Lichterketten für die Weihnachtszeit: So bleibt es ungefährlich und gemütlich

05.12.2018 | 02:10 Uhr

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Umschau-Quicktipp Lichterketten

Lichterketten

MDR JUMP Mi 05.12.2018 02:10Uhr 00:59 min

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Auffallend blinkend, hell strahlend oder warm leuchtend: Lichterketten schmücken in der Weihnachtszeit viele Fenster, Balkone, Vorgärten oder Häuser. Die Weihnachtsbeleuchtung kaufen viele jetzt noch im Baumarkt, im Elektronikgeschäft oder online oder sie holen die Lichterketten vom letzten Jahr vom Boden oder aus dem Keller. Wir geben Tipps für den Kauf und fürs Anbringen, damit es ein helles und schönes Fest wird. 

Sicher mit Prüfzeichen

Jedes Jahr pünktlich zur Vorweihnachtszeit warnen die Experten von TÜV und Feuerwehr: Bitte keine Billig-Lichterketten kaufen! Im schlimmsten Fall lösten diese Beleuchtung Brände aus oder verteilten lebensgefährliche Stromschläge, so die Warnung. "Man kann beim Kauf auf das CE-Zeichen auf der Verpackung achten. Das ist kein Zertifikat, aber es zeigt an, dass die Lichterkette nach den einschlägigen europäischen Normen geprüft wurde", sagt Florian Hockel, der beim TÜV Süd in München den Bereich Licht, Leuchten und Multimedia-Produkte leitet.

Oktagon des TÜV Süd
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Auf Nummer sicher gehen Lichterketten-Fans mit dem Gütesiegel "Geprüfte Sicherheit". „Bei dem Siegel steht immer auch mit dabei, wer das Ganze geprüft hat. Da könnte man zum Beispiel nach unserem Prüfzeichen schauen, das Achteck mit TÜV Süd“, sagt der Experte. Auf der TÜV-Süd-Internetseite sei zudem dargestellt, was genau bei den Lichterketten geprüft wurde. Zudem gibt es in Deutschland noch die VDE-Kennzeichnung, die vom "Verband Deutscher Elektrotechniker" aus Offenbach vergeben wird.   

Wer die Lichterkette vom Vorjahr aus dem Keller oder vom Boden holt, sollte die vor dem ersten Anstecken nochmal auf mögliche Sicherheitsrisiken prüfen: "Gerade bei den Plastik-Ketten sollte man auf Risse und Verschleiß in der Ummantelung achten und auch auf Korrosion. Im feuchten Keller kann der Stecker schon mal rosten", sagt der TÜV Süd-Experte.

Lichterketten für draußen

Soll die Weihnachtsbeleuchtung im Freien angebracht werden, muss die dafür auch entsprechend robust und dicht sein. "Da kann man auf dem Typenschild nach dem IP-Schutzgrad schauen: Dafür werden Produkte für den Außenbereich geprüft, ob Feuchtigkeit oder Staub eindringen kann", sagt Florian Hockel. Je höher die Ziffer hinter den Buchstaben "IP" ist, umso beständiger ist die Beleuchtung. "Bei Lichterketten sagt man, alles über IP44 ist für den Außenbereich geeignet", sagt unser Experte.  Er rät, für draußen grundsätzlich keine Lichterketten mit Batterien zu nutzen: "Wenn dann Wasser ins Batteriefach läuft, kann das für einen Kurzschluss sorgen". Zudem entstehe durch die verbrauchten Batterien zusätzlich Abfall.

LED oder Glühbirne?

Zwischen Schilf und Tannengrün schlängelt sich eine LED-Lichterkette hindurch
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Lichterketten mit herkömmlichen Glühbirnen stehen für viele für angenehmes Licht und Gemütlichkeit in der Weihnachtszeit. LED-Beleuchtung verbinden viele mit zu grellem und damit störendem Licht. Unser Experte rät dazu, grundsätzlich nur noch LED-Lichterketten zu kaufen. Die würden im Vergleich viel weniger Strom verbrauchen. „Eine 1-Watt-Glühbirnen-Lichterkette bringt zehn Lumen. Eine mit LEDs und 1 Watt bringt aber schon 100 Lumen. Die nutzt den Strom also um den Faktor 10 besser aus“, sagt Florian Hockel. Zusätzlich helfen Zeitschaltuhren, den Verbrauch so gering wie möglich zu halten. Wer auf warmes Licht bei der Beleuchtung Wert legt, kann sich dabei an den Angaben für die so genannte „Farbtemperatur“ orientieren. „Die wird bei guten Lichterketten auch angegeben. Warmweißes Licht, das sind meist so 2.000 bis 2.700 Kelvin. Kaltweißes oder auch blaues Licht liegt im Bereich von 6.500 Kelvin“, sagt der Experte. Die Farbtemperatur spiele für die Stromkosten keine Rolle.

Nicht an der Fassade

Beim Anbringen von Lichterketten im Außenbereich sollten Mieter und auch Hausbesitzer auf ein paar Regeln achten. Sonst könnte es unnötigen und teuren Ärger um die Weihnachtsbeleuchtung geben. Für Mieter ist die Hausfassade grundsätzlich tabu und darf nicht beschädigt werden: „Wenn einem das Haus nicht gehört, dann sollte man auf keine Fall an der Fassade bohren oder Lichterketten fest unter Putz zu installieren“, sagt Florian Hockel. Lichterketten im Treppenhaus sollte man mit den Nachbarn und dem Vermieter absprechen, weil dafür Gemeinschaftsflächen in Anspruch genommen werden. „Als Hausbesitzer kann man drauf achten, dass die Lichterketten nicht direkt in das Wohnzimmer des Nachbarn leuchtet“, sagt unser Experte. Bestimmte Abstände zum Nachbarn müssen nicht eingehalten werden: Aus Sicht von Juristen dürfen Lichterketten sogar auf dem gemeinsam Zaun angebracht werden. Die sollten dann allerdings nicht so grell oder auffällig sein, dass sie vorbeifahrende Autofahrer ablenken.

Licht aus um 22 Uhr?

Für Lärm gibt es genaue Vorschriften: Ab 22 Uhr gilt die allgemeine Nachtruhe und dann sollte der Geräuschpegel im Außenbereich deutlich reduziert werden. Für auffällige Beleuchtung gibt es solche Vorschriften nicht. Fühlen sich Nachbarn belästigt, sollte man sicherheitshalber auch die Lichterketten ab 22 Uhr ausschalten. Das spart zudem Stromkosten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 05. Dezember 2018 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2018, 02:10 Uhr