Flohmarkt, Ankaufs-Apps oder Kleiderspende: Wohin mit aussortierten Klamotten?

Durch den Corona bedingten Lockdown sind wir alle die meiste Zeit Zuhause. Viele nutzen die Gelegenheit um Haus und Hof endlich mal auf Vordermann zu bringen, Keller oder Dachboden zu entrümpeln und um den Kleiderschrank mal wieder so richtig auszumisten. Raus mit den alten Klamotten und Platz für Neues schaffen. Doch wohin mit den alten Sachen? Wir haben uns mal Möglichkeiten angeschaut, wie Du Kleidung sinnvoll weggeben kannst und nebenbei noch ein bisschen Geld dafür bekommst.

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MDR JUMP Mo 25.01.2021 10:45Uhr 01:09 min

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An wen wende ich mich, wenn ich meine Klamotten verkaufen möchte?

Der Second-Hand-Läden

Secondhand Textil Shop am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg
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Eine Möglichkeit, ist der klassische Second-Hand-Laden. Gerade sind die zwar wegen der Infektionsschutzverordnung geschlossen, aber sobald diese wieder öffnen dürfen, kann man seine Kleidung dort anbieten. Die meisten Läden nehmen die Kleidung auch auf Kommission an. Geld gibt es also erst, wenn die Ware wirklich verkauft wurde. Den unverkauften Rest bekommt man nach einer gewissen Zeit wieder zurück. Den Preis für die Kleidungsstücke legt der Ladenbesitzer in der Regel selbst fest und zieht vom Verkaufspreis einen Teil für sich ab. Gerade bei jungen Leuten ist Kleidung aus zweiter Hand sehr beliebt, sie gilt als hip und ökologisch wertvoll. Selbst schräge Stücke aus grauen oder besser grellbunten Vorzeiten finden meist noch einen glücklichen, neuen Besitzer.

Second-Hand-Apps

Viele große Händler haben ihre eigenen Online-Portale für den An- und Verkauf von gebrauchter Ware. Die gängigsten sind Sellpy von der H&M-Gruppe, Zalando Circle vom Shoppingriesen und der Digitalhändler Momox. Die meisten Nutzer hat jedoch Vinted – ehemals Kleiderkreisel und Mamikreisel. Je nach Geschäftsmodell schickt man die Altkleider kostenfrei an das Unternehmen und bekommt nach dessen Bewertung Geld dafür ausgezahlt oder man erfährt schon beim Auswählen von Kleidungskategorie und Marke, wie viel Geld es für den Artikel gibt. Teilweise haben sich die Unternehmen auf Designerkleidung spezialisiert, andere lehnen den Ankauf von bestimmten, günstigen Marken generell ab. Bei einigen kann man nur dann Altkleider einsenden, wenn die Menge ein gewisses Gewicht überschreitet. Was mit den Sachen dann passiert, wird von vielen Anbietern nicht veröffentlicht. Momox dagegen hat ein eigenes Second-Hand-Portal namens Ubup, wo die angekauften Altkleider wieder verkauft werden. Somit kann man auch nachverfolgen, wie viel Verkaufsspanne die eigenen Altkleider für das Unternehmen noch erwirtschaften: Will man beispielsweise einen Damenmantel der Marke Tommy Hilfiger an Momox verkaufen, bietet einem das Portal einen Ankaufswert von rund 27 Euro an. Bei Ubup wiederum werden Mäntel des Herstellers für 60 bis 100 Euro gehandelt.

Tipp: Am meisten werden Jacken, Mäntel und Hosen gebraucht gekauft. Für den Verkauf gebrauchter Ware ist es wichtig, wahrheitsgemäße Angaben zu machen, dass die Klamotten sauber und in einem guten Zustand sind und auf den Fotos gut in Szene gesetzt werden. Die Ankaufportale punkten hauptsächlich durch den einfachen Verkauf, mit wirklich großen Summen ist aber nicht zu rechnen.

 Altkleider gegen Gutschein

Einige Handelsketten nehmen ebenfalls alte Kleidung zurück, allerdings gibt es bei ihnen kein bares Geld, sondern Gutscheine für den Einkauf – Altkleidersammeln als Kundenbindung also. Bei H&M beispielsweise gibt es für jeden mit Altkleidern gefüllten Beutel, den man in die Filiale bringt, einen Rabattgutschein in Höhe von 15 Prozent beim Kauf von einem Artikel. Ähnlich läuft es bei der H&M-Tochter Monki. Hier gibt es pro gespendeter Tüte einen Gutschein über 10% für einen Einkauf innerhalb der nächsten sechs Monate. Auch C&A sammelt alte Kleider. Bei der Kaufhauskette muss man ein Paket mit den alten Sachen einschicken und bekommt anschließend einen 15%-Gutschein für einen kompletten Einkauf. Die Versandkosten übernimmt C&A. Und über die App „Wardrobe“ kann aussortierte Damenkleidung an Zalando verkauft werden. Es wird pro Kleidungsstück ein Festpreis angeboten. Den Wert gibt es jedoch nur als Einkaufsgutschein. Basic-Teile und niedrigpreisige Marken werden nicht angekauft. Wo die Kleidung landet, die man an Handelsketten verkauft, ist unterschiedlich und hängt unter anderem vom Zustand der Sachen ab: Teilweise wird sie Bedürftigen gespendet, teilweise weiter als Second-Hand-Ware verkauft, teilweise auch zu Putzlappen verarbeitet. Wem der weitere Weg seiner Kleidung am Herzen liegt, der sollte sich vor der Abgabe über die einzelnen Verwertungsmodelle der Shops informieren.

Wie gehe ich vor, wenn ich meine gebrauchte Kleidung spenden / verschenken möchte?

Eine der verbreitetsten Möglichkeiten, alte Kleidungsstücke loszuwerden, ist die Kleiderspende. In Deutschland werden jährlich etwa eine Tonne Altkleider gespendet, schätzt FairWertung, das bundesweite Netzwerk von gemeinnützigen Organisationen, die Altkleider sammeln. Für die Kleiderspende gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen die Abgabe bei sozialen Organisationen oder in speziellen Sammelstellen wie Kleiderkammern, Spendenzentralen oder Sozialkaufhäusern. Diese Einrichtungen nehmen die Altkleider entgegen, sortieren sie und geben sie, wenn möglich, direkt an Bedürftige vor Ort weiter. Teilweise werden die Kleidungsstücke auch sehr günstig als Second-Hand-Ware an Menschen mit geringem Einkommen verkauft oder, wenn vor Ort keine Verwendung besteht, ins Ausland weiter gespendet.

Altkleidercontainer: Vorsicht vor schwarzen Schafen!

Mann steckt eine Jacke in einen Altkleidercontainer
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Die zweite Möglichkeit der Kleiderspende ist der Altkleidercontainer. Die Abgabe ist einfach: Die alte Kleidung einfach in einen Beutel packen und in den Container werfen. Die Kleider, die hier landen, werden laut FairWertung in der Regel an kommerzielle Verwerter verkauft. Der Erlös kommt den gemeinnützigen Organisationen zu Gute, die die Container aufstellen. Doch es mischen sich auch immer mehr Anbieter darunter, die die Altkleider-Container teilweise illegal aufstellen und mit dem Verkauf ausschließlich Gewinn machen. Deshalb sollten Spender genau hinsehen, in welchen Container sie ihre Kleidungssäcke werfen, wer die Kleider genau sammelt und was damit passiert.  Container von seriösen Anbietern tragen ein Siegel von FairWertung, vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen oder das BVSE Qualitätssiegel vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Somit ist gewährleistet, dass die Kleidungsstücke bzw. deren Wert durch den Verkauf tatsächlich bei gemeinnützigen Organisationen landet.

Tipp: Auch wer seine Kleidung spendet, sollte darauf achten, dass sie sauber und in einem guten Zustand ist. Nur die Kleidung, die auch wirklich noch jemand tragen kann und die man vielleicht auch guten Gewissens einem Freund schenken würde, sollte gespendet werden – alles andere ist ein Fall für die Restmülltonne.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 25. Januar 2021 | 10:45 Uhr

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