Weniger Lebensmittel verschwenden: Mit diesen Tricks gelingt es

Rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen pro Jahr im Müll. Die Hälfte davon im Haushalt. Das sind für jeden Einzelnen 75 Kilo Essen.
Wie du diesen Irrsinn beendest und dabei noch sparst, erfährst du hier.

Lebensmittel in einer Muelltonne. 1 min
Bildrechte: imago images / epd

MDR JUMP Mo 04.01.2021 10:45Uhr 01:04 min

Audio herunterladen [MP3 | 1.010,6 KB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 2 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.jumpradio.de/podcasts/quicktipp/lebensmittel-lagern-nicht-verschwenden-102.html

Rechte: MDR JUMP

Audio

Warum wir überhaupt wegwerfen

Paprika, Käse, Apfel
Bildrechte: Colourbox

Wir haben es einfach nicht mehr drauf: Fertigprodukte, Fastfood und Lieferservice nehmen uns das Denken ab. Das erleichtert zwar den Alltag, lässt uns aber vergessen, dass man schadhaftes Obst  ausschneiden kann, wie man Reste richtig aufwärmt und was man aus vermeintlich abgelaufenen Lebensmitteln noch zaubern kann. Ein weiterer Grund: "Wir sind den Überfluss gewöhnt, haben eine Riesenauswahl und oftmals keine Übersicht darüber, was wir wirklich brauchen", so die Lebensmittelexpertin Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen. Also muss da mal eine Übersicht her und die beginnt mit der Problemanalyse:

Was wir am meisten wegwerfen

Fast 40 Prozent der weggeworfenen Lebensmittel sind Obst und Gemüse. Sobald der Apfel eine braune Stelle hat, muss er weg. Das ist vermeintlich kein Problem, wir können ja ständig frisch nachkaufen. Ein Viertel der Lebensmittelabfälle sind Fertiggerichte und Essensreste. Abgelaufenes Mindeshaltbarkeitsdatum oder einfach zu viel gekocht, schon landen die Sachen in der Tonne.

Tatsächlich ist das Vierteljahr um Weihnachten die Zeit, wo wir am meisten kaufen und wieder wegwerfen. Man will seinen Gästen was anbieten, reichlich auftischen und das obwohl jeder weiß, dass eigentlich alle pappensatt sind.

Dr. Birgit Brendel von der Verbraucherzentrale Sachsen.

So sparst du schon bei Planung und Einkauf

Bevor du in den Laden gehst, mach dir klar, was du wirklich brauchst. Auch das haben wir ziemlich verlernt. Dazu Dr. Brendel: "Viele wissen gar nicht, was sie zum Beispiel für ein Menü mit vier Personen brauchen. Sie kaufen dann erstmal auf Verdacht ein und oft wird es viel zu viel." Besser ist, wenn du dir im konkreten Fall ein Rezept für den jeweiligen Anlass aussuchst und nur die Zutaten kaufst, die du wirklich brauchst.

Beim Kaufen selbst sind es die einfachen Regeln: Gehe nie hungrig einkaufen, dafür mit einem übersichtlichem Einkaufszettel und gehe möglichst selten und dafür regelmäßig.

Es ist tatsächlich so, dass du bei vielen kleinen Einkäufen in der Regel zu viel mitnimmst. Ein Stück Butter geht da irgendwie immer noch mit und schon hast du davon viel zu viel.

Transport und Lagerung

voller Kühlschrank
Bildrechte: imago images/Noah Wedel

Verderbliche Ware solltest du möglichst kühl transportieren. Zehn Minuten im überhitzen Auto können Fisch, Fleisch und empfindlichen Obst schon einen ordentlichen Schaden mitgeben. Grundsätzlich solltest du Lebensmittel kühl, trocken und dunkel lagern und dich auch im Kühlschrank an die richtige Verteilung der Lebensmittel halten.

Sie sollten außerdem nach dem klassischen first in, first out Prinzip verfahren. Das was zuerst in den Kühlschrank kommt, sollte auch zuerst verbraucht werden. Dazu musst du es aber ab und zu nach vorne holen. Du solltest immer mal wieder Vorräte und das Lager kontrollieren und schauen, was ist noch gut, was muss ich verarbeiten.

Obst und Gemüse vertragen sich nicht immer unmittelbar nebeneinander. Manche Sorten strömen Reifegase aus, die andere schneller verfaulen lassen.

Die optimale Verwertung

Kochen mit dem Computer
Bildrechte: Colourbox.de

Natürlich ist es am besten, wenn du wöchentlich soviel verbrauchst, wie du auch eingekauft hast. Einen gewissen Vorrat solltest du allerdings immer da haben. Die Bundesregierung empfiehlt für eventuelle Katastrophenfälle eine ganz konkrete Notreserve. Wichtig dabei: Tausche verderbliche Lebensmittel immer wieder aus und verwerte die älteren Sachen. Wenn du keine Idee hast, was du aus dem abgelaufenen Joghurt oder dem harten Brot machen kannst, helfen dir ein entsprechendes Kochbuch oder eine App zur Resteverwertung weiter. Auch aus vermeintlichen Lebensmittelabfällen, wie Möhrenkraut oder Knochen lassen sich mit ein bisschen Fantasie noch hochwertige Speisen zubereiten.

Zu guter Letzt: Lass dich nicht verführen

Für eine gute Ernährung und einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln kannst du auch gerne gutes Geld ausgeben. "Halten Sie dabei aber Maß, wenn Sie nur drei Brötchen brauchen, dann müssen sie das Kauf 5, zahl 4-Angebot Ihres Bäckers nicht annehmen. Am Ende landen zwei Brötchen im Abfall", so Dr. Brendel. Gleiches gilt auch für vermeintlich günstige XXL-Packungen. Oftmals sind sie in der Summe teurer als das, was du eigentlich brauchst und kaufen willst. So wird ein kluger und bedachter Umgang mit Lebensmitteln am Ende nicht zu teuer. Wer ein paar einfache Regeln beherzigt, kann mit gutem Gewissen Einkaufen und Essen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 04. Januar 2021 | 10:45 Uhr

Mehr Quicktipps