Kreditkarte holen: So findest du die passende ohne teure Fallen

An 44 Millionen Stellen kannst du damit weltweit bezahlen, an mehr als zwei Millionen Automaten Bargeld abheben. Kreditkarten sind toll, oftmals angeblich auch kostenlos. Vorsicht: Wann die Karte teuer wird erfährst du jetzt.

Eine junge Frau bezahlt bargeldlos mit Kreditkarte im Bioladen 1 min
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MDR JUMP Di 04.08.2020 10:45Uhr 01:06 min

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Welche Karte zu dir passt

Das hängt davon ab, was du mit der Karte machen möchtest. Online-Shopping oder eher im Ausland bezahlen? Viele Karten sind entweder für das eine oder das andere besser geeignet, weil sie unterschiedliche Gebühren für die Vorgänge verlangen. Wichtig ganz zu Beginn deiner Suche: Es gibt Karten zum Girokonto aber auch völlig unabhängige. Du musst nicht die Kreditkarte deiner Hausbank nehmen. Die Stiftung Warentest rät:

Bankkunden sollten nicht ungeprüft die Kreditkarte der Hausbank nehmen, weil es für sie mit 25 bis 35 Euro im Jahr günstigere Alternativen gibt.

Wie du die richtige Karte  findest

Wenn klar ist, was du mit deiner Kreditkarte hauptsächlich machen willst, suche dir einen Anbieter, der genau dafür die wenigsten Gebühren verlangt. Bei manchen ist Geldabheben im In- oder Ausland kostenlos, andere verlangen eine Jahresgebühr oder Gebühren für jeden Zahlungsvorgang. Besonders, wenn du eine Karte häufig nutzt, können so mehrere hundert Euro im Jahr an Extrakosten zusammenkommen. Verlass dich nie auf die Werbung sondern mach dir die Mühe, genau zu vergleichen. So merkst du auch, ob und wo deine Karte als Zahlungsmittel ohne Probleme akzeptiert wird.  

Wichtig: Gold- oder Platinkarten locken mit Status und vielen Extraleistungen wie Reise- oder Unfallversicherungen. Das kostet in der Regel aber oft Zusatzgebühren und die Leistungen sind oft nur lückenhaft. Eine Direktversicherung kommt dich da günstiger.

Warum du die Kreditkarte nicht für Kredite nutzen solltest

Die meisten bei uns erhältlichen Karten sind sogenannte Standard- oder auch Charge-Karten. Dabei zieht der Kartenanbieter einmal im Monat per Lastschrift die Kartenumsätze von deinem Giro-Konto ein. Zinsen zahlst du dafür nicht. Gleiches gilt auch für die Debit-Karte, dabei werden deine Ausgaben mit der Karte sofort vom Giro-Konto abgebucht - aber nur solange, bis der Dispo ausgeschöpft ist. Manche Hotels und Autovermietungen akzeptieren diese Karten nicht, weil sie streng genommen gar keine Kreditkarte ist.

Vorsicht: Sehr verlockend sind sogenannte Kreditkarten mit Teilzahlung oder auch Revolving-Cards. Dabei wird erstmal nur ein Teil der Ausgaben von deinem Konto abgebucht, der Rest nach und nach. Oft hast du auch ein vordefiniertes Kreditlimit über das du frei verfügen kannst. Das klingt zwar für einen Großeinkauf und ein klammes Giro-Konto erstmal verlockend  Die Stiftung Warentest warnt aber:

Der Zahlungsaufschub ist teuer, für den restlichen Betrag werden hohe Zinsen von bis zu rund 20 Prozent ab dem Tag der Transaktion fällig.

Achtung: bei manchen Karten musst du diese Teilzahlungsmöglichkeiten ausdrücklich ausschließen, sonst macht das die Bank automatisch.

Welche Karte du bei Engpässen bekommst

Stehst du finanziell gerade ganz schlecht da und die Schufa-Auskunft ist auch nicht berauschend, dann bekommst du in der Regel keine Kreditkarte. Möchtest du trotzdem eine im Urlaub oder fürs Onlineshopping benutzen, kannst du eine sogenannte Guthaben- oder Prepaid-Kreditkarte nutzen. Die funktioniert wie eine Prepaidkarte fürs Telefon: Was du später ausgeben willst, musst du vorher aufladen. Dann kannst du damit alles machen, was auch mit einer normalen Karte geht. Ideal ist so eine Karte für Schüler oder Studenten, die eine große Auslandsreise antreten.

Warum Karten mit gleichem Namen unterschiedlich kosten können

Zwei Hände halten Kreditkarten-Modell
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Nicht der Kartenanbieter, also Visa oder American Express usw. legt die Gebühren fest, sondern die ausgebenden Bank. Deswegen kannst du für eine Kreditkarte mit eigentlich gleichem Namen völlig unterschiedliche Gebühren bezahlen. Wichtig: Vergleiche vor Abschluss immer genau die anfallenden Gebühren. Und dabei nicht nur die Jahresgebühren sondern vor allem Kosten, die dir fürs Geldabheben, Zahlungen im Ausland und für die Vorfinanzierung deiner Käufe entstehen. Da können im Jahr leicht über 100 Euro zusammen kommen.

Warum kostenlos nicht gleich kostenlos ist 

Selbst wenn in der Werbung damit gelockt wird, dass du kostenlos am Geldautomaten Bares bekommst, können kräftig Gebühren drohen. Und zwar dann, wenn das Kostenlos nur für die Eurozone gilt. Fährst du weiter weg, können schnell fünf Euro und mehr für eine Abhebung fällig werden.

Vorsicht: Bei manchen Anbietern ist die Anzahl der kostenlosen Automatenkontakte beschränkt. Heißt: Holst du öfter Geld, kostet das irgendwann Gebühren.

Mit welcher Karte du durch die ganze Welt kommst

Visa- oder Master Card, das ist im Prinzip wurscht, auch von welchem Anbieter du sie hast. Beide Karten werden laut Finanztip weltweit akzeptiert. Bei anderen Karten, wie zum Beispiel American Express ist die Akzeptanz nicht überall so groß.

Geld oder Karte, was du im Urlaub wirklich brauchst

Die Experten vom Onlineportal Finanztip raten:

Es empfiehlt sich beides, Bargeld plus Kreditkarte und im Zweifelsfall lieber mal öfter kleine Summen abheben.

Vorteil eins: Bei einem Diebstahl ist nicht zu viel Geld weg. Vorteil zwei: Kannst du in Landeswährung bar bezahlen, sparst du dir die bei den meisten Kreditkarten fällige Fremdwährungsgebühr oder/und das so genannte Auslandseinsatzgeld. Fährst du Urlaub oft ins Ausland, suchst du dir am besten gleich einen Kreditkartenanbieter ohne Fremdwährungsgebühr.

Fazit

Deine Kreditkarte kannst du völlig unabhängig von deinem Girokonto suchen. Manchmal passt deine Hausbank, manchmal nicht. Die Gebühren sind für die unterschiedlichsten Leistungen über all anders. Such dir eine Karte, die genau zu deinen Bedürfnissen passt. Lass dich nicht von Bonusprogrammen oder Zusatzleistungen wie Versicherungen ködern, oft ist so eine Karte am Ende teurer, als eine ganz normale. Hände weg von Karten, bei denen der Zahlbetrag in Raten von deinem Konto abgebucht wird, dort können hohe Zinsen von bis zu 20 Prozent auf deine offenen Kreditbeträge anfallen

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. August 2020 | 10:45 Uhr

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