Kochboxen: Weniger Stress, mehr Abwechslung?

03.02.2020 | 02:10 Uhr

Eine hello Fresh Kochbox, der Lieferdienst für Pakete mit vorbereiteten Zutaten und einem Rezept. 1 min
Bildrechte: imago images / Rüdiger Wölk

Für jeden was dabei

Seit 2007 sind sie auf dem Markt, zuerst in Schweden, ab 2012 dann auch bei uns. Anbieter wie Kochhaus, Hello Fresh, Marley Spoon oder auch Kochzauber sprechen eine Zielgruppe an, die abwechslungsreich, einfach und ohne großen Aufwand kochen möchte. Dabei wird auf Ernährungsgewohnheiten, wie zum Beispiel bei Vegetariern genauso Rücksicht genommen, wie auf besondere Gerichte für Kinder, eine Großfamilie oder den Wunsch, einen romantischen Abend zu zweit zu verbringen.

Was ist eine Kochbox?

Geliefert werden Kisten oder Tüten. Die beinhalten alles, was man für ein komplettes Essen braucht. Wahlweise für zwei, vier oder auch mal fünf und mehr Personen. Bis auf Grundzutaten, wie etwa Salz, Olivenöl, Mehl und Zucker, ist alles dabei, inklusive leicht nachvollziehbarem Rezept. Alle Zutaten sind in der nötigen Menge vorhanden. Man wirft also nach dem Kochen nix weg oder hebt exotische Gewürze, die man kaum mal wieder braucht, eine Ewigkeit auf. Die meisten Anbieter statten ihre Rezeptkarten mit aussagekräftigen Fotos aus. Die meisten Rezepte aus Kochboxen sollen auch für Laien leicht nachzukochen sein. Von 15 bis maximal 45 Minuten Kochzeit muss man je nach Gericht in der Küche dafür einplanen.

Wie kommt man an die Box?

Bestellung

Ein Einkaufswagen steht auf der Tastatur eines Laptops.
Bildrechte: Colourbox.de

Die Bestellung erfolgt meist über die jeweilige Homepage. Viele Anbieter haben auch Apps. In der Regel schließt man mit Kochbox-Anbietern einen Abo-Vertrag. Achtung: Bei der Bestellung sollte man auf das Kleingedruckte achten. Aus einer günstigen Probebox kann schlussendlich auch ein Abonnement  werden. Wer bewusst ein Abo eingeht, kann oftmals wählen, ob er zweimal oder öfter in der Woche eine Box geliefert bekommt. Manche Anbieter haben festgelegte Rezeptabläufe, besser gesagt Speisepläne. Die lassen sich aber mit einem entsprechenden Log-In auf der Anbieterseite auch ändern. Nur bei wenigen Anbietern kann man auch einfach mal spontan eine Box bestellen.

Lieferung

Bis auf Ausnahmen kommen die Boxen an festen Tagen in der Woche. Je nach Wohnort sind die Lieferzeiten unterschiedlich komfortabel. Beispielsweise Montag, Mittwoch, Freitag zwischen 8:00 und 12:00 Uhr auf dem Land. In manchen Großstädten kommen die Boxen auch mal abends. Für Menschen, die tagsüber arbeiten, könnte es schwierig werden, die Boxen selbst entgegenzunehmen. Die Anbieter legen die Boxen aber auch an vereinbarten Orten ab. Vorsicht: Gerade an heißen Sommertagen kann in solchen Fällen die Kühlkette gefährdet sein. Zu beachten ist auch: Wer nur zwei Gerichte die Woche bestellt, wird oft nur an einem Tag beliefert. Eine Zweitzustellung wird von einigen Anbietern ausgeschlossen.

Was ist drin?

Alle Zutaten für die entsprechende Personenanzahl sind enthalten. Manchmal einzeln in Tüten verpackt, Obst und Gemüse oft lose. Fleisch und andere leicht verderbliche Lebensmittel werden mit unterschiedlichen Materialien isoliert. Einige Anbieter bieten einen hohen Anteil an Bio-Lebensmitteln und Obst und Gemüse direkt von regionalen Erzeugern. Erreichen wollen sie das durch die überschaubare Rezeptauswahl und die vorausschauende Planung, die es ihnen ermöglicht, große Mengen einzukaufen. Die Preis- und Frischevorteile wollen sie somit an die Kunden weitergeben. Grundzutaten wie Salz oder Mehl enthalten die Boxen meist nicht.

Was kosten die Gerichte? 

Ein saftiges Steak
Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

In der Regel kosten die Boxen für zwei Personen und jeweils zwei Gerichte in der Woche ab 30 bis 50 Euro. Interessant dabei: Die Anbieter machen preislich oft kaum einen Unterschied zwischen reinen Veggie-Boxen und Boxen, die Fleisch oder Fisch enthalten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist im Vergleich zum eigenen Einkauf der Zutaten im Supermarkt eher schlecht: Bei einer Kochboch zahlt man im je nach Gericht zwischen 30 und 50 Prozent mehr. Besonders bei Nudel- oder Reisgerichten ist der Preisaufschlag recht hoch.

Der ökologische Fingerabdruck

Zwar versprechen die meisten Anbieter, sehr umweltbewusst zu verpacken und zu liefern. Unterm Strich aber handelt man wesentlich umweltbewusster, wenn man selbst einkaufen geht. Allerdings wird durch die Portionierung die Lebensmittelverschwendung reduziert. Da aber viele Zutaten einzeln verpackt und einige zusätzlich aufwendig gekühlt werden müssen, fällt deutlich mehr Verpackungsmüll an.

Fazit

Wer gerne mal verschiedene und dabei auch exotische Gerichte kochen möchte und keine große Kocherfahrung oder wenig Ideen hat, für den sind Kochboxen eine Möglichkeit, ab und zu lecker und abwechslungsreich zu essen. Allerdings sollte die Bestellung wohl überlegt sein, denn die Lieferung von Kochboxen ist oftmals nur in Verbindung mit einem Abo möglich. Die Lebensmittel werden in den allermeisten Fällen frisch und in der richtigen Menge geliefert. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, könnte bei der Annahme Probleme bekommen. Preislich liegen die Kochboxen über dem Einkauf auf eigene Faust. Für umweltbewusste Verbraucher ist der Verpackungsmüll ein Graus. 

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 03. Februar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2020, 02:10 Uhr

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