Was hilft wirklich gegen Schuppen?

19.03.2020 | 02:10 Uhr

Gewusst, was!

Bevor du mit der Bekämpfung der Schuppen beginnst, solltest du unbedingt wissen, welche Art Schuppen du hast. Davon hängt schließlich das Mittel ab, mit dem du die Schuppen loswerden willst. Gehst du nämlich bei trockener Kopfhaut mit einem Mittel gegen fettige Schuppen vor, kann es noch schlimmer werden. Du entfettest die ohnehin trockene Kopfhaut noch weiter und bekommst noch mehr trocken Schuppen. Ganz allgemein sind Schuppen übrigens kein Problem der Haare sondern der Kopfhaut. Deren oberste Schicht erneuert sich, wie die Haut am gesamten Körper, aller vier Wochen. Die toten Hautschüppchen werden abgestoßen. Das ist ganz normal. Wenn sich die Zellen aber schneller erneuern oder die toten Zellen nur verzögert abgestoßen werden, dann können die Schuppen verklumpen, werden größer und beginnen sichtbar zu rieseln.

Trockene Schuppen

Mann betrachtet im Spiegel seine Haare
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Die weißen Schuppen entstehen meist durch trockene Kopfhaut, Heizungsluft im Winter, austrocknende Shampoos und Pflegemittel, Föhnen oder auch bei starker Hitze im Sommer. Hier sind Frauen genauso häufig betroffen wie Männer. Auch bei bestimmten Erkrankungen kommt es zu trockenen Schuppen, zum Beispiel bei Schuppenflechte oder Neurodermitis. Auch Stress kann die Bildung von trockenen Schuppen begünstigen. Denn unser Körper reagiert auf Stress allgemein mit einer Beschleunigung der Stoffwechselprozesse. Deshalb wird auch die Kopfhaut schneller erneuert, es entstehen mehr Schuppen. Friseure warnen auch vor zu häufigem Haarewaschen. Die waschaktiven Substanzen reizen die Kopfhaut zusätzlich.

Fettige Schuppen

Durch eine erhöhte Talgproduktion entstehen gelbe, fettige Schuppen. Sie sind meist größer als trockene Schuppen und fühlen sich ölig an. Sie sind klebrig und werden nicht so schnell abgestoßen. Das begünstigt das Wachsen bestimmter Hefepilze, zum Beispiel Malassezia furfur oder Pityrosporum. Die gehören zwar zur normalen Hautflora, werden aber bei Schuppen unangenehm. Winzige Entzündungsherde und große Talgdrüsen in der Kopfhaut führen dazu, dass sie besser wachsen können. Das macht die Haut noch empfindlicher. Die Folgen: Rötungen und Juckreiz. Fettige Schuppen sind oft eine Folge von genetischer Veranlagung. Sie kommen auch besonders häufig in Zusammenhang mit Hormonschwankungen oder einer Hormonüberproduktion vor.

Natürliche Mittel

Eine trockene Kopfhaut braucht Feuchtigkeit, Nährstoffe und Vitamine. Die bekommst du mit Oliven- oder Avocadoöl. Tatsächlich versorgt auch Bier deine trockene Kopfhaut optimal. Ebenso soll Huflattich gegen trocken Schuppen und eine entzündliche Kopfhaut helfen.

Frau schaut in Spiegel und untersucht ihre Haare.
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Leidest du unter fettigen Schuppen, dann können dir Teebaumöl oder auch Zitronensaft helfen. Apfelessig ist eines der wenigen Mittel, die gegen beide Schuppenarten helfen sollen. Zum einen reinigt der Essig eine fettige Kopfhaut sehr effektiv bis in die Poren. So werden verstopfte Talgdrüsen befreit. Zum anderen beruhigt der Essig eine trockene Kopfhaut und lindert den Juckreiz. In der Naturkosmetik werden auch gerne Thymian, Wacholder oder Rosmarin eingesetzt. Die Kräuter sollen ebenfalls antibakteriell wirken und so Schuppenbildung reduzieren. Daneben wird Stiefmütterchentee als Haarspülung empfohlen. Die richtige Zubereitung beziehungsweise Anwendung der natürlichen Helfer findest du im Internet oder du lässt dich in einem Reformhaus oder ähnlichen Läden beraten.

Anti-Schuppen-Shampoos

Shampooflaschen
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In einem Test der Stiftung Warentest aus dem Oktober 2017 haben alle der elf getesteten Anti-Schuppen-Shampoos die Schuppen gut bekämpft. Das liegt in erster Linie an den Inhaltsstoffen. Neben den üblichen Zutaten, die fast alle Shampoos enthalten – 80 Prozent Wasser, Tenside, Pflegemittel, Konservierungsstoffe – finden sich auf der Liste wirksamer Anti-Schuppen-Produkte Piroctonolamin, Salizylsäure, Climbazol, Zinkpyrition oder Selendisulfid. Diese chemischen Stoffe wirken gegen Hefepilze, sind antimikrobiell, entzündungshemmend und verlangsamen die Zellteilung. Damit wirken sie gegen die Ursachen von Schuppenbildung. Allerdings bekämpfen sie nicht die Probleme, die tief in der Haut entstehen. Nach einer anfänglichen Reduzierung der Schuppen, sollte das Anti-Schuppen-Shampoo daher dauerhaft ein- bis zweimal in der Woche im Wechsel mit einem möglichst milden Shampoo angewendet werden.

Salz, Wasser, wenig Stress

Mann und Frau am Strand
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Auch ein Urlaub am Meer kann wirkungsvoll gegen Schuppen sein. Sonne und Salzwasser wirken einer fettigen und entzündlichen Kopfhaut entgegen. Und auch die Entspannung im Urlaub hilft. Belasse deine Kopfhaut so natürlich wie möglich und stresse sie nicht zusätzlich mit vielen Beautyprodukten wie Spülungen, Tönungen oder anderen Haarkuren. Das gilt logischerweise auch im Alltag zu Hause. Sorge auch am Arbeitsplatz für ein gesundes Raumklima. Und reize deine Kopfhaut möglichst wenig. Das heißt bei Kälte, Regen und starker Sonneneinstrahlung Mütze auf, ansonsten viel frische Luft. Kämme die Haare nur mit intakten Bürsten oder Kämmen, nichts also, was kratzt. Auch der Haartrockner greift die sensible Kopfhaut an, daher nicht zu heiß föhnen oder an der Luft trocknen.

Dauerfälle abklären lassen

Wenn deine Schuppen nach mehr als einem Monat im Selbstversuch nicht weggehen oder münzförmige schuppige Stellen zurück bleiben, dann solltest du auf jeden Fall zum Arzt gehen. Dann kann nämlich auch eine ernsthafte Erkrankung wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder weißer Hautkrebs hinter dem Problem stecken. Vorsicht: einzelne Stoffe, egal ob natürlich oder künstlich, können bei Allergikern zu Hautreizungen oder Juckreiz führen.

Fazit

Wer etwas gegen Schuppen tun will, ist mit speziellen Shampoos und natürlichen Mitteln aus dem Reformhaus und der Drogerie gut beraten. Die meisten haben eine gute Anti-Schuppen-Wirkung. Allerdings kann die eigene Lebensweise dafür sorgen, dass Schuppen gar nicht zum Problem werden: Nicht täglich Haare waschen, nicht zu viele Pflegeprodukte nutzen, nicht zu heiß föhnen und auch öfter mal die Beine hoch legen, denn Stress kann die Bildung von Schuppen durchaus befördern. Sind die Schuppen genetisch bedingt, musst du die entsprechenden Mittel übrigens dauerhaft anwenden, denn solche Schuppen kommen gerne wieder.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 19. März 2020 | 02:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2020, 02:10 Uhr