Umschau-Quicktipp Klein, leicht, handlich: Wie gut reinigen Handstaubsauger wirklich?

14.03.2018 | 02:10 Uhr

Handstaubsauger sind laut Werbung deutlich handlicher und verzichten in der Akku-Version gleich noch auf das störende Kabel. Meist sind sie aber auch deutlich teurer als die herkömmlichen Modelle.  

Nicht so richtig sauber

In einem aktuellen Test von Stiftung Warentest (Heft: 2/2018) konnten die akkubetriebenen Handstaubsauger nicht überzeugen. Die Geräte sind vergleichsweise laut und haben einfach nicht genug Saugkraft. Sie nehmen damit nicht so viel Staub, Krümel und Haare auf wie andere Staubsauger. "Das merkt man oft nicht so, weil man es im Teppich nicht sieht, ob der richtig gereinigt ist oder ob da unten im Flor noch lauter Staub liegt – und das ist bei den meisten der Fall", sagt Falk Murko von Stiftung Warentest. Vor allem bei Tierhaaren versagten viele der getesteten Geräte. Die Tester können nur zwei Modelle von Bosch und Dyson empfehlen. Die sind aber mit Preisen von 400 und 500 Euro vergleichsweise teuer.

Akkus sind schnell leer

Ein akkubetriebener Staubsauger
Bildrechte: IMAGO

Die Tester kritisierten zudem, dass die Energiespeicher der Handstaubsauger sehr schnell leer sind. "Der Bosch-Sauger zum Beispiel schafft auf voller Stufe nur 15 Minuten", sagt Experte Murko. Das reicht dann maximal für einige Zimmer oder eine kleine Wohnung. Bei einer großen Wohnung für eine Familie muss das Gerät aber zwischendurch an die Ladestation. Wer diesen Nachteil nicht will, kann immer noch zu einem der vielen Handstaubsauger mit Kabel greifen. Dann ist aber der große Vorteil der Bewegungsfreiheit weg. Einen großen Vorteil haben die modernen Handstaubsauger aber generell: Sie lassen sich gut zwischenparken. "Manche haben eine Wandhalterung oder man kann sie direkt in die Ladestation stellen. Das klappt gut", sagt Falk Murko.

Wo finde ich den passenden Beutel?

Besitzer von Bodenstaubsaugern kennen das Problem: Wer ein neues Modell kauft, muss auch neue spezielle Papiertüten für genau dieses Gerät kaufen. Die alten passen dann nicht mehr. Einzig der Hersteller Dyson verzichtet bei den Boden-Geräten schon lange auf die Tüte und setzte auf einen Staubsammelbehälter. Dieses Prinzip haben auch inzwischen auch andere Hersteller von Handstaubsaugern übernommen. "Da hat man eine Box, die man regelmäßig leeren muss", erklärt Falk Murko. "Allerdings muss man das meist schon machen, wenn die Box nur halb voll ist, denn dann saugt das Gerät meist schon spürbar schwächer." Murko sieht bei den Papiertüten einen Vorteil: Die halten Staub und Dreck im Inneren und sind damit hygienischer. Rein von den Saugeigenschaften sind die Bauarten Sammelbox und Tüte dem Experten zufolge aber vergleichbar.

Watt-Angabe ignorieren

Viele Staubsauger-Hersteller lieferten sich über die Jahre einen regelrechten Wettkampf: Wer hat das Modell mit der höchsten Watt-Zahl? Viele Käufer ließen sich davon beim Kauf beeinflussen, auch wenn die Leistungsangabe laut unserem Experten noch nie wirklich wichtig war. Das zeigt auch die aktuelle Entwicklung. Laut EU-Vorgabe dürfen Staubsauger nur noch maximal 900 Watt haben. "Früher hatten die 2.000 Watt und wir haben festgestellt, dass die Saugkraft sich null verändert hat. Die Anbieter haben das bei der Konstruktion so hinbekommen, dass die Geräte weiter gut saugen", erklärt Falk Murko. Auf eine Angabe bei den Staubsaugern können Käufer aber achten: Das Energielabel zeigt mit farbigen Balken an, wie laut ein Gerät ist, wie viel Strom es verbraucht und wie hoch die Saugkraft ist. Die Tests für das Label sind genormt. "Die Akkusauger sind allerdings nicht gelabelt, aber beim Energieverbrauch sind sie alle gut", sagt unser Experte.

 

Fazit

Handstaubsauger mit Akku sind handlich und komfortabel. Meist sind sie aber leider auch laut und saugen nicht so gut wie Modelle mit Kabel oder Bodenstaubsauger. Für gute Geräte müssen Käufer vergleichsweise viel bezahlen. Weil der Akku recht schnell leer ist, sind die Handstaubsauger mit Akku eher etwas für kleinere Flächen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Vormittag | 14. März 2018 | 09:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 02:10 Uhr