Alufelgen richtig reinigen und pflegen

25.07.2018 | 02:10 Uhr

Wer sich Aluminiumfelgen leistet, setzt ganz bewusst auf ein ansehnliches Äußeres fürs Auto. Doch um Alufelgen muss man sich auch kümmern, denn Straßenschmutz, Bremsstaub und in der Wintersaison Streusalz greifen die teuren Aluminiumfelgen besonders an. Wichtig für ihren Erhalt ist deshalb eine regelmäßige Reinigung. Was es dabei zu beachten gibt und wie man Alufelgen so glänzend wie am ersten Tag erhält, erklären wir hier.

Grundreinigung

Eine Alufelge wird mit einem Schwamm und Reinigungsmittel gesäubert.
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Die Felgenreinigung sollte Bestandteil jeder Autowäsche sein. Manchmal reichen dabei schon die normale Reinigung und ein Druckstrahlreiniger. Doch nicht immer hilft das. Setzt sich feiner Bremsstaub in Vertiefungen der Felge ab, hilft nur noch Handarbeit. Zunächst kann man es mit einem Schwamm und Seifenlauge probieren. Gelangt man damit nicht an die schwer zugänglichen Stellen der Alufelge, nimmt man am besten eine Zahnbürste zur Hilfe.

Felgen-Reinigungsmittel

Reicht die Grundreinigung nicht mehr aus, helfen spezielle Felgen-Reiniger weiter. Sie lassen sich meist auf die Felge sprühen und nach kurzer Einwirkzeit mitsamt den Verschmutzungen wegwischen. Wichtig dabei ist, dass die maximale Einwirkzeit nicht überschritten wird, weil der Reiniger sonst die Felgen angreifen kann.

Ein Mann reinigt eine Alufelge mit einem speziellen Reiniger und einem Lappen.
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Wichtig ist auch die Wahl des richtigen Reinigungsmittels. Säurehaltige Mittel bieten zwar eine kräftige Reinigungswirkung, können das Material aber auch stark angreifen. Besser ist es darum, auf säurefreie Reiniger zurückzugreifen und lieber etwas mehr Muskelkraft einzusetzen. Ebenso gefährlich für die empfindlichen Alufelgen sind Stahlwolle oder andere kratzende Reinigungsmittel. Denn ist eine Felge einmal beschädigt, führt jede weitere Reinigung zum fortschreitenden Ausfransen. Sofern möglich, sollten die Räder für die Reinigung abmontiert werden. So verhindert man eine Beschädigung anderer Fahrzeugteile und kann die Felgen auch auf der Innenseite gut reinigen.

Hausmittel

Nicht immer müssen es teure Felgenreiniger sein. Ein paar Hausmittel verhelfen in vielen Fällen der Felge wieder zu neuem Glanz.

Benzin
Bremsstaub und andere Verunreinigungen auf der Alufelge lassen sich mit ganz normalem Benzin entfernen. Dafür ein Tuch mit Benzin tränken und damit die Felge putzen.

Zahncreme
Auch handelsübliche Zahncreme leistet bei starken Verunreinigungen gute Abhilfe. Einfach mit einem feuchten sauberen Tuch auf die verschmutzten Stellen aufbringen und verreiben. Der Schmutz sollte sich sichtbar ablösen und mit der Zahncreme vermischen. Anschließend mit klarem Wasser nachspülen. Fertig.

Backofenspray
Ein Geheimtipp für hartnäckigen Bremsstaub: Zunächst die Felge mit Wasser vorreinigen. Das geht zum Beispiel in der Autowaschanlage. Nun das Backofenspray auf die trockene Felge aufsprühen, einreiben und circa 15 Minuten einwirken lassen. Der Schmutz lässt sich anschließend problemlos mit einem Tuch oder Schwamm und klarem Wasser abspülen. Beim Einsprühen der Felge ist allerdings Vorsicht geboten: Die Bremsblöcke sollten dabei ausgespart bleiben, um eine Beeinträchtigung der Bremswirkung zu vermeiden.

Putzstein
Bleiben nach der Reinigung mit Backofenspray noch Verschmutzungen zurück, muss man zu einem stärkeren Hausmittel greifen, dem Putzstein. Das ist ein fester Reiniger in Verbindung mit einem Schwamm. Im Supermarkt gibt es ihn für circa drei Euro. Die Anwendung ist auch hier ganz einfach: Schwamm anfeuchten und mit dem Putzstein über die Verschmutzungen reiben. Obwohl das enthaltene Reinigungsmittel sehr intensiv ist, hinterlässt es keine bleibenden Schäden. Auch hier mit klarem Wasser nachspülen.

Nach der Reinigung

Drei Aluminiumfelgen mit Breitreifen drauf.
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Felgen versiegeln
Um auch für künftigen Verunreinigungen und Rost zu schützen und den Glanz möglichst lange zu erhalten, sollten die Alufelgen nach jeder Reinigung mit einem Schutzwachs oder einer Felgenpflegecreme versiegelt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass auch die ganze Felge versiegelt ist, kann eine zweite Schutzschicht aufgetragen werden. Damit die Versiegelung auch richtig hält, muss vorher die Oberfläche zusätzlich zur Reinigung entfettet werden. Dies funktioniert mit Reinigungsalkohol, Waschbenzin oder einem Silikonentferner. Bei diesem Schritt sollten Einweghandschuhe getragen werden, um keine Fettflecken zu hinterlassen. Der Entfetter darf keinesfalls auf den Gummi des Reifens gelangen – Abkleben mit Kreppband hilft hier. Wurde ein Spezialreiniger verwendet, ist es ratsam, am Ende zu überprüfen, ob Bremsen, Reifen und Räder davon beschädigt wurden.

Polieren
Zusätzlich sollte man Alufelgen regelmäßig polieren, am besten nach der Versiegelung. Dadurch werden auch widerspenstige Schmutzreste entfernt und sogar kleine Kratzer gemildert. Zum Polieren empfehlen Experten Polierwatte und Autopolitur. Noch besser geeignet sind Spezialpoliermittel für Autofelgen.

Felgen als Sicherheitsrisiko

Ist eine Felge durch fehlende oder falsche Reinigung einmal in ihrer Substanz angegriffen, kann jede weitere Felgenreinigung schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Nur wenn eine Alufelge frei von Schmutz ist, kann auch ihr Zustand begutachtet werden. Verunreinigungen offenbaren eventuelle Schäden und Kratzer nicht. Schnell kann daraus ein gefährlicher und irreparabler Haarriss werden, der die Tragfähigkeit des Rades beeinträchtigen kann. Sind Alufelgen beschädigt, müssen sie in den meisten Fällen ersetzt werden. Ob eine Reparatur lohnt, kann nur ein Fachmann einschätzen.

Fazit

Nicht nur eine zu seltene, sondern auch eine zu häufige Reinigung kann schädlich sein, denn übermäßiges Polieren kann beispielsweise der Beschichtung schaden. Aus diesem Grund empfehlen Experten eine regelmäßige Reinigung der Alufelgen mit dem richtigen Mittel. Damit Schäden nicht unter dem Schmutz unentdeckt bleiben, empfiehlt sich spätestens beim saisonalen Reifenwechsel eine gründliche Reinigung der Felgen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 25. Juli 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2018, 02:10 Uhr