Den richtigen Notruf wählen und was es noch für Notfallnummern gibt

Im Unglücksfall muss es schnell gehen. Deshalb ist es besonders wichtig, die richtige Notfallnummer parat zu haben. Aber wen genau muss man eigentlich anrufen?

Notarzt Rettungswagen des DRK Deutschen Rotes Kreuz 1 min
Bildrechte: imago/Ralph Peters

Wie regieren in einer lebensbedrohlichen Situation?

Liegt eine lebensbedrohliche Situation vor, handelt es sich um einen Notfall. Dann heißt es keine Zeit verlieren und sofort die 112 wählen. Auch wenn man keinen Empfang hat, kann man einen Notruf absetzen. Dann wählt sich das Mobiltelefon automatisch in das Netz ein, das am aktuellen Standort am stärksten ist. Handelt es sich um einen Verkehrsunfall, sichert man zuerst sich selbst mit einer Warnweste ab und dann die Unfallstelle mit Warnblinklicht und Warndreieck. Dann schaut man, ob es Verletzte gibt und verschafft sich einen Überblick über die Verletzungen. Erst dann wählt man den Notruf. Sind Personen zu Schaden gekommen, ruft man den Rettungsdienst unter 112. Die Leitstelle koordiniert dann alle Einsatzkräfte. Auch die Polizei. Bei Blechschäden, leichten Auffahrunfällen oder anderen Beschädigungen im Straßenverkehr genügt der Notruf bei der Polizei. Dann ruft man die 110.

Wie setze ich den Notruf richtig ab?

Egal ob Rettungsdienst – 112 oder Polizei – 110. Bei einem Notruf sind die 5 W-Fragen ganz entscheidend:

  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte?
  • Welche Verletzungen?
  • Wo ist das passiert?
  • Wer meldet den Unfall?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle!

In welchen Situationen wähle ich außerdem den Notruf?

  • Die Polizei, also 110 wählt man bei einer Straftat oder wenn man sich selbst in Gefahr befindet.
  • Bei einem Brand ruft man die Feuerwehr (112)
  • Beobachtet man wie ein Passant schwer stürzt, sich verletzt oder das Bewusstsein verliert, wählt man auch unverzüglich die 112
  • Auch wenn ein Tier in Gefahr oder Not ist, helfen Polizei und Feuerwehr weiter

Weitere wichtige Notfallnummern

  • 116 117

Das ist die Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst, falls außerhalb der Sprechzeiten medizinische Hilfe benötigt wird und keine lebensbedrohliche Erkrankung vorliegt. Das ist z.B. bei hohem Fieber der Fall, bei grippalen Infekten, Erbrechen und Durchfall bei Magen-Darm-Erkrankungen oder starken Kopfschmerzen bei Migräne. Diese Nummer gilt bundesweit und man wird an den nächsten zuständigen Bereitschaftsdienst weitergeleitet.

  • 116 111

Das ist die Nummer gegen Kummer. Hier können alle anrufen, die seelische Probleme haben und sich beraten lassen wollen. Dieses Angebot gilt für Kinder, Jugendliche und Eltern in ganz Deutschland.

  • 0361730730

Das ist die Nummer der Giftnotrufzentrale in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Auch hier gilt bei Anruf die korrekte Beantwortung der W-Fragen. Liegt eine lebensbedrohliche Situation vor, ist aber sofort die 112 zu wählen. 

  • 116 116

Mit dieser Nummer kann man bei Verlust oder Diebstahl seine EC-Karten und Kreditkarten sperren lassen.

  • 115

Das ist die Nummer für alle Verwaltungsfragen: Ob Reisepass, Personalausweis Geburtsurkunde oder Wohngeld, wenn man Fragen oder ein Problem dazu hat, kann man tagsüber dort anrufen und erhält Antworten

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 04. Mai 2021 | 10:45 Uhr

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