Tipps und Tricks rund um das Osterei

Ostern ohne Eier ist unvorstellbar. Wir erklären, worauf du beim Eierkauf, beim Färben und bei der Lagerung achten solltest, damit das Fest ein Genuss wird.

Weißes Osterei wird mit schwarzem Stift beschrieben mit den Worten Ei like Eier 1 min
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Umschau-Quicktipp Ostereier

Ostereier

MDR JUMP Di 16.04.2019 02:10Uhr 01:12 min

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Ostern ohne Eier ist undenkbar. Jeder Deutsche isst im Jahr 230 Eier, wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung errechnet hat – eine ganze Menge davon hart gekocht und bunt gefärbt an den Osterfeiertagen. Das Ei steht hierbei als Symbol für das neue Leben und die Auferstehung Jesu Christi, die zu Ostern gefeiert wird. Wir erklären, worauf Verbraucher beim Eierkauf und beim Färben achten sollten.

Wissen, wo das Ei herkommt

Informationen über die Herkunft des Eis bekommen Verbraucher anhand eines aufgedruckten, dreiteiligen Codes:

  • Die erste Ziffer zeigt, wie das Huhn gehalten wurde, das das Ei gelegt hat: Die 0 steht für Bio-, die 1 für Freiland- und die 2 für Bodenhaltung. Die Haltung in konventionellen Legebatterie-Käfigen ist seit 2010 in Deutschland verboten, EU-weit seit 2012. Derzeit dürfen Hennen noch in so genannten ausgestalteten Käfigen in Kleingruppen gehalten werden – auch damit soll 2025 Schluss sein. Eier, die aus dieser Haltungsform stammen, tragen als erste Ziffer eine 3.
  • Die nachfolgenden Buchstaben zeigen an, aus welchem Land das Ei stammt. Eier mit dem Aufdruck "DE" kommen beispielsweise aus Deutschland, "NL" steht für die Niederlande.
  • Die letzten Ziffern stehen für den Erzeugerbetrieb. Jede Nummer wurde EU-weit nur einmal vergeben, sodass über den Stempel das Ei bis zum Stall zurückverfolgt werden kann. Steht am Anfang dieser Nummer eine 14, 15 oder 16, kommt das Ei aus Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen.

Über die Internetseite www.was-steht-auf-dem-ei.de kann der Erzeugercode auf dem Ei nachverfolgt werden.

Besonders beliebt: Bio-Eier

Die meisten Eier in Deutschland, rund 63 Prozent, stammten im Jahr 2018 nach Angaben des Statistischen Bundesamts aus Bodenhaltung. Aber: Seit Jahren werden zunehmend mehr Eier in ökologischer Hühnerhaltung produziert. Kein Wunder, denn Bio-Eier gibt es mittlerweile in jedem Discounter zu kaufen. Dabei bedeutet "Bio" in diesem Fall keineswegs, dass das Huhn wie im Bilderbuch fröhlich über einen idyllischen Bauernhof stolziert und nach Lust und Laune Würmer pickt. Kritiker werfen den geltenden EU-Richtlinien vor, Massentierhaltung unter "bio" zu verkaufen. Demnach ist es erlaubt, mehrere tausend Hühner in einem Stall zu halten – genauer gesagt bis zu 3.000. Hat ein Hof mehrere Ställe, ist es auch erlaubt, mehrere 3.000er-Gruppen zu halten, sodass ein Hof durchaus auch mehr als 10.000 Hühner beherbergen kann. Allerdings haben Hühner in der Bio-Haltung mehr Auslauffläche, ständig Zugang zum Freigelände, sofern es die Witterung zulässt, und ein Großteil des Futters stammt aus ökologischer Erzeugung. 

Der Unterschied zwischen braunen und weißen Eiern

Um Ostereier bunt zu färben, bieten sich weiße Eier besser an als braune, weil sie die gewünschte Farbe nicht verfälschen. Auf Bio-Eier muss dafür niemand verzichten, denn entgegen der landläufigen Meinung ist es nicht so, dass Bio-Eier immer braun sind und Eier aus konventioneller Haltung immer weiß. Nicht die Haltungsbedingungen, das Futter oder die Federfarbe der Hühner haben Einfluss auf die Farbe der Eierschale, sondern die genetischen Voraussetzungen der jeweiligen Hühnerart. Ein Indiz ist ein farbiger Fleck, den die Hühner neben ihren Ohren haben. Ist der weiß, legt das Huhn meist weiße Eier, ist er rot, produziert es meist braune.

Eier färben mit Natur oder Chemie

Ein Mädchen bemalt Ostereier.
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Wer die Ostereier nicht aufwändig mit Pinsel und Stift verzieren will, greift in der Regel auf fertige Eierfarbensets aus dem Supermarkt zurück. Je nach Produkt werden die Eier vor, nach oder während des Kochens in eine Wasser-Essig-Mischung mit den entsprechenden Farben gelegt und erhalten so ihre Färbung. Die Chemikalien in den Produkten sind gesundheitlich völlig unbedenklich, weil ausschließlich Farbstoffe verwendet werden dürfen, die von den Behörden der EU für die Verwendung in Lebensmitteln zugelassen wurden. Selbst, wenn die Eierschale gesprungen ist und durch den Riss Farbe ins Innere des Eis gelangt ist, darf das ohne Bedenken mitgegessen werden.

Alternativ können auch Gewürze, Gemüsesorten und Pflanzenteile dazu dienen, die Eier auf natürliche Weise bunt zu machen. Die Ostereier werden damit jedoch nicht so grell und intensiv bunt wie bei fertigen Farbmischungen. Die Naturfärbemittel werden während des Kochvorgangs im Wasser gelassen. Um die Farben etwas kräftiger zu bekommen, sollten die natürlichen Farbgeber schon eine Weile eingeweicht oder vorgekocht werden und die Eier auch nach der Kochzeit noch ein bisschen im Farbsud liegen bleiben. Auch beim natürlichen Färben hilft ein Schuss Essig im Wasser, damit sie die Farbe besser annehmen.

Diese Naturprodukte eignen sich zum Eierfärben:

  • Rot: frische rote Bete
  • Braun: Zwiebelschalen (besonders kräftig färben rote Zwiebelschalen), schwarzer Tee, Kaffee
  • Grün: Petersilie, Efeu, Johanniskraut
  • Gelb/Orange: Kurkuma, Möhren, Birkenblätter, Kamillenblüten
  • Blau/Lila: frisch aufgeschnittenes Rotkraut, Heidelbeeren

Vorgefärbte Eier aus dem Supermarkt

Ostereier
Bildrechte: colourbox

Auch vorgekochte, bunte Eier aus dem Supermarkt sind mit Lebensmittelfarbe gefärbt worden und von daher gesundheitlich unbedenklich. Anders als bei frischen Eiern müssen die gekochten keinen Erzeugercode tragen. Der Verbraucher kann hier also nicht nachvollziehen, aus welchem Land und welcher Haltungsform das Ei kommt.

Vorsicht vor Keimen!

Eier gelten als Hauptüberträger von Salmonellen. Diese Bakterien können schwere Magen-Darm-Erkrankungen hervorrufen. Durch Kochen werden die Keime in der Regel zerstört, allerdings sollten nach dem Umgang mit rohen Eiern immer gründlich die Hände gewaschen werden. Wer Eier ausblasen und anschließend anmalen will, muss darauf achten, die Eier nicht direkt mit dem Mund zu berühren, sondern für das Auspusten einen Strohhalm oder eine Kanüle verwenden.

Wenn Eier im Kühlschrank aufbewahrt werden, halten sie sich im rohen Zustand etwa einen Monat nach dem Legedatum, sollten jedoch nach zwei Wochen nicht mehr roh verzehrt werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Eierverpackung hilft zur Einordnung, ob das Ei noch genießbar ist, wobei das Ei keinesfalls weggeschmissen werden muss, wenn das Datum erreicht ist. Nach Angaben der "Tafeln" können Eier bis zu drei Wochen nach MHD noch zum Kochen und Backen verwendet werden. Bei der Abwägung, ob das Ei noch verwendbar ist, hilft der Frischetest. Dabei wird das Ei in eine Schale mit Wasser gelegt. Geht es unter, ist alles okay. Schwimmt das Ei oben, sollte es besser nicht mehr verzehrt werden.

Hartgekochte Eier sind lange haltbar: Bei Raumtemperatur mindestens zwei Wochen, im Kühlschrank sogar bis zu einem Monat. Das gilt jedoch nur für Eier ohne Riss in der Schale, denn sonst können darüber Keime in das Innere dringen. Ostereier aus dem Supermarkt sind mit einem Mindeshaltbarkeitsdatum versehen, an dem man sich orientieren kann. Riecht das hartgekochte Ei unangenehm beim Schälen oder sieht merklich anders aus, als man es normalerweise gewöhnt ist, sollten auch hartgekochte Eier nicht mehr verzehrt werden, weil sie verdorben sein können.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. April 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 02:10 Uhr

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