Pflanzen, die Ruhe in den Garten bringen

Manchmal kann es auf der Terrasse oder im Garten ganz schön unruhig sein. Aber mit den richtigen Pflanzen kann der Geräuschpegel wenigstens ein bisschen reduziert werden. Wir klären, mit welchen Pflanzen Ruhe in den Garten einkehrt.

Sind grüne Lärmschutzwände wirkungsvolle Schallschutzmauern?

Mit einer richtigen Schallschutzmauer aus Stein oder Holz können Pflanzen natürlich nicht mithalten, aber einige Pflanzen eignen sich durch ihren Bewuchs, Blattdichte und der richtigen Bodenbeschaffenheit als kleine Schall-Schlucker. Forscher des Fraunhofer-Instituts haben nämlich herausgefunden, dass Hecken und Sträucher den Lärm zwar nicht komplett abschirmen, aber höhere Schallfrequenzen herausfiltern können, sodass die Geräuschkulisse nicht mehr so als störend empfunden wird. Außerdem wandeln die Pflanzen CO2 in Sauerstoff um, wirken der Staub- und Luftverunreinigung entgegen, sind ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten und sehen obendrein auch noch schön aus.

Welche Pflanzen bringen Ruhe in den Garten?

Eine mit Efeu bewachsene Mauer
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  • Efeu: Die Pflanze ist immergrün, winterhart, kann an schattigen und sonnigen Plätzen wachsen und erreicht eine Höhe von bis zu 20 Metern. Sie ist durchgehend dicht bewachsen und sichtdicht. Die Blätter haben eine große Fläche und eine starke Struktur.
  • Kirschlorbeer: Auch diese Pflanze ist immergrün und winterhart, wächst schnell und stark in die Breite und bietet einen hervorragenden Sicht- und Lärmschutz. Die Blätter sind groß, lederartig und hart. Doch Vorsicht: Die schwarzen Steinfrüchte sind im rohen Zustand giftig.
  • Hainbuche: Die Hainbuche ist ein Birkengewächs. Damit das Gehölz richtig blick- und schalldicht wächst, sollte es an einem sonnigen Standort stehen.
  • Schneeball: Der runzelblättrige Schneeball ist ein immergrüner Großstrauch. Er wird bis zu 5 Meter hoch und drei Meter breit und eignet sich für ein Lärm und Sichtschutz-Hecke. Die Blätter wirken wie ein Filter, sie haben eine filzige Unterseite, die Staub gut aufnimmt, außerdem wächst der Strauch sehr dicht.

Auch Rhododendron und Flieder sind als Sicht- und Lärmschutz gut geeignet und haben obendrein noch hübsche Blüten.

Welche Voraussetzungen gelten für einen Lärmschutz durch eine Hecke?

  • Die Hecke sollte die Sichtlinie zwischen Lärmquelle und Empfänger direkt unterbrechen, nur so wird die Schallübertragung unterbunden. Außerdem sollten die Blätter möglichst senkrecht zur Schallrichtung stehen.
  • Für den Schallschutz sind hauptschlich die Blätter verantwortlich. Daher sind immergrüne Heckenpflanzen am geeignetsten, die auch im Winter nicht ihre Blätter verlieren. Außerdem sollten die möglichst dicht wachsen, sodass keine Lücken in der Hecke sind.

Wichtig ist auch der Boden auf dem die Hecke steht. Rasen oder andere Bodenbepflanzung dämpfen den Lärm besser, als Plattenbelag.

Was gilt für eine Hecke als Grundstücksgrenze?

Direkt auf der Grundstücksgrenze darf man keine Hecke pflanzen. Je nach Bundesland und Höhe der Hecke sind bestimmte Mindestabstände einzuhalten. Diese Werte gelten hier bei uns:

Ein Mann steht auf einer Leiter und schneidet mit einer Heckenschere ein Hecke
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  • Sachsen: Bis zu einer Höhe von zwei Metern gilt ein Abstand von bis zu 50 cm zum Nachbargrundstück. Ist die Hecke höher als zwei Meter, sind zwei Meter Abstand nötig.
  • Sachsen-Anhalt: Bis zu einer Wuchshöhe von 1,5 Metern heißt es 50 cm Abstand. Bis zu drei Metern Höhe reicht ein Meter Abstand.
  • Thüringen: Bis zu einer Höhe von einem Meter sind 25 cm Abstand einzuhalten, bis 1,50 Meter 50 cm bis 2 Meter 75 cm.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 18. Juni 2021 | 11:45 Uhr

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