So wirst du Kleidermotten wieder los

13.01.2020 | 02:10 Uhr

Kleidermotten 1 min
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MDR JUMP Mo 13.01.2020 02:10Uhr 01:15 min

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Die Tineola bisselliella, so der lateinische Name der Kleidermotte, ist ein eher unauffälliger Nachtfalter. Der kleine Schmetterling kommt, wenn es dunkel ist, und gelangt über offene Fenster auch von Haus zu Haus.

Kleidermotten ernähren sich von organischen Stoffen, insbesondere Tierhaaren oder tierischer Wolle und von Schweiß, Schuppen und auch Nahrungsresten an unserer Kleidung. Kleidermotten befallen zum Fressen also nur Wollkleidung, Wollteppiche, Pelze und ähnliche Produkte. An Baumwolle, Synthetik- oder Mischgewebe knabbern sie nur, um das Material zum "Hausbau" zu verwenden.

So leben die Motten

Kleidermotten mögen es warm und feucht. Das befruchtete Weibchen legt bis zu 300 einzelne Eier dorthin, wo die geschlüpften Larven gleich etwas zum Fressen finden. Die Larven brauchen dann rund drei Monate, um sich zu verpuppen und schließlich als Falter zu schlüpfen. Danach haben die Tiere nur ein paar Tage Zeit, sich zu paaren. Kurz darauf sterben Männchen und Weibchen. Bleiben Kleidermotten unentdeckt und werden nicht bekämpft, vermehren sie sich rasant und können an Wollkleidung enorme Schäden anrichten.

So erkennt man den Befall

Kleidermottenlarven und -Kokons
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Pullis, Teppiche, Gardinen und Polstermöbel: Überall dort können die gefräßigen Larven kleine Löcher hinterlassen. Auch kleine weiße Fäden, die Spinnweben ähneln, können ein Hinweis sein. Die Larven an sich, kann man nur selten mit bloßem Auge erkennen und die Falter fliegen nur, wenn sie nicht durch Licht gestört werden. Dadurch sind sie nur schwer zu entdecken. Wer ganz sicher sein will, stellt Pheromonfallen auf. Sie ziehen die Männchen mit einem Sexuallockstoff an, der die Lockstoffe der Weibchen überdeckt. An einer Klebefläche bleiben die Männchen haften. Wichtig: Die Fallen fangen nur die geschlüpften Falter-Männchen ein. Bereits befruchtete Weibchen können weiter Eier legen und auch geschlüpfte Larven werden dadurch nicht bekämpft. Pheromonfallen gibt es ab rund vier Euro in der Drogerie.

So lässt sich der Befall vermeiden

Getragene Kleidungsstücke sind für Kleidermotten besonders attraktiv. Besonders gefährdet ist vor allem Kleidung, die nur selten getragen wird und dann ungereinigt für lange Zeit im dunklen Schrank oder auf dem Boden verschwindet. Drum sollte das besser vermieden werden und in den Schrank immer nur gereinigte Sachen kommen. Da die Motten sich nicht durch Plastik oder Papier fressen können, sind wenig benutzte Sachen gut durch Zeitungspapier oder spezielles Mottenpapier oder auch in einer Plastikhülle gut geschützt.

Frau riecht an Lavendel
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Gerüche wie Nelken, Lavendel oder auch Zedernholz halten die Tierchen fern. Entsprechende Produkte zum Einlegen oder Aufhängen gibt es online und im Handel für wenige Euro. Sie sollten von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Doch Vorsicht: Wer allergisch auf bestimmte Duftstoffe reagiert, sollte das bei der Auswahl beachten.

Eine regelmäßige Kontrolle von Kleidungsstücken und weiteren Textilien schadet nicht. Da Motten auch durchs offene Fenster gelangen können, kann auch ein Fliegengitter gute Dienste leisten.

So werden Kleidermotten erfolgreich bekämpft

Kleidermotten können weder Hitze noch Kälte gut aushalten, Larven überleben nur mit Futter. Deshalb gibt es folgende Möglichkeiten, Kleidermotten unschädlich zu machen:

Kälte: Kleine befallene Kleidungsstücke können für mindestens zwei Tage in die Gefriertruhe gepackt werden. Ab minus 17 Grad Celsius erfrieren die Tierchen.

Wärme: Kleiderstücke könnten – wenn das Material geeignet ist - bei Temperaturen über 60 Grad gewaschen werden. Das überleben weder Motten noch Larven. Größere Kleidungsstücke oder auch Teppiche können - wenn vorhanden - in der heimischen Sauna erhitzt werden. Auch gründliches Bügeln oder die Behandlung mit heißer Fönluft bereitet Motten und Larven ein Ende.

Mottenfalle neben Wollpullovern in einem Kleiderschrank
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Sauberkeit: Befallene Kommoden und Schränke sollten gründlich mit Essigwasser oder Seifenlauge gereinigt und die Ritzen und Ecken in Schubladen und Böden gründlich ausgesaugt werden. Danach empfiehlt es sich, alle Ritzen mit dem Fön auf höchster Stufe entlangzugehen. Doch Vorsicht: Hierbei besteht Brandgefahr! Deshalb sollte mit ausreichend Abstand geföhnt werden.

Die behandelte Wäsche sollte für mindestens vier Wochen in frischen Plastiksäcken aufbewahrt und erst danach wieder in den gereinigten Schrank gelegt werden. Wichtig: Wer in einem Schrank Motten findet, sollte alle Schränke und Kommoden im betroffenen Raum reinigen und mit Wärme behandeln. Die Motten sind sehr bewegungsfreudig und verteilen ihre Eier möglichst großflächig.

Chemische Mittel: Die fliegenden Motten können auch mit Insektenspray bekämpft werden. Dabei muss allerdings auf die Gesundheit besonders von Kindern und Schwangeren geachtet und behandelte Räume anschließend gründlich gelüftet werden.

Natürliche Fressfeinde: Schlupfwespen sind der Todfeind jeder Motte. Sie sind nicht mal einen halben Millimeter groß, finden und fressen aber wirklich jedes Mottenei. Wenn Schlupfwespen nichts mehr zum Fressen finden, sterben sie und werden im wahrsten Wortsinne zu Staub, so klein sind sie und dazu völlig ungefährlich für den Menschen. Eine Schlupfwespenbehandlung dauert im besten Falle 15 Wochen, dann sind sicher alle Motten und Larven entfernt.

Für rund 30 Euro kann man die Schlupfwespen im Internet bestellen und bekommt dann kleine Kärtchen im Monatsabstand. Die Karten werden in die betroffenen Schränke gelegt, die Wespen schlüpfen und beginnen ihr Werk. Nach rund vier Wochen kommt die nächste Generation.

Nach dem Befall ist vor dem Befall

Sind die Motten erfolgreich bekämpft, sollten die betroffenen Räume und Möbel von Zeit zu Zeit gründlich gereinigt und entsprechend gesaugt werden.

Es empfiehlt sich, im Abstand von drei Monaten Pheromonfallen aufzustellen, um zu prüfen, ob nicht doch noch Motten da sind.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 13. Januar 2020 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2020, 02:10 Uhr