ideal für saubere Luft im Auto. Ein Tipp: Lass wenn nötig bei dieser Behandlung noch die Innenraumfilter wechseln. Dann gibt’s keine Quellen mehr für unangenehme Gerüche.

Autohimmel reinigen

Auch einen mit Nikotin verschmierten Autohimmel musst du vor einer Ozonbehandlung zunächst säubern. Dazu am besten großflächig absaugen, Flecken oder bei kompletter Gelbfärbung den ganzen Himmel mit Polsterreiniger oder ähnlichem (je nach Material des Himmels) bearbeiten. Nimm dir den Autohimmel in Etappen vor und decke alle anderen Flächen im Auto möglichst gut ab. Nutze am besten spezielle Innenraumreiniger und lass das Auto nach der Reinigung dieser großen Fläche am besten 12 Stunden mit leicht geöffneten Fenstern stehen. So kann die Feuchtigkeit verdunsten. Ein vergilbter und grob verschmutzter Autohimmel überlässt du ohnehin lieber dem Fachmann.

Wann das Auto zum Profi muss

Die normalen Reinigungsarbeiten bekommst du ohne Problem selbst hin. Hast du aber hartnäckige Flecke oder Kratzer und gar kleine Löcher in den Armaturen, dann können Autoaufbereiter gut weiterhelfen. Ab 100 Euro bekommst du einen gut gepflegten Innenraum. Je nach Verschmutzung und Modell und deinen Wünschen kann es natürlich teurer werden. Die Ozonbehandlung solltest du ausschließlich den Profis überlassen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 11. September 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. September 2018, 02:10 Uhr