Lebensmittel aus dem Internet – kann ich wirklich sparen?

Lebensmittel im Internet zu kaufen, boomt. Die Anbieter verkaufen fast doppelt soviel wie vor einem Jahr. Coronakrise sei Dank. Wie gut die Internetmärkte sind und wie du den richtigen für dich findest, klären wir jetzt.

Essen auf Tisch: Obst, Gemüse, Brot 1 min
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MDR JUMP Fr 27.11.2020 10:45Uhr 01:05 min

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Die Top Anbieter und ihre Macken

Natürlich ist Amazon mit im Rennen, wenn es um Lebensmittel-Internethändler geht, Fresh und Prime Now, sind die Foodsparten des Internetriesen. Du kannst aber auch ganz vertraut bei Ablegern deines Discounters, wie etwa Netto oder Supermarktes wie Rewe shoppen. Etwas alternativer aber durchaus ansprechend sind die Web-Läden vom Konsum, Natur.com oder auch dem Bringmeister.de. Anbieter gibt es also zahlreich. Den womöglich richtigen findest du zum Beispiel bei einer ausführlichen Untersuchung des Vergleichs- und Bewertungsprotals Trusted.de. 

Denn: Es gibt Unterschiede in Angebot und Service. Während du zum Beispiel bei Netto gefühlt nur einen Großeinkauf mit Palettenware erledigen kannst, bietet Konsum dir fast die einzelne Möhre an, das aber nur für bestimmte Postleitzahlen. Auf dem Dorf hast du bei Konsum also keine Chance. Und so heißt Auswahlkriterium eins für dich:

Liefern die mir überhaupt?

Es gibt viel aber bei weitem nicht alles zu kaufen

Obst
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Für den täglichen Bedarf reicht es bei den meisten Anbietern allemal. Dazu Maximilian Reichlin vom Onlineportal Trusted: "Die Auswahl der meisten Online-Märkte ist gut und entspricht der eines gut sortierten stationären Marktes. Viele Anbieter haben auch Filter, mit denen man gezielt nach veganen, Gluten freien oder Bio-Produkten suchen kann." Probleme gibt es bei frischen Produkten, wie Wurst, Fleisch und Gemüse. Das kannst du beispielsweise bei Rewe nur dann frisch online kaufen, wenn du es selber abholst. Für die Lieferung per Paket gibt es an gleicher Stelle statt der einzelnen Banane nur lang haltbare Trockenfrüchte in der Alutüte. Bei vielen Anbietern suchst du dein regionales Bier vergebens. Auswahlkriterium zwei ist die Frage:

Liefern die mir, was ich möchte?

Lieferprobleme - nicht nur auf dem Land

Gerade in der Coronakrise sind viele Anbieter mit ihrem Service am Limit, sie kommen mit den Liefermengen kaum hinterher. "Deswegen beschränken einige Online-Supermärkte die Lieferung aktuell immer noch auf “haushaltsübliche Mengen” und es kann zu langen Wartezeiten für die Lieferung kommen", so unser Onlinexperte. Wichtig für Dich: Die Anbieter müssen den Liefertermin klar erkennbar machen. So wartest du nicht unnötig.

Ganz schnell trennt sich für dich die Spreu vom Weizen bei deinem Wohnort. Anbieter wie food.de oder Bringmeister liefern nur in Großstädten und ein bisschen drum herum. Konsum liefert in Leipzig beim Onlinekauf, in Dresden gibt es nur einen Bringeservice, wenn du selbst im Laden warst. Grundsätzlich bekommst du deinen Einkauf bei vielen Anbietern nicht mit eigenem Lieferservice sondern per Post oder Paketdienst, dann hast du aber kaum einen Einfluss auf eine genaue Lieferzeit. Nächstes Auswahlkriterium:

Wer liefert mir termingerecht?

Die Preise sind in etwa gleich aber nicht immer

Bierkrüge, die zum Anstoßen in die Luft gehalten werden
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Viele Produkte kosten online exakt das, was du dafür auch im Markt bezahlen musst. Problem: Die meisten Anbieter liefern erst ab einer bestimmten Mindestbestellmenge. "Die Versandkosten halten sich bei den Anbietern die Waage; zwischen 5 und 8 Euro bezahlen Sie pro Bestellung. Teilweise entfallen die Versandkosten aber ab einem bestimmten Bestellwert", so Maximilian Reichlin.  Wichtig: Informiere dich genau über die jeweiligen Versandbedingungen. Außerdem geben viele Onlineshops die aktuellen Sonder- oder Rabattangebote der Märkte nicht immer exakt so weiter.

Bei Getränkekisten verlangen manche Anbieter einen Transportaufschlag, mitunter auch, wenn du im x-ten Stockwerk wohnst. Das kann schon mal ein Euro und mehr pro Kasten extra kosten. Du musst also immer prüfen:

Wer ist wirklich preiswerter?

Frische Lebensmittel – Probleme bei Verpackung und Reklamation

Wenn du im Internet kaufst, kannst du die Ware nicht selbst beim Kauf prüfen, deswegen hast du in der Regel ein 14-tägiges Rückgaberecht. Das gilt aber nicht für verderbliche Waren oder für Lebensmittel, deren Verfallsdatum schnell überschritten ist. Kommt also die Banane gequetscht oder ein anderes Lebensmittel nicht mehr frisch bei dir an, wird es nach Aussage unseres Experten schwer: "Hier müssen Sie dann einen Reklamationsantrag stellen, der sehr langwierig sein kann."  Zweiter Aspekt bei der Frische: Du bekommst Obst, Gemüse, Fleisch und mitunter sogar Frostprodukte in speziellen Kühlverpackungen geliefert. Die kosten oft aber zusätzlich und sind alles andere als umweltfreundlich. Deshalb stellt sich die Frage:

Was brauche ich wirklich frisch aus dem Internet?

So zahlst du am einfachsten

Einkaufen
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Das unterscheidet sich nicht von anderen Einkäufen im Internet: "Die schnellste und bequemste Art zu zahlen, die auch die meisten Online-Supermärkte anbieten, dürfte PayPal sein. Alternativ bieten die meisten Anbieter auch den Kauf per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte an", so unser Experte.

Die wichtigsten Punkte für deinen Einkauf

Neben Angebot und Preis ist vor allem wichtig, ob ein Anbieter überhaupt zu dir nach Hause liefert. Passen die Lieferbedingungen zu deinen zeitlichen Wünschen? Und bekommst du wirklich die (hier vor allem regionale) Produkte, die du möchtest – frisch und in der Menge, die du brauchst?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 27. November 2020 | 10:45 Uhr

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