Kopfhörer für Kinder: Welche klingen gut, sind stabil und nicht zu laut?

Für die Videokonferenzen mit der Schulklasse, für die Lieblingsmusik und das Hörspiel zum Abschalten: In vielen Familien nutzen auch Kinder schon Kopfhörer, um die anderen nicht zu stören. Die Kinder-Kopfhörer sollten keine zu laute Musik zulassen, um die Ohren nicht zu schädigen. Zudem sollten sie möglichst robust für den Einsatz im Kinderzimmer sein.

Porträt eines singenden kleinen Jungen mit Kopfhörern und Mikrophon 1 min
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MDR JUMP Di 13.04.2021 10:45Uhr 01:15 min

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Einige Kopfhörer sind zu laut für Kinderohren

85 Dezibel (kurz: db) ist die Obergrenze für Kinderkopfhörer. Lauter dürfen sie laut Spielzeugnorm beim Abspielen von Musik oder Gesprächen nicht sein. Sonst drohen schnell dauerhafte Hörschäden. Laut dem aktuellen Test von Stiftung Warentest halten sich die meisten Hersteller an die Norm. Es gibt aber auch Ausnahmen, sagt Christian van de Sand von Stiftung Warentest:

Christian van de Sand
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Drei Modelle waren zu laut. Bei zweien kann man zwar die Lautstärkebegrenzung selbst einstellen und dann sind die nicht zu laut. Diese Begrenzung können aber Kinder relativ leicht selbst umgehen und kommen dann etwas über den Grenzwert. Ein Kopfhörer allerdings war mit 100 Dezibel deutlich zu laut. Der ist für Kinderohren nicht zu empfehlen.

Deutlich zu laut im Test war der Kopfhörer des Herstellers OTL. Die Norm leicht überschritten Modelle von MPow und Onanoff. Sie haben Schiebeschalter für die Lautstärkebegrenzung, die aber eben auch Kinder bedienen können.

Ab Werk für Kinderohren und -köpfe angepasst

Ab elf, zwölf Jahren können Kinder laut Pädagogen eigenverantwortlich mit der Lautstärke umgehen und ihre Ohren so selbst schonen. Bis zu diesem Alter sind daher aus Sicht von Christian van de Sand Kopfhörer mit einer Lautstärkebegrenzung sinnvoll. Aus Sicht des Stiftung Warentest-Experten gibt es noch ein wichtiges Argument für die Kinder-Modelle:

Sie passen von Größe und Gewicht einfach besser zu den kleineren Köpfen. Erwachsenen-Kopfhörer sind meist ein bisschen zu schwer und lassen sich häufig auch nicht so klein einstellen, dass sie Kindern wirklich passen.

Daher sollten Eltern zumindest überlegen, ob sie ihre eigenen gebrauchten Kopfhörer an ihre Kinder weitergeben. Für kurze Einsätze während Corona ist das meist kein Problem. Eine Dauerlösung ist es aber nicht.

"Zehnmal auf den Boden geworfen"

Kinderkopfhörer mit Kabel kosten zwischen 15 und 25 Euro, für Modelle ohne Kabel und mit Bluetooth werden 27 bis 50 Euro fällig. Das klingt im Vergleich mit Kopfhörern von Markenherstellern für Erwachsene erstmal nicht so teuer. Trotzdem wollen Eltern nicht dauernd neue Kinderkopfhörer kaufen müssen, weil die im Härtetest schnell aufgeben.

Wir haben die Kopfhörer für einen Falltest aus einer relativ großen Höhe aus 1,80 Meter zehnmal auf eine Steinplatte geworfen. Und bei kabelgebundenen Kopfhörern haben wir Zug- und Biegeprüfungen an den Kabeln gemacht. Insgesamt müssen wir sagen, dass wir von der Stabilität der Kopfhörer nicht so wahnsinnig überzeugt sind.

Beim Falltest seien einige Modelle schlicht zerbrochen. Einige Kopfhörerkabel gaben schon nach ein paar tausendmal verbiegen auf.

Das klingt erstmal nach viel, aber das wird im Alltag recht schnell erreicht. Die Kabel werden von Kindern auch bei normaler Nutzung beansprucht. Die werden umgeknickt und da wird dran herumgespielt.

Die Kopfhörer für Kinder seien schlicht nicht sehr hochwertig verarbeitet. 

"Keiner klingt gut"

Wenn Eltern die Kinderkopfhörer am eigenen Handy kurz testen, hören sie vor allem eins: Richtig guten Klang liefern die Kopfhörer nicht, zumindest im Vergleich zu guten Modellen für Große nicht. Im Test erreichte kein Kindermodell das Klangurteil "gut". Dabei spielte auch keine Rolle, ob Lieder und Hörspiele via Kabel oder Bluetooth-Funk zugespielt wurden.

Da ist die Bauform nicht entscheidend. Das haben wir bei den Modellen von JBL gesehen, die im Test vorne landeten. Die klingen exakt gleich, obwohl der eine mit Kabel und der andere mit Bluetooth funktioniert. Wir haben bei unseren Tests im Übrigen auch festgestellt: Da gibt’s auch bei den Erwachsenenkopfhörern klanglich keine Unterschiede.

Passtest und Hörtest

Leider gibt es kein Gütesiegel für Kinderkopfhörer, auf das Eltern beim Kauf achten können.

In der Regel geben die Hersteller aber die maximale Lautstärke an und auf die können Eltern achten. Die sollte eben nicht höher als 85 db sein.

Wichtig sei auch, das Kind den Kopfhörer vor dem Kauf "anprobieren zu lassen". Der sollte nicht am Kopf drücken.

Das sollte man auch nicht nur ein oder zwei Minuten testen sondern länger. Der Kopfhörer wird ja beim Homeschooling oder auf Autofahrten länger getragen. Und bei einem neuen Schuh merkt man erst manchmal erst nach einer Weile, ob das wirklich passt.

Einfacher Trick für den Passtest: Eltern können prüfen, ob sie mit dem kleinen Finger noch zwischen Kopf und Kopfhörerbügel kommen. Klappt das nicht mehr, ist der Kopfhörer zu eng. Der sollte dann noch weiter gestellt werden können. Für den Klangtest empfiehlt Experte van de Sand Eltern, das Handy oder den MP3-Player mit einem Lieblingslied oder –hörspiel der Kinder mit zum Kauf zu nehmen.

Kinder können den Klang nicht so gut beurteilen wie Erwachsene. Aber sie können sagen, ob etwas so klingt, wie sie es kennen. Oder ob das überhaupt nicht gut klingt.

Bei bekannten Musikstücken fällt der Vergleich dann leichter.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 13. April 2021 | 10:45 Uhr

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