Heuschnupfen: So kriegst du die Allergie in den Griff

ILLUSTRATION - Eine Frau mit Heuschnupfen und Taschentuch vor ihrer Nase. 1 min
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MDR JUMP Di 16.03.2021 10:45Uhr 01:13 min

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Erle, Hasel, Pappel, aber auch Esche und Weide: Ihr Blütenstaub fliegt hauptsächlich jetzt im März durch die Luft und ganz deutlich spüren das Allergiker, die genau auf diese Pollen reagieren. Die Betroffenen leiden unter Niesreiz, geschwollene Nase und Augenjucken. Mit den richtigen Mitteln kann man die Allergie allerdings gut in den Griff bekommen.

Was hilft?

Es gibt zahlreiche Medikamente, die die Symptome von Heuschnupfen lindern. Die sollten jedoch ganz individuell in Absprache mit dem Arzt zusammengestellt werden. Das kann der Allergologe sein, aber auch Hausärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte oder Haut- und Kinderärzte können eine entsprechende Fachqualifikation haben. Nur sie können die richtige Diagnose stellen und entsprechend beraten. Denn, bei der Anwendung von Heuschnupfen-Medikamenten kann man einiges falsch machen - Unterdosierung bringt nichts und Überdosierung kann sogar schädlich sein. Zudem kann nicht oder falsch behandelter Heuschnupfen das Risiko auf zunehmende Atemwegsbeschwerden bis hin zu Asthma erhöhen.

Es gibt aber auch viele rezeptfreie Medikamente gegen Heuschnupfen. Diese bekommt man von unterschiedlichsten Anbietern in der Apotheke. Erst wenn diese keine Linderung verschaffen, sind rezeptpflichtige Mittel eine Alternative. Eventuell kommt auch eine Hyposensibiliserung, also eine Immuntherapie in Frage.

Welche rezeptfreien Medikamente werden bei Heuschnupfen empfohlen?

Nasenspray
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Als sanfteste Variante bei leichten Beschwerden und auch für Schwangere geeignet, sind Wirkstoffe wie Cromoglicinsäure. Durch sie wird verhindert, dass der Körper Histamin freisetzt. Das können Nasensprays sein, Augentropfen, aber auch Inhalationslösungen. Somit werden die Symptome des Heuschnupfens unterdrückt. Doch bis die Medikamente wirken, dauert es ca. zwei Wochen. Solange müssen Allergiker vor Start des Pollenfluges die Mittel mehrmals täglich einnehmen. Nur so wirkt die Therapie auch.

Schnellere Wirkung haben Sprays und Tropfen mit Wirkstoffen aus der Antihistaminika-Gruppe. Wirkstoffe wie Azelastin, Levocabastin in Augentropfen oder Nasensprays und Loratadin oder Cetirizin in Tabletten blockieren die Andockstellen des Botenstoffes im Gewebe und bremsen somit das Immunsystem aus.

Rezeptpflichtige Medikamente

Wenn die rezeptfreien Medikamente nicht ausreichen, können Allergiker auf verschiedene rezeptpflichtige Mittel zurückgreifen. Darunter gibt es auch Mittel mit Kortison. Diese sollte man nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Sie reizen den Magen und können die Nase schädigen.

Immuntherapie

Bei der sogenannten Hyposensibilisierung bekommt der Allergiker gezielt Allergene in kleinen Dosen zugeführt, um das Immunsystem nach und nach daran zu gewöhnen und die Symptome abzuschwächen. Die Therapie dauert bis zu drei Jahre, eine Erfolgsgarantie gibt es dabei nicht.

In den meisten Fällen bekommen Patienten dafür zunächst wöchentlich, später in größeren Zeitabständen, eine Spritze mit dem Allergen gesetzt. In seltenen Fällen kann es zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum Kreislaufschock kommen. Deshalb müssen Patienten nach der Therapiesitzung für 30 Minuten in der Praxis bleiben bevor sie nach Hause gehen können.

Bei der sogenannten sublingualen Immuntherapie wird das Mittel unter die Zunge gelegt oder geträufelt. Dabei werden allergische Reaktionen im Mund erzeugt. Nebenwirkungen treten hier seltener auf, als bei den Spritzen. Hierfür muss man nicht regelmäßig zum Arzt, sondern kann die Therapie auch zuhause machen. Wichtig dabei: Die konsequente tägliche Einnahme.

Hausmittel

Unterstützend wirken verschiedene Hausmittel gegen die Symptome des Heuschnupfens. Gegen eine verstopfte Nase helfen Dampfbäder, die mit Salz oder ätherischen Ölen angereichert werden können. Auch eine Nasendusche hilft hier. Gegen das Kratzen im Hals hilft viel Flüssigkeit.

Weitere Tipps

  • Schutz an Fenstern: Lindernd wirken sich Schutzgitter an den Fenstern aus. Hier gibt es spezielle Produkte, die die Pollen draußen halten. Auch saugen und feucht wischen in den Wohn- und Schlafräumen hilft. Es empfiehlt sich ein Staubsauger mit Mikrofilter
  • Pollen weg waschen: Tägliches Haarewaschen am Abend hilft die reizenden Pollen des Tages loszuwerden. Auch getragene Kleidung sollte aus dem Schlafzimmer verschwinden. In der Pollenzeit Bettwäsche und Kleidung nicht draußen trocknen.
  • Pollenflugkalender lesen: Diesen Kalender sollten Allergiker gut studieren. Er zeigt im Jahresverlauf wann welche Pollen fliegen und wie stark die Belastung ist.
  • Kreuzreaktionen beachten: Bei einigen Patienten können zum Heuschnupfen weitere Unverträglichkeiten hinzukommen. Da sich die Allergene einiger Pollen und Lebensmittel ähneln, kann es auch beim Verzehr von bestimmten Lebensmitteln zu Kreuzreaktionen kommen. Vom Arzt abklären lassen.
  • Im Auto: Auch hier gelangen Pollen über offene Fenster oder die Lüftung hinein. Ein Pollenfilter ist vom Mechaniker einfach nachzurüsten und hilft.
  • Kinder: Der Akut-Wirkstoff Levocabastin ist ab einem Lebensjahr einsetzbar. Mittel mit Citirizin können ab zwei Jahren angewendet werden. Ab sechs Jahren können für Kinder ähnliche Medikamente wie für Erwachsene angewendet werden. Eine Immuntherapie ist in der Regel bereits mit 5 Jahren möglich.

Fazit

Es gibt zahlreiche wirksame Mittel für Heuschnupfen-Geplagte. Man sollte aber in jedem Fall zunächst einen Arzt aufsuchen um das richtige Medikament zu finden. Dabei auch auf die Nebenwirkungen achten. Einige Präparate machen müde und können beim Autofahren gefährlich werden.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 16. März 2021 | 02:10 Uhr

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