Diät halten und abnehmen – Was hilft wirklich?

Das Angebot an Präparaten zur Gewichtsreduktion ist riesig, die Erfolgsversprechen meist auch. Aber wie genau wirken die Mittel? Und können sie gefahrlos eingenommen werden, oder drohen Nebenwirkungen?

In Deutschland gilt als übergewichtig, wer einen Body-Mass-Index von über 25 hat. Weil das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen mit dem Übergewicht steigt und weil sich viele mit zu vielen Pfunden weder schön noch wohl fühlen, halten sie Diät.

Beliebte Diäten

Ob Low Carb, Trennkost oder Keto – es gibt unzählige Diäten, die eine Gewichtsreduktion versprechen. Herauszuheben sind hier die Logi- oder Glyx-Diät und die Mittelmeer-Diät. Die versprechen langfristigen Erfolg. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zudem die Brigitte-Diät sowie das Abnehmen mit den Weight-Watchers. Das größte Problem an Diäten ist der Jo-Jo-Effekt. Hat man mühsam ein paar Kilo verloren, sind die oft schneller wieder drauf als einem lieb ist. Deshalb funktionieren Diäten am besten im Zusammenhang mit einer Ernährungsumstellung.

Abnehmen mit Intervallfasten

Angeblich soll man dabei abnehmen können, ohne Kalorien zählen zu müssen. Beim Intervallfasten verzichtest du nämlich immer nur für eine relative kurze bestimmte Zeit auf Nahrung. Außerhalb dieser Zeit kannst du ganz normal essen. Laut Ernährungsexperten nimmt man durch das Intervallfasten nicht mehr ab als mit anderen Diäten. Das Gute ist aber: man kann alles essen und Intervallfasten kann dauerhaft gemacht werden.

Abnehmen mit Nahrungsergänzungsmitteln und diätetischen Lebensmitteln

Bandmaß um einen Diätdrink
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Formula-Diäten
Formula-Diät steht als Sammelbezeichnung für mit Wasser oder Milch anzurührende Getränkepulver oder Riegel, die als alleinige Kost komplette Mahlzeiten ersetzen sollen. Sie sollten sie nicht länger als drei Wochen genommen werden. Beim Kauf dieser Produkte ist auf den Zuckergehalt zu achten, denn viele Formula-Diäten überschreiten den von der WHO pro Tag empfohlenen Zuckerwert um ein Vielfaches. Kritisiert werden auch immer wieder Inhaltsstoffe wie überflüssige Zusätze, gentechnisch verändertes Soja oder künstliche Süßstoffe und überzogene Werbeversprechen zur Wirksamkeit.

Appetitbremser
Dabei handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel, die Mate- oder Guarana-Auszüge enthalten und den Hunger dämpfen. Gleichzeitig wirken sie leicht entwässernd und anregend. Da sie als Nahrungsergänzungsmittel gelten, müssen die Hersteller und Inverkehrbringer keine Wirkstudien vorlegen, dürfen aber auch nicht irreführend werben.

Sättigungskapseln
Diese Kapseln enthalten meist pflanzliche Quellstoffe. In Verbindung mit der Magenflüssigkeit quellen die Kapseln, füllen den Magen und dem Körper wird ein Sättigungsgefühl vermittelt, ohne Nahrung aufgenommen zu haben. Als Quellstoffe werden häufig Flohsamen oder Glucomannan aus der asiatischen Konjakwurzel eingesetzt. Wer bei der Einnahme von Sättigungskapseln nicht genug Flüssigkeit zu sich nimmt, riskiert Verdauungsprobleme, Verstopfungen und Darmverschluss. Werden die Kapseln abgesetzt, besteht die Gefahr, dass aufgrund der Gewöhnung umso mehr gegessen wird.

Abnehmen mit rezeptfreien Mitteln und Medizinprodukten

Medikamente liegen in einem Regal
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Die Stiftung Warentest hat 2020 rezeptfreie und rezeptpflichtige Präparate zum Abnehmen bewertet, die in Apotheken häufig verkauft werden. Sogenannte Fett- und Kohlenhydratblocker zum Abnehmen werden als Medizinprodukte eingestuft. Sie enthalten Faserkomplexe mit Vitaminen, Chitosan und Litramine, die das Aufnehmen von Nahrungsfett aus dem Darm minimieren sollen. Relativ neu sind Produkte, die bei der Verdauung die Arbeit eines Enzyms behindern, das notwendig ist, um Kohlenhydrate (z.B. aus Nudeln oder Brot) zu spalten. Das gilt allerdings nicht für alle Kohlenhydrate. Zucker bleibt von der Arbeit des Enzyms unberührt. Unverdaute Kohlenhydrate werden dann von Darmbakterien abgebaut, unter Umständen in Begleitung von Blähungen und Durchfällen.

Die in Apotheken häufig gekauften Fettbinder und Kohlenhydratblocker zum Abnehmen mit Chitosan, Konjakfasern, Litraminen und Glykoproteinkomplexen bewertet die Stiftung Warentest als "wenig geeignet" um das Gewicht zu verringern. Bisher sind nur geringfügige Erfolge zu verzeichnen, die Studienlage sagt nichts über langfristige Ergebnisse. Als Motivationshilfe seien die Mittel aber geeignet, so Warentest.

Abnehmen mit der HCG-Diät

Das humane Choriongonadotropin (HCG) ist ein Hormon, dem unter anderem zugeschrieben wird, Fettreserven an Hüften und Oberschenkeln abzubauen. Außerdem soll es das Hungergefühl unterdrücken. Für die Gewichtsreduktion ist es allerdings nicht zugelassen – auch wenn es im Internet angeboten wird. HCG-Schlankheitsmittel sind illegal, und nicht nur deshalb warnen Mediziner vor einer Diät mit HCG-Unterstützung. Gefahr droht durch einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen während der drei- bis vierwöchigen Diätzeit. Außerdem können Stoffwechsel- und Herzrhythmusstörungen und Nierensteine als Folge auftreten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 13. Januar 2022 | 11:45 Uhr

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