Diese Zimmerpflanzen brauchen kaum Pflege

Wenn wir viel mehr Zeit als sonst in den eigenen vier Wänden verbringen müssen, sollen die auch möglichst gemütlich sein. Das klappt mit Zimmerpflanzen. Die galten lange als altmodischer Staubfänger, dabei machen sie das Lernen, Arbeiten und Leben zu Hause angenehmer: Sie reinigen die Luft, wirken beruhigend und machen uns produktiver. Viele Topfpflanzen sind echt robust und überleben auch bei Menschen ohne den berühmten "grünen Daumen".

Diese sechs Zimmerpflanzen sind ganz pflegeleichte Mitbewohner

Für Anfänger eignen sich vor allem die so genannten "alten" Pflanzen, sagt unser Experte, der Pflanzenarzt René Wadas:

Pflanzenexperte René Wadas
Bildrechte: Patrice Kunde

'Alte' Pflanzen deshalb, weil Oma die immer schon genutzt hat. Und warum hat Oma die gehabt? Weil die Pflanzen besonders pflegeleicht waren und auch immer noch sind.

Monstera

Pflanze (Monstera)
Bildrechte: IMAGO / Cavan Images

Diese sehr beliebte Zimmerpflanze ist eine günstige Klimaanlage: Sie gibt über die großen, eingekerbten Blätter einen großen Teil des Wassers wieder ab, mit dem sie gegossen wurde.

Sie wächst auch in schattigen Ecken, in der Natur auch unter Bäumen. Das sieht man an diesen 'eingerissenen' Blättern. Die Monstera lässt Licht durch die oberen Blätter, damit auch die unteren etwas abgekommen.

Ganze egal ob in der Mitte des Raumes oder in einer schattigeren Ecke: Diese Zimmerpflanze wächst überall, wenn sie ab und zu Wasser und Dünger bekommt. Einige, teurere Monstera-Varianten kommen inzwischen mit bunten, "panaschierten" Blättern. Die gedeihen allerdings nur, wenn die Monstera etwas heller steht.

Drachenbaum

Pflanze (Drachenbaum)
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Diese Zimmerpflanze sieht mit den langen, schmalen Blättern und den runden, an Tropenpflanzen erinnernden Stämmen sehr dekorativ aus. Der Drachenbaum ist sehr pflegeleicht. Nur beim Gießen muss man etwas aufpassen. Der Wurzelballen darf nicht komplett austrocknen, die Pflanze verträgt zu viel Wasser aber auch nicht gut:

Das große Problem ist, dass der Drachenbaum uns wie viele andere Pflanzen auch immer zu viel Nässe und zu wenig Nässe mit den gleichen Symptomen anzeigt. Wenn ich zu viel gieße, lässt er genauso die Blätter hängen und bekommt braune Spitzen, wie wenn ich zu wenig gieße.

Unser Experte empfiehlt die Fingerprobe: Die Erde sollte nicht pitschnass und auch nicht komplett trocken sein.

Yucca-Palme

Pflanze (Yuccapalme)
Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Fun-Fact zur robusten und pflegeleichten Zimmerpflanze, die aus den Mittelamerika stammt: Anders als der Name andeutet, gehört sie nicht zu den Palmen sondern zu den Spargelgewächsen.

Die Yucca-Palme sollte schön hell stehen und regelmäßig gedüngt werden. Auch der Boden sollte feucht sein, aber niemals nass. Sonst faulte dieser Stamm, dieser Yucca-Palme, recht schnell anfängt zu faulen.

Besonders im Winter sollte man die größeren Blätter ab und an mit etwas Wasser und etwas Spülmittel von Staub befreien. Der schränkt sonst die Photosynthese-Leistung ein. Damit wird also weniger Kohlendioxid aus der Zimmerluft gebunden und weniger Sauerstoff abgegeben als möglich.

Sansevieria oder auch Bogenhanf

Pflanze (Sansevieria oder auch Bogenhanf)
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Sogar die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa ist auf diese Zimmerpflanze aufmerksam geworden: Der Bogenhanf erzeugt pro Blattfläche so viel Sauerstoff wie kaum eine andere Pflanze. Damit eignet er sich laut Nasa besonders gut für eine angedachte Basis auf dem Mond oder anderen Planeten. Die Pflanze gibt es in verschiedenen Farben. Sie nimmt es auch nicht übel, wenn man mal das Gießen vergisst. Die Pflanze speichert Feuchtigkeit in den Blättern. Zu viel Wasser allerdings sollte man vermeiden.

Aglaonema

Pflanze (Aglaonema)
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Diese schöne Pflanze stammt aus den Tropen und ist ein großartiger Luftreiniger. Sie verträgt keine direkte Sonne und kein kalkhaltiges Wasser.

Die Aglaonema braucht so einen leicht sauren Boden mit einem niedrigeren pH-Wert. Wenn man die immer mit kalkhaltigem Wasser gießt, steigt der pH-Wert im Boden und dann geht die Pflanze kaputt. Dann werden immer mehr Blätter gelb und fallen ab.

Am besten gieße man daher mit Regenwasser. Wenn man ab und an die Pflanze mit einem Handsprüher etwas anfeuchtet und so für mehr Luftfeuchtigkeit sorgt, gedeiht sie besonders gut.

Grünlilie

Pflanze (Grünlilie)
Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

Diese Zimmerpflanze mit langen, herabhängenden Blättern kann man schön dekorativ in hängenden Töpfen oder auch "Ampeln" ziehen. Die Blätter der Grünlilie sind nicht giftig. Sie eignet sich daher auch für Familien mit Haustieren.

Die Pflanze kommt mit vergleichsweise wenig Licht aus, bevorzugt aber warmes und nicht zu heißes Sonnenlicht.

So haben Pflanzen möglichst gute Startbedingungen und überleben auch bei Menschen ohne "grünen Daumen"

René Wadas rät, Zimmerpflanzen beim Gärtner oder im Gartenfachmarkt zu kaufen. Dort kennen sich die Mitarbeiter mit den Pflanzen aus und pflegen sie.

Im Supermarkt können die Pflanzen auch grade frisch angekommen sein. Aber man weiß nie, ob sie dort schon länger stehen und ob sie ordentlich gepflegt wurden. Wenn die Pflanzen dort eine Woche mit wenig Wasser stehen und ich nehme die mit, dann kriegen sie bei mir zu Hause den Rest.

Der Pflanzenarzt rät aus einem weiteren Grund zum Pflanzenkauf beim Fachmann. Dort könne man gezielt Zimmerpflanzen kaufen, die frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln und ohne synthetischen Dünger gezogen wurden. Eine mit Pestiziden behandelte Zimmerpflanze beispielsweise dunste diese dann auch in der Wohnung aus.

Da gibt’s so Siegel wie Bioland oder Demeter oder Naturland, nach deren strengen Richtlinien inzwischen auch Gärtner produzieren. Und Fairtrade ist auch ganz wichtig, weil viele Zimmerpflanzen aus nichteuropäischen Ländern kommen. Da kann man drauf achten, dass die Mitarbeiter und Gärtner vor Ort ordentlich entlohnt werden und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden.

Diese Pflanzen kosteten dann zwar etwas mehr. Sie bereiteten dafür in der Wohnung oder im Haus dann etwas länger Freude.

Ein paar schnelle Tipps für Aufzucht und Pflege

Wer ein paar Grundregeln beachtet und sich regelmäßig um die Zimmerpflanzen kümmert, hat die auch länger als nur ein paar Wochen in der Wohnung. So können zwar alle der beschriebenen Zimmerpflanzen gemeinsam aufgezogen werden. Die stehen alle in Töpfen und haben daher auf andere Pflanzen in der Umgebung keine Auswirkungen. Trotzdem sollte man sich vorab wenigstens ein paar wichtige Punkte über die Pflanzen anlesen:

Wichtig ist, wo die Pflanze ursprünglich her kommt und welche Ansprüche sie daher hat. Wächst die in der Natur unter anderen Bäumen, dann weiß ich: Die braucht nicht viel Licht und darf auch nicht zu viel Licht haben.

Einige Pflanzen sind zudem besser als andere für Schlafzimmer geeignet. Denn Pflanzen produzieren in der Regel am Tag Sauerstoff und geben in der Nacht CO2 ab.

Wenn ich mein Schlafzimmer voller Pflanzen habe, dann sterbe ich dann nicht dran wenn die CO2 abgeben. Aber ich schlafe vielleicht nicht so gut. Manche Pflanzen aber sind gut für erholsamen Schlaf: Dickblattgewächse wie die Kalanchoe produzieren auch nachts Sauerstoff. Aloe Vera ist auch fürs Schlafzimmer geeignet und Echter Jasmin auch. Dessen Duftstoff sorgt für einen ruhigen Schlaf.

Experte René Wadas empfiehlt fürs Gießen warmes und abgestandenes Wasser. Fürs Düngen kann man einer einfachen Faustregel folgen:

Gedüngt wird in der Sommerzeit: Also beim ersten Uhrenumstellen beginnen und wenn die Uhren zurückgestellt werden, höre ich auf. Wenn die Tage kürzer werden, betreiben die Pflanzen nicht mehr so viel Photosynthese. Und dann können sie diese Nährstoffe auch nicht verarbeiten.

René Wadas hat noch einen Tipp, der zumindest beim ersten Lesen etwas schräg klingt.

Da kann man drüber lachen, aber streicheln sie ihre Pflanzen und reden sie mit ihnen. Ab und an mal mit Händen drüber streichen, denn auf dem Fensterbrett wird die Pflanze anders als in der Natur nicht bewegt. Diese Bewegung durch den Wind führt aber in der Natur dazu, dass die Pflanze kompakter wächst und nicht so in die Höhe schießt.

Das könne man zu Hause sozusagen nachahmen. Beim "Reden" mit der Pflanze bekomme diese eine Extraportion CO2, so Wadas. Tatsächlich erkenne man Zimmerpflanzen, die ab und an solche "Streicheleinheiten" bekommen. Sie wachsen besser und sehen schöner aus. Dafür gibt es noch einen ganz einfachen Grund: Wer nah an die Pflanzen rangeht, erkennt Schädlinge und Wassermangel besser.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 23. Februar 2021 | 10:45 Uhr

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